24. November 2017, 15:52
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Deutsche Immobilienaktien: Wachstumstrend hält an

Deutsche Immobilienaktien haben auch im laufenden Jahr eine gute Performance verbucht. Nach den Ergebnissen einer Gemeinschaftsstudie von ZIA und Barkow Consulting legte die Marktkapitalisierung gegenüber dem Vorjahr um 26 Prozent zu. Deutschland könne zum wichtigsten Markt in Europa werden.

Chart-haeuser-750-shutt 206388196 in Deutsche Immobilienaktien: Wachstumstrend hält an

Drei der zehn größten europäischen börsennotierten Immobilien-AGs kommen aus Deutschland.

Auch im Jahr 2017 stehen die Zeichen für den börsennotierten Immobiliensektor weiter auf Wachstum, so die Aussage der Studie. So legte die Marktkapitalisierung des Sektors gegenüber dem Vorjahr um 26 Prozent auf nunmehr 73 Milliarden Euro zu.

Auch das Immobilienvermögen der börsennotierten Unternehmen legte um weitere 26 Prozent zu und habe mit nunmehr 114 Milliarden Euro die Schallmauer von 100 Milliarden Euro durchbrochen.

„Die Zahlen dieser nunmehr fünften Gemeinschaftsstudie von ZIA und Barkow Consulting belegen die stetig wachsende volkswirtschaftliche Bedeutung des börsennotierten Immobiliensektors erneut eindrucksvoll“, sagt Alexander Dexne, Vorsitzender des Ausschusses Immobilienaktie beim ZIA Zentraler Immobilien Ausschuss.

Kann Deutschland der führende Markt in Europa werden?

Auch international spielten deutsche Immobilien-AGs eine immer bedeutendere Rolle. So beträgt der deutsche Anteil am europäischen Sektor aktuell 23 Prozent. Im Jahr 2013 habe der entsprechende Anteil lediglich bei zehn Prozent gelegen.

Deutschland habe entsprechend seine Position als zweitwichtigstes Land im europäischen EPRA-Index weiter ausbauen können. Der Abstand zu Großbritannien als führendem Immobilienaktienland sei gegenüber dem Vorjahr weiter reduziert worden und betrage nur noch zwölf Milliarden Euro.

Zudem sei der deutsche börsennotierte Sektor damit größer als die nachfolgenden Länder Frankreich und Niederlande zusammen. Auch kommen mittlerweile drei der zehn größten europäischen Immobilien-AGs aus Deutschland.

„Der deutsche Sektor hat weiter von der britischen Brexit-Entscheidung profitiert“, sagt Peter Barkow von Barkow Consulting und Co-Autor der Studie. So habe sich der Anteil des britischen Sektors über den gesunkenen Wechselkurs nochmals reduziert, während der Anteil des deutschen Sektors aufgrund seines Charakters als sicherer Hafen und der überdurchschnittlichen Kursperformance weiter anstieg.

Drei Neuzugänge, Anzahl der Unternehmen geht dennoch stark zurück

Der deutsche Sektor konnte seit der letztjährigen Studie drei Neuzugänge verzeichnen. Den größten Effekt auf den Sektor habe dabei die Entscheidung von Aroundtown, ihre Notierung von der Euronext in den Prime Standard der deutschen Börse zu verlegen. Weitere Neuzugänge waren die Börsengänge von Consus und Noratis.

Erneut sei das Sektorwachstum ohne große Börsengänge erreicht worden. Auch sei die Emission von neuem Eigenkapital generell über die Börse im ersten Halbjahr mit 1,5 Milliarden Euro weiter auf relativ niedrigem Niveau verblieben. Der Anstieg der Marktkapitalisierung sei daher erneut im Wesentlichen auf steigende Kurse zurückzuführen.

So konnte der EPRA Germany Index über die vergangenen zwölf Monate um 19 Prozent zulegen und liege damit in der Spitzengruppe der europäischen Länder. Letztere hätten im Durchschnitt um 13 Prozent zulegen können.

Der Trend zu größeren Einheiten im Sektor halte unvermindert an und habe dazu geführt, dass die Anzahl der Immobilien-AGs gegenüber 2011 um 29 Prozent auf aktuell 55 zurückgegangen sei. Auch gegenüber dem Vorjahr habe der Sektor sechs Unternehmen eingebüßt.

Wachstum durch Wohnen und Wirtschaftsimmobilien

Die Dominanz des Wohnsektors war nach Aussage der Studie auch in 2017 spürbar. So repräsentierten Wohnimmobilien immer noch 76 Prozent des Immobilienvermögens des Sektors. Erstmals seit langer Zeit konnten aber auch Wirtschaftsimmobilien an der deutschen Börse deutlich zulegen, was wiederum auf den Notizwechsel von Aroundtown zurückzuführen sei.

„Auf dem Sektor der Wirtschaftsimmobilien ruht auch die Hoffnung für weiteres Wachstum. Im europäischen Kontext hat Deutschland hier immer noch erheblichen Nachholbedarf“, so Sabine Georgi, Abteilungsleiterin Immobilien- und Kapitalmärkte beim ZIA und Co-Autorin der Studie. (bk)

Foto: Shutterstock

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 02/2019

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Arbeitskraftabsicherung – Denkmalobjekte – Betriebsrente – Digital Day 2019

Ab dem 24. Januar im Handel.

Cash. 01/2019

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Fonds Finanz – Robotik – Moderne Klassik – Finanzanalyse

Versicherungen

Garantieverzicht in der bAV? Keine Chance bei Arbeitnehmern

Arbeitnehmer wollen Garantien in der Betriebsrente. Modelle ohne Garantien werden von fast allen Arbeitnehmern in Großunternehmen durchweg abgelehnt. Das kommt in einer repräsentativen Umfrage des Beratungs- und Dienstleistungsunternehmens Aon klar zum Ausdruck.

mehr ...

Immobilien

Baukindergeld: Förderung macht Immobilien noch teurer

Das Baukindergeld macht Häuser, Wohnungen und Grundstücke aus Sicht der Immobilienbranche noch teurer. In vielen Fällen schlage der Verkäufer die Prämie auf den Verkaufspreis auf, teilte der Zentrale Immobilien-Ausschuss am Dienstag in Berlin mit.

mehr ...

Investmentfonds

Was Kunden von ihrer Filialbank erwarten

Die Deutschen sind in Gelddingen konservativ, von der Vorliebe für das Bargeld bis zur Altersvorsorge per Sparbuch. Eigentlich. Wenn Technologien praktisch und vertrauenswürdig sind, steigt die Bereitschaft, sich bei Finanzdienstleistungen auf Innovationen einzulassen. Ein anderer wichtiger Wunsch an ihre Filialbank ist jedoch immer schwieriger zu erfüllen.

mehr ...

Berater

Staatsanwalt ermittelt gegen Journalisten wegen Wirecard

Im Zusammenhang mit mutmaßlichen Manipulationen des Wirecard-Aktienkurses ermittelt die Münchner Staatsanwaltschaft gegen einen Journalisten der “Financial Times” (FT). Es liege die Strafanzeige eines Anlegers gegen den Journalisten vor, “aufgrund der Strafanzeige haben wir ein Ermittlungsverfahren eingetragen”, teilte die Staatsanwaltschaft am Montag mit.

mehr ...

Sachwertanlagen

A380-Aus: Hochkonjunktur für Besserwisser

Das Ende der Produktion neuer Flugzeuge des Typs Airbus A380 bedeutet nicht automatisch Verluste für Fonds, die solche Maschinen finanziert haben. Eine schlechte Nachricht ist es trotzdem. Der Löwer-Kommentar

mehr ...

Recht

OLG Celle: Reiseantritt muss zumutbar sein

In der Reiserücktrittsversicherung liegt ein Versicherungsfall vor, wenn die versicherte Person von einer unerwarteten schweren Erkrankung betroffen wird. Um dies festzustellen, kommt es laut Urteil des 8. Zivilsenats des OLG Celle nicht auf eine konkrete ärztliche Diagnose der Erkrankung an. Entscheidend sei vielmehr das Vorliegen einer krankheitsbedingten Symptomatik, die den Antritt einer Flugreise unzumutbar erscheinen lasse. 

mehr ...