Rekordumsatz am deutschen Immobilienmarkt

Mit Verkäufen im Wert von 225,4 Milliarden Euro wurde im vergangenen Jahr nach einer Analyse des Researchinstituts Gewos ein neuer Rekordumsatz am deutschen Immobilienmarkt erzielt. Auch in 2017 werde sich der Anstieg fortsetzen, in 2018 allerdings abschwächen.

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Seit dem Ende der Finanz- und Wirtschaftskrise hat sich das Umsatzvolumen am deutschen Immobilienmarkt fast verdoppelt

Nach den Ergebnissen der aktuellen Gewos-Immobilienmarktanalyse IMA wurden in 2016 insgesamt 923.000 Verkäufe mit einem Gesamtvolumen von 225,4 Milliarden Euro getätigt. Die IMA beruht als einzige flächendeckende Studie zum deutschen Immobilienmarkt auf der Erfassung der tatsächlichen Verkäufe.

Gegenüber dem Jahr 2015 habe sich der Geldumsatz um rund fünf Prozent erhöht. „2016 war bereits das fünfte Rekordjahr in Folge“, sagt Sebastian Wunsch, bei Gewos für die IMA verantwortlich. „Seit dem Ende der Finanz- und Wirtschaftskrise hat sich das Umsatzvolumen in Deutschland fast verdoppelt.“ In 2016 habe der Geldumsatz rund 96 Prozent über dem Niveau des Jahres 2009 gelegen.

Wohnimmobilienverkäufe dominieren

Auch in 2016 dominierten laut Gewos Verkäufe von Wohnimmobilien das Transaktionsgeschehen. Im vergangenen Jahr wurden bundesweit Eigenheime, Mehrfamilienhäuser, Eigentumswohnungen und Wohnbauland im Wert von rund 161,9 Milliarden Euro gehandelt – ein Anstieg um sieben Prozent gegenüber dem Vorjahr. Seit dem Jahr 2009 habe sich der Geldumsatz mit Wohnimmobilien um 84 Prozent erhöht.

Besonders positiv haben sich laut Gewos in 2016 die Umsätze mit Mehrfamilienhäusern und Eigentumswohnungen entwickelt (plus zehn beziehungsweise plus acht Prozent). An den Teilmärkten für Wohnbauland und Eigenheime fielen die Steigerungen dagegen etwas moderater aus (plus sechs und plus fünf Prozent), die Kauffallzahlen gingen in beiden Segmenten um ein Prozent zurück.

„Neben der demographisch bedingt stark gestiegenen Wohnungsnachfrage, sind vor allem die robuste Konjunktur und die überaus gute Lage am deutschen Arbeitsmarkt für die anhaltend positive Entwicklung verantwortlich“, erklärt Wunsch. „Zwar sind die Zinsen für Wohnungsbaukredite in den vergangenen Monaten leicht gestiegen, langfristig betrachtet ist das Zinsniveau jedoch weiterhin äußerst niedrig. Das pusht die Nachfrage zusätzlich – zumal renditeträchtige Anlagealternativen rar sind.“

Plus von sechs Prozent für Gesamtjahr 2017 erwartet

Für 2017 und 2018 prognostiziert Gewos weitere Umsatzsteigerungen am deutschen Markt. Im Bereich Wohnimmobilien sei zu erwarten, dass sich die Umsätze um sechs Prozent in 2017 und um weitere zwei Prozent in 2018 erhöhen.

Für das laufende Jahr prognostiziert Gewos Investitionen in Wohn- und Gewerbeimmobilien in Höhe von 238,2 Milliarden Euro – ein Anstieg um sechs Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Mit rund 170,7 Milliarden Euro werde auch in 2017 der weit überwiegende Teil des Umsatzes mit Wohnimmobilien generiert.

Deutliche Zuwächse bei Eigentumswohnungen und im Mehrfamilienhäusern

„Insbesondere für das Mehrfamilienhaussegment und den Teilmarkt für Eigentumswohnungen erwarten wir weitere deutliche Umsatzsteigerungen in 2017“, kommentiert Wunsch. „Die Nachfrage ist in diesem Bereich besonders hoch und die Bautätigkeit zieht hier weiter an. Das spiegelt sich auch bereits in den Transaktionszahlen, die uns aus dem laufenden Jahr vorliegen, wider.“

Nach der Prognose von Gewos dürfte der Teilmarkt für Eigentumswohnungen in 2017 das umsatzstärkste Marktsegment bleiben. Das Umsatzvolumen dürfte um acht Prozent auf rund 66,5 Milliarden Euro steigen.

Die Umsätze mit Eigentumswohnungen seien in den vergangenen zehn Jahren so stark gestiegen wie in keinem anderen Marktsegment, in 2016 lag das Umsatzvolumen rund 121 Prozent höher als noch im Jahr 2007.

Seite 2: Quadratmeterpreise für neue Eigentumswohnungen seit 2007 um 74 Prozent gestiegen

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