Neubau von Shoppingcentern in Deutschland gesunken

Der Neubau von Shoppingcentern in Deutschland ist laut Cushman & Wakefield im ersten Halbjahr 2016 um 50 Prozent zurückgegangen. Europaweit wurde ein Minus von sieben Prozent verbucht. Bis zum Jahresende sei aber mit einem deutlichen Plus zu rechnen.

Fotonachweis: Philip Lange / Shutterstock
Ein großer Anteil der neuen Shoppingcenter-Flächen entfällt laut Cushman & Wakefield auf die Erweiterung bestehender Center.

Der Studie „European Shopping Center Development Report 2016“ des Immobilienberaters Cushman & Wakefield (C&W) zufolge wurden in Deutschland im ersten Halbjahr 2016 knapp 64.000 Quadratmeter Shoppingcenter-Fläche neu eröffnet.

Das seien 50 Prozent weniger als im ersten Halbjahr 2015. Europaweit wurden 1,3 Millionen Quadratmeter Shoppingcenter-Fläche neu eröffnet, was einen Rückgang von sieben Prozent im Vorjahresvergleich bedeutet.

Größtes neues Center in Berlin

Bei den neuen Shoppingcentern in Deutschland handele es sich um das „City Center Bingen“, die „Mercaden Dorsten“, die „Schwalm-Galerie“ in Schwalmstadt/Hessen sowie die Erweiterung des „Phoenix Center“ in Hamburg.

Im weiteren Jahresverlauf 2016 sowie im Jahr 2017 werden laut C&W fünf weitere Shoppingcenter sowie Revitalisierungen und Erweiterungsflächen in Bestandsobjekten mit zusammen rund 190.000 Quadratmetern entstehen.

Größtes neues Shoppingcenter werde das „Schultheiss-Quartier“ in Berlin mit 30.000 Quadratmetern. Aktuell gebe es in Deutschland 599 Shoppingcenter mit einer Gesamtfläche von 14,8 Millionen Quadratmetern. Die Studie berücksichtigt Shoppingcenter ab einer Fläche von 5.000 Quadratmetern.

Europaweites Volumen: Plus von 25 Prozent bis zum Jahresende

In Europa gibt es laut C&W aktuell 156,3 Millionen Quadratmeter Shoppingcenter-Fläche. Neu hinzugekommen seien im ersten Halbjahr 2016 insgesamt 1,3 Millionen Quadratmeter, davon entfallen knapp 40 Prozent auf die Türkei und Russland.

Bis Ende 2017 würden in Europa insgesamt weitere 8,1 Millionen Quadratmeter entstehen. In Westeuropa werde allein im zweiten Halbjahr 2016 mit dem Zugang von 1,4 Millionen Quadratmetern gerechnet.

Der Anstieg in der zweiten Jahreshälfte dürfte laut C&W das Fertigstellungsvolumen auf das Dreifache des ersten Halbjahres steigen lassen und den Gesamtjahreswert auf 1,9 Millionen Quadratmeter Fläche erhöhen. Dies würde 25 Prozent über dem Vorjahreswert liegen. Weitere 1,7 Millionen Quadratmeter würden voraussichtlich im Jahr 2017 dazukommen.

Frankreich, das schon im ersten Halbjahr 2016 das größte Neueröffnungsvolumen in Westeuropa verzeichnete, liegt laut C&W auch in Bezug auf die Entwicklungspipeline vorn mit einem voraussichtlichen Fertigstellungsvolumen von 800.000 Quadratmeter an Shoppingcenter-Fläche bis Ende 2017, davon 140.000 Quadratmeter im Großraum Paris.

Großer Teil entfällt auf Erweiterungen

Da die Realisierung neuer Einkaufszentren in Westeuropa von langwierigen Planungsverfahren und Hürden geprägt sei, würden Erweiterungen bestehender Objekte an Bedeutung gewinnen. Von allen Flächen, die bis Ende 2017 fertiggestellt werden sollen, entfalle ein Anteil von 40 Prozent auf Bestandserweiterungen.

Das größte Erweiterungsprojekt befindet sich in Großbritannien: Mit der geplanten Expansion um 69.000 Quadratmeter wird das „Westfield London“ das Moskauer Einkaufszentrum „Aviapark“ mit seinen 230.000 Quadratmetern als größtes Shoppingcenter Europas ablösen.

In Zentral- und Osteuropa ist laut C&W ebenfalls mit einer Ausweitung der Entwicklungstätigkeit zu rechnen. Der Zuwachs an neuen Shoppingcenter-Flächen werde für die zweiten Hälfte des Jahres 2016 bei 2,4 Millionen Quadratmeter und für 2017 bei 2,6 Millionen Quadratmeter liegen. (bk)

Foto: Philip Lange / Shutterstock

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