27. Oktober 2017, 15:45
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Deutsche Immobilienaktien: Gemischte Wachstumsaussichten

Analysten beurteilen die Wachstumsaussichten deutscher Immobilienaktien nach den Ergebnissen eines Stimmungsindikators von Kirchhoff Consult verhalten optimistisch. Allerdings gibt es große Unterschiede in der Einschätzung der Segmente Wohnimmobilien und Gewerbeimmobilien.

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Der Deutsche Immobilienaktienindex Dimax hat in den vergangenen Jahren stark zugelegt.

Die Hamburger Agentur für Finanz- und Unternehmenskommunikation Kirchhoff Consult AG hat Immobilienanalysten nach ihrer Einschätzung zur Kursentwicklung deutscher Immobilienaktien befragt.

Die Grundstimmung erreichte den Angaben zufolge 9,1 Punkte auf einer Skala von minus 100 bis plus 100. Damit würden die Analysten die Kursentwicklung verhalten optimistisch sehen.

Ein großer Unterschied zeige sich bei der Betrachtung der einzelnen Assetklassen. Während der Stimmungsindikator bei Gewerbeimmobilienaktien 29,5 Punkte erreichte, würden die Wachstumsaussichten bei Wohnimmobilienaktien mit 4,5 Punkten deutlich verhaltener eingeschätzt.

Gewerbeimmobilienaktien holen auf

Die Umfrage wurde in einer Phase durchgeführt, in der sich die Entwicklung deutscher Immobilienaktien zunehmend diversifiziere, so Kirchhoff Consult. Der Deutsche Immobilienaktienindex (Dimax) des Bankhauses Ellwanger & Geiger verzeichnet seit mehreren Jahren zweistellige Wachstumsraten.

Dennoch zeige sich bei der kurz- und mittelfristigen Betrachtung der Kursentwicklung ein leichter Rückgang der Wachstumsraten. Die „Luft nach oben“ scheine dünner zu werden. Dabei würden Gewerbeimmobilienaktien langsam gegenüber Wohnimmobilienaktien aufholen. In dieses Bild passten auch die Ergebnisse des „Kirchhoff Stimmungsindikators Immobilienaktien“.

Gesamtmarktentwicklung wird verhalten optimistisch bewertet

Insgesamt zeigten sich die befragten Analysten verhalten optimistisch bei ihrer Grundeinschätzung zur Entwicklung deutscher Immobilienaktien.

Ein Blick auf die Performance mache jedoch deutlich, dass nicht alle Aktien von den positiven Rahmenbedingungen gleichermaßen profitieren können. Der Abstand zwischen den Immobiliengesellschaften werde größer.

Die Teilnehmer wurden zu mehreren Szenarien befragt. Das kurzfristige Szenario bildet laut Kirchhoff Consult die Analysten-Erwartungen für die nächsten drei Monate ab. Dabei gingen 36 Prozent der befragten Analysten für den Gesamtmarkt von leicht steigenden Kursen (zwischen plus fünf und plus 15 Prozent) aus.

Lediglich knapp ein Fünftel erwarte sinkende Kurse (minus fünf bis minus 15 Prozent). Mit 46 Prozent sehen die meisten Teilnehmer eine Seitwärtsbewegung (minus fünf bis plus fünf Prozent). Auffallend sei, dass auf kurzfristige Sicht kein Analyst eine stark steigende oder stark fallende Entwicklung von Immobilientiteln erwarte. Das aktuelle Marktumfeld wird als stabil eingeschätzt. Der Stimmungsindikator erreicht bei der kurzfristigen Marktentwicklung 9,1 Punkte.

Das mittelfristige Szenario, das die Entwicklung des deutschen Immobilenaktienmarktes für die nächsten zwölf Monate prognostiziert, zeichne ein ähnliches Bild. Mit 36 Prozent erwarte gut ein Drittel der befragten Immobilienanalysten eine leichte Steigerung bei deutschen Immobilienaktien (plus fünf bis plus 15 Prozent).

Dies liegt laut Kirchhoff Consult im Rahmen der Entwicklung der vergangenen zwölf Monate. Mehr als die Hälfte der Befragten rechne mit einer Seitwärtsbewegung im Rahmen von minus fünf bis plus fünf Prozent. Der Stimmungsindikator erreiche auch beim mittelfristigen Szenario 9,1 Punkte. Somit gingen die Analysten bei der Gesamtmarktbetrachtung in beiden Szenarien von einer leicht positiven Entwicklung aus.

Gedämpfte Erwartungen bei Wohnimmobilienaktien

Die Erwartungen in Bezug auf die Entwicklung deutscher Wohnimmobilienaktien sind laut Kirchhoff Consult dagegen eher neutral. Entscheidenden Einfluss auf diese Einschätzung habe die künftige Mietpreispolitik der neuen Regierung.

Der Stimmungsindikator bestätige die Unsicherheit hinsichtlich der künftigen Entwicklung im Wohnimmobilienmarkt. Die Prognose für Wohnimmobilienaktien erreichte bei der Umfrage insgesamt lediglich 4,5 Punkte.

Seite 2: Mittelfristige Aussichten sind unsicherer

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