15. November 2017, 15:21
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Einzelhandelsimmobilien: Online-Händler mieten verstärkt Showrooms vor Ort

Der wachsende Online-Handel hat die Nachfrage nach Einzelhandelsflächen in den vergangenen Jahren gedämpft. Nun gibt es nach Angaben von Colliers International jedoch eine zunehmende Zahl von Versandhändlern, die Showrooms vor Ort eröffnen.

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Viele Unternehmen setzen nicht mehr ausschließlich auf den Online-Handel.

Grund für diese Entwicklung seien die rückläufigen Umsatzzuwächse im reinen Online-Handel.

Einer Studie von Colliers International zufolge werde sich die derzeitige Wachstumsrate im Online-Handel von elf Prozent jährlich bis zum Jahr 2021 voraussichtlich auf sieben Prozent abschwächen. Daher eröffneten immer mehr Online-Händler stationäre Läden, um so ihre Umsätze und die Markenbekanntheit zu steigern.

Kundenbindung stärken

Dieser neue Trend, das so genannte “Showrooming”, ziele nicht vorrangig auf Umsatzsteigerung, sondern auf Stärkung der Kundenbindung und  Animation zum Online-Kauf.

 Für die aktuelle Studie hat Colliers International über 30 verschiedene Online-Marken in der Region EMEA untersucht, die einen Showroom eröffneten.

Die zunehmende Präsenz von reinen Online-Händlern auf den Haupteinkaufsstraßen werde ergänzt durch eine immer größere Anzahl von Unternehmen wie Samsung, Dyson und Volkswagen, die bisher ihre Produkte im Fachhandel vertrieben haben und nun ihre Kunden direkt über ein eigenes Ladennetzwerk erreichen möchten.

“Aufgrund der prognostizierten Umsatzstagnation im Online-Handel in den kommenden vier Jahren sehen viele Online-Händler Showrooms als ein effektives Mittel dieser Entwicklung zu begegnen”, kommentiert Daniel Hartmann, Head of Retail Letting bei Colliers International in Deutschland.

Trend wird sich verstärken

Durch Showrooms würden nicht nur der Online-Umsatz, die Markenbekanntheit und die Kundenbindung gesteigert, sondern sie böten Kunden auch die Gelegenheit, die Produkte selbst anzufassen oder anzuprobieren. “Auch der Kostenfaktor spielt eine maßgebliche Rolle: Rund 40 Prozent der im Internet bestellten Modeartikel werden von Kunden zurückgeschickt, ohne dass ein Kauf getätigt wird. Für Online-Marken entsteht dadurch ein enormer Logistik- und Kostenaufwand”, sagt Hartmann.

Die Studie zeige das sich verändernde Gleichgewicht zwischen den Einzelhandelsvertriebskanälen – online und stationär. “Der Trend von Online-Händlern zur Anmietung von stationären Läden wird sich definitiv beschleunigen, da sie sich aufgrund des zunehmenden Wettbewerbs und der niedrigeren Umsätze neue Wettbewerbsvorteile suchen müssen“, so Hartmann abschließend. (bk)

Foto: Shutterstock

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