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6. November 2017, 15:07
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Baufinanzierung: Deutsche sind sicherheitsorientiert

Die günstigen Zinsen für Immobilienkredite erleichtern vielen Haushalten den Immobilienkauf. Trotzdem agieren Banken und Käufer von Eigenheimen nach Angaben des Verbands Deutscher Pfandbriefbanken (vdp) sicherheitsorientiert und vermeiden riskante Finanzierungen.

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Viele Immobilienkäufer entscheiden sich derzeit für langfristige Zinsbindungen.

Trotz des günstigen Zinsumfeldes und des wegen der hohen Nachfrage am Wohnungsmarkt gestiegenen Finanzierungsbedarfs bestätigen die Kennziffern anhaltend konservative Finanzierungsstrukturen, so der vdp. Dies zeige eine aktuelle Erhebung des Verbands deutscher Pfandbriefbanken (vdp) unter seinen Mitgliedsinstituten.

Immobilienpreise wachsen stärker als die Einkommen

Die Preise für Wohnimmobilien haben nach Angaben des vdp in den letzten Jahren deutlich stärker zugenommen als die Einkommen der Privathaushalte: Sei 2015 das 6,1-fache des Jahresnettoeinkommens für den Eigenheimerwerb notwendig gewesen, sei der Aufwand 2017 auf das 6,3-fache gestiegen. Bei selbstgenutzten Eigentumswohnungen sei der Wert vom 5,5- auf das 6,0-fache des Einkommens und damit etwas deutlicher geklettert.

Da sich die Zinsen für Wohnungsbaukredite seit rund zwei Jahren seitwärts bewegten, könne der Preisanstieg nicht mehr, wie noch in den Jahren zuvor, durch den gesunkenen Zinsaufwand kompensiert werden.

Die Kreditbelastungsquote – der Anteil des Netto-Haushaltseinkommens, der für Zins und Tilgung aufgewendet werden muss – ist laut vdp infolgedessen leicht gestiegen. Mit 25 Prozent bei Eigenheimen und 24 Prozent bei selbst genutzten Eigentumswohnungen bewege sie sich aber auch 2017 noch unterhalb des langfristigen Durchschnitts.

Käufer wählen hohe Tilgungssätze

Insgesamt lassen die durch den vdp erhobenen Daten nach Angaben des Verbands keine gestiegene Risikoneigung bei der Finanzierung erkennen: So habe die durchschnittliche Anfangstilgung in den vergangenen Jahren kontinuierlich zugenommen und liege aktuell bei 3,23 Prozent (2015: 3,06 Prozent).

Gleichzeitig seien die Darlehensnehmer bestrebt, sich die günstigen Finanzierungskonditionen für einen möglichst langen Zeitraum zu sichern. Gemessen am Neugeschäftsvolumen sei der Anteil der Darlehen mit einer Zinsbindungsfrist von mehr als zehn Jahren auf 64 Prozent gestiegen. 2015 waren es noch 47 Prozent. In Summe sinke dadurch die durchschnittliche rechnerische Gesamtlaufzeit der Darlehen auf rund 25 Jahre.

“Die Finanzierung von Wohneigentum in Deutschland ist seit jeher konservativ geprägt. Dies hat erfreulicherweise auch im aktuellen Niedrigzinsumfeld Bestand”, kommentiert vdp-Hauptgeschäftsführer Jens Tolckmitt. “Tilgung und Zinsbindung sind erneut gestiegen, das heißt, den Deutschen ist bewusst, dass Rahmenbedingungen sich ändern können. Sie setzen daher weiter auf Planungssicherheit und eine schnelle Entschuldung der Immobilie.”

Das gelte in gleichem Maße für die finanzierenden Banken, die trotz des anspruchsvollen Marktumfeldes auf angemessene und tragfähige Finanzierungsstrukturen achteten. Mit dem Pfandbrief verfügten die deutschen Pfandbriefbanken darüber hinaus über ein verlässliches Instrument zur fristenkongruenten Refinanzierung. “Unsere Daten belegen damit einmal mehr die Solidität und Tragfähigkeit der auf Krisensicherheit angelegten Langfristfinanzierung in Deutschland”, so Tolkmitt. (bk)

Foto: Shutterstock

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