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9. März 2017, 08:16
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“Immobilie als zentraler Bestandteil der Altersvorsorge”

Christoph Zschätzsch, Leiter Banking- und Kreditprodukte für Privatkunden in Deutschland bei der Deutschen Bank, sprach im Interview mit Cash. über die Zinsentwicklung und die Motive zum Immobilienkauf.

Immobilie Altersvorsorge

Christoph Zschätzsch: “Bei der Finanzierung sollten sich Kunden vom Grundsatz leiten lassen: ‘Niedrige Bauzinsen, höher tilgen’.”

Cash.: Welche Entwicklung der Baufinanzierungszinsen erwarten Sie für den weiteren Jahresverlauf?

Zschätzsch: Wir erwarten bei den Hypotheken keinen deutlichen Zinsanstieg. Die Bauzinsen sind im historischen Vergleich weiterhin sehr niedrig. Da sich die langfristigen Bauzinsen üblicherweise grob an der Verzinsung deutscher Staatsanleihen orientieren, sollte man diese im Blick behalten. Unsere Volkswirte gehen aktuell davon aus, dass sich Deutschland nur langsam vom Nullzinsumfeld verabschieden dürfte. Entsprechend erwarten wir im Jahresverlauf beim Baugeld nur eine leichte Verteuerung.

Aus welchen Motiven heraus erwerben Eigennutzer und Kapitalanleger derzeit Immobilien?

Bei Kapitalanlegern stehen vor allem finanzielle Gesichtspunkte wie die erzielbare Rendite oder ein möglicher Wertzuwachs im Vordergrund. Für Eigennutzer ist die Immobilie häufig ein zentraler Bestandteil der Altersvorsorge. Neben dem Aspekt des mietfreien Wohnens spielen aber auch emotionale Gründe eine wichtige Rolle, wie beispielsweise die größeren Gestaltungsmöglichkeiten des eigenen Zuhauses oder das gute Gefühl, im eigenen Haus oder Eigentumswohnung zu leben.

Besteht angesichts der günstigen Baufinanzierungszinsen die Gefahr, dass sich Immobilienkäufer, die jetzt sehr günstig finanzieren, übernehmen und am Ende der Laufzeit bei höheren Zinsen vor Problemen stehen?

Bei der Finanzierung sollten sich Kunden vom Grundsatz leiten lassen: “Niedrige Bauzinsen, höher tilgen”. Da die Kreditrate bei den derzeit niedrigen Bauzinsen ohnehin günstig ist, können sich
Darlehensnehmer in der Regel eine höhere Anfangstilgung leisten. Damit steht zum Ende der Zinsfestschreibung ein geringeres Darlehensvolumen zur Verlängerung an. Ein möglicher Zinsanstieg sollte dadurch für die meisten Bau- oder Kaufinteressenten verkraftbar sein. Zudem können sie, wenn sie eine Zinsbindung von 15 oder 20 Jahren wählen, eine lange finanzielle Planungssicherheit erreichen.

Interview: Barbara Kösling

Foto: Deutsche Bank


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