7. März 2017, 10:01
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

“Angst und fehlende Alternativen als Grund für Immobilienerwerb”

Cash. sprach mit Oliver Moll, Geschäftsführer von Moll & Moll Zinshaus, über die Nachfrage nach Zinshäusern und die Konsequenzen der hohen Kaufpreise für die erzielbaren Renditen.

Oliver-Moll Zinshaus-Moll-Moll-Kopie in Angst und fehlende Alternativen als Grund für Immobilienerwerb

Oliver Moll: “Ertragreiche Objekte gibt es kaum noch.”

Cash.: Wie haben sich Nachfrage und Angebot im Anlagesegment Zinshäuser in den vergangenen zwölf Monaten entwickelt und welche Anlagemotive beobachten Sie bei den Käufern?

Moll: Nach wie vor übersteigt die Nachfrage das Angebot bei Weitem. Wir und andere große Makler sind eigentlich so gut wie ausverkauft. Die wesentlichsten Motive für den Erwerb eines Zinshauses sind die Unsicherheit im Hinblick auf die Stabilität der Börsen, die niedrigen Zinsen für Investments, die Negativzinsen auf hohe Guthaben und die Angst vor einer Inflation.

Lassen sich zum aktuellen Kaufpreisniveau in den Metropolen noch ertragreiche Objekte finden? Stehen für die Käufer derzeit nach Ihren Erfahrungen eher die aktuelle Mietrendite oder andere Erwägungen im Vordergrund?

Die genannten Motive führen dazu, dass Anleger häufig Entscheidungen treffen, die rational nicht unbedingt nachvollziehbar sind und zum Teil auch mit der Wohlfahrt von Folgegenerationen begründet werden. Ertragreiche Objekte gibt es kaum noch. Und wenn, dann nur zu sehr hohen Risiken. Die durchschnittliche Nettoverzinsung nach Hinzurechnen der Ankaufskosten und Abzug der nicht umlegbaren Bewirtschaftungskosten nähert sich inzwischen der Zwei- bis 1,5-Prozent-Marke. Und das bei Mieten, die dank der Mietpreisbremse eher weiter stagnieren werden. Kein gutes Szenario. Deswegen lässt sich das Ganze nur unter den Aspekten “Angst”, “Sicherung”, “fehlende Alternativen” und “Wohlfahrt von Folgegenerationen” nachvollziehen. Auch auf den Exit wird nicht mehr spekuliert: Wer heute zum 30-fachen einkauft, kann nicht davon ausgehen, zu einem noch höheren Faktor zu verkaufen.

Sollten Käufer derzeit eher auf gute und sehr gute oder eher auf mittlere Lagen setzen?

Käufer sollten eher auf die einfachen bis mittleren Lagen setzen, wenn sie noch Potenziale heben wollen. Durch gutes Management kann man bei der einen oder anderen Immobilie durchaus noch positive Szenarien berechnen und managen. Sei es aus den Mieten oder der Struktur heraus.
Gute Lagen sind eigentlich zur ewigen Stagnation und damit zu Verlusten verdammt. Die Mietpreisbremse wird verhindern, dass solche Immobilien die Inflation schlagen können oder der Wert so stark steigt, dass die Ankaufskosten wieder reinkommen. Sehr gute Lagen haben zumindest noch ein Absicherungspotenzial.

Seite zwei: Kriterien zur Auswahl eines Zinshauses

Weiter lesen: 1 2

Newsletter bestellen Alle News zu Objekten, Standorten und Finanzierungen... werktags 16.30 Uhr!

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 05/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Arbeitskraftabsicherung – Private Equity – Büroflächenmangel – Datenschutz

Rendite+ 1/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Marktreport Sachwertanlagen – Windkraft – Vermögensanlagen – Bitcoin & Co.

Ab dem 22. März im Handel.

Versicherungen

Prozess um Millionenbetrug mit Kapitalanlagen

Eine Anlagenfirma aus der Schweiz hat über 5.800 Anleger um mindestens 60 Millionen betrogen. Nun müssen sich vier Beschuldigte vor dem Münchner Landgericht verantworten. Für die Anleger gibt es noch Hoffnung, entschädigt zu werden.

mehr ...

Immobilien

Immobilienpreisanstieg im Norden und Osten weniger schwunghaft

Die Preise für Wohnimmobilien im Norden und Osten Deutschlands steigen im ersten Quartal 2018 weiter – für Wohnungen allerdings mit gedrosseltem Tempo. Laut Trendindikator Immobilienpreise des Finanzdienstleisters Dr. Klein (DTI) ist die Entwicklung in Berlin nach wie vor am dynamischsten: Im Jahresvergleich kosten Wohnungen über 15 Prozent mehr, verglichen mit dem vorigen Quartal sind Häuser um rund vier Prozent teurer.

mehr ...

Investmentfonds

Yen zur Portfolioabsicherung

Die japanische Währuing Yen hat nicht nur attraktive defensive Eigenschaften. Er kann zudem die Portfolioperformance aufgrund einer Reihe von Faktoren positiv beeinflussen. Ein Gastbeitrag von Jason Borbora, Investec AM

mehr ...

Berater

Deutsche haben ihre Finanzen im Griff – nach eigener Einschätzung

Die Deutschen sind überzeugt davon, gut mit ihrem Geld umgehen zu können. Mehr als drei Viertel haben nach eigenen Angaben einen sehr guten oder guten Überblick über ihre Einnahmen und Ausgaben. 88 Prozent beschäftigen sich regelmäßig mit ihren Ausgaben, 22 Prozent sogar täglich. Das sind Ergebnisse einer aktuellen repräsentativen Umfrage von Geld und Haushalt, dem Beratungsdienst der Sparkassen-Finanzgruppe.

mehr ...

Sachwertanlagen

Umbau von Aktionärsstruktur und Aufsichtsrat abgeschlossen

Die Lloyd Fonds AG teilt mit, dass die im März angekündigten Änderungen in ihrer Aktionärsstruktur nun umgesetzt und die üblichen Vorbehalte aufgehoben wurden. Zudem wurde der Aufsichtsrat mehrheitlich neu besetzt.

mehr ...

Recht

Bürgschaften sind keine nachträglichen Anschaffungen

Wird ein Gesellschafter im Insolvenzverfahren als Bürge für Verbindlichkeiten der Gesellschaft in Anspruch genommen, so kann er dies nicht mehr als nachträgliche Anschaffungskosten werten und somit auch nicht mehr steuermindernd geltend machen. Dies entschied der Bundesfinanzhof (BFH) in einem aktuellen Urteil (Aktenzeichen: IX R 36/15). Gastbeitrag von Holger Witteler, Kanzlei Husemann, Eickhoff, Salmen & Partner

mehr ...