6. September 2016, 16:37
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Unions-Finanzpolitiker: Maas muss Immobilienkredit-Regeln nachbessern

Ein halbes Jahr nach der Einführung schärferer Regeln für Immobilienkredite werden auch in der Koalition Forderungen nach Nachbesserungen laut.

Unions-Finanzpolitiker: Maas muss Immobilienkredit-Regeln nachbessern

Unionspolitiker fordern Nachbesserungen der Wohnimmobilien-Kreditrichtlinie.

Finanzpolitiker der Union verlangen angesichts einer sinkenden Kreditvergabe von Justizminister Heiko Maas (SPD) umgehend Klarstellungen, wie der CSU-Abgeordnete Hans Michelbach am Dienstag in Berlin mitteilte: “Das Justizministerium muss die Unklarheiten, die sich in der Praxis in den vergangenen Monaten ergeben haben, schnellstmöglich beseitigen.”

Schäuble sieht Handlungsbedarf

Auch Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) sehe Handlungsbedarf. Zuvor hatten Banken, Sparkassen und die Bauwirtschaft auf Korrekturen gepocht. Kritisiert wird, die Bundesregierung habe eine entsprechende EU-Richtlinie strenger umgesetzt als nötig.

Die in Brüssel verabschiedete Wohnimmobilien-Kreditrichtlinie soll eine zu laxe Vergabe von Darlehen für den privaten Wohnungsbau und damit eine Immobilienblase verhindern. Die Ende März umgesetzte Regelung verpflichtet Banken, die Kreditwürdigkeit von Kunden genauer zu prüfen und zu dokumentieren.

Heftige Kritik an den neuen Regeln

Hat die Bank dagegen verstoßen, so dass trotz fehlender Kreditwürdigkeit ein Vertrag zustande gekommen ist, kann der Kunde den Kreditvertrag jederzeit kündigen – ohne eine sogenannte Vorfälligkeitsentschädigung zahlen zu müssen. Auch wegen dieser Sorge äußerten Banken heftige Kritik an den neuen Regeln.

Die Institute dürfen zudem nur Kredite an Kunden gewähren, deren laufende Einnahmen reichen, um zu Lebzeiten das Darlehen zurückzahlen zu können. Auch dürfen Banken nicht mehr hauptsächlich darauf zielen, dass die Immobilie selbst eine Sicherheit ist und an Wert gewinnen kann. Am Dienstag kamen Vertreter des Justizministeriums sowie von Banken und Verbraucherschützern zu Beratungen zusammen. (dpa-AFX)

Foto: Shutterstock

2 Kommentare

  1. Die Steigerung von vollkommen überflüssigen Gesetzen ist die EU. Aber womit sollen sich sonst fast 50.000 Beamte beschäftigen? Auch dieses wieder ein Beispiel, für die EU-Verdrossenheit der Bevölkerungen.

    Kommentar von Eugen Klaholz — 8. September 2016 @ 10:38

  2. Solange es keine Änderungen gibt, ist ein Produkt wie z.B. die “umgekehrte Hypothek”, mit deren Hilfe alleinstehende Rentner nach und nach ihr Häuschen verfrühstücken, nicht möglich; wenn sie Geld brauchen, müssen sie ihr ganzes Haus verkaufen. Ein altersgerechter Umbau des Eigenheims ist nur durch Eigenkapital finanzierbar. Das ist doch alles Blödsinn! M.W. wurde in Deutschland noch nie Schindluder mit Baufinanzierungen getrieben: Weder wurde mit einer “Wertsteigerung” der Immobilie gerechnet, noch wurden Fremdwährungsdarlehen angeboten. Aber dass ein deutscher Expat jetzt in seinem Heimatland keine Immobilie mehr finanzieren kann, das ist doch erkennbarer Unsinn.

    Kommentar von Dr. Ursula Renner — 7. September 2016 @ 18:13

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