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8. August 2017, 15:21
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Sanierungsbedürftige Umgebung als Kaufkriterium

Käufer sollten den Kauf einer Immobilie auch dann erwägen, wenn das Stadtviertel zunächst keinen guten Eindruck macht. Diese Viertel könnten viel Potenzial haben. Werden sie später gentrifiziert, profitieren Eigentümer von der Wertsteigerung.

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Sanierte Altbauten in Berlin, Prenzlauer Berg. Das Viertel ist ein Paradebeispiel für Gentrifizierung.

Wenn sanierungsbedürftige Wohnquartiere gentrifiziert werden, ist das für Vermieter erfreulich, und auch für Mieter kann es ein Vorteil sein. “Es gibt zahlreiche Kriterien, die beim Erwerb von Immobilien eine Rolle spielen. Einer der wichtigsten ist und bleibt die Lage des Objektes”, sagt Stephan Scharfenorth, Geschäftsführer des Baufinanzierungsportals Baufi24.

Die Umgebung trage maßgebend zur Lebensqualität bei. Das Gefühl der Sicherheit, nette Nachbarn und saubere Gehwege seien für die meisten Menschen ebenso wichtig wie das Wohnungsinnere.

Beispiel Schanzenviertel

In der Innenstadt sind Immobilien laut Baufi24, aufgrund der Toplage, meist 20 Prozent teurer als in ländlicheren Gegenden. Eigentumswohnungen in vergleichbaren Gebieten könnten sogar bis zu 30 Prozent mehr kosten, deshalb würden sich Wohnquartiere nach und nach verändern.

Viele Interessenten könnten sich Objekte in Toplage nicht leisten und auf günstigere Arbeiterviertel ausweichen, die möglicherweise heruntergekommen und sanierungsbedürftig sind. “So können aus den tristen Gebieten Szenequartiere entstehen. Die besten Beispiele sind das Hamburger Schanzenviertel und die Berliner Stadtteile Kreuzberg und Prenzlauer Berg. Diese Viertel haben den Gentrifizierungsprozess bereits hinter sich”, sagt Scharfenorth.

Gentrifizierung ist der sozioökonomische Strukturwandel von meist großstädtischen Vierteln, die attraktiver für eine neue Mietergruppe werden und daher zahlungskräftigere Eigentümer und Mieter als vor ihrem Wandel anziehen. Der Prozess der Gentrifizierung verläuft in allen Vierteln ähnlich.

Immobilien mit Potenzial

Zunächst achten Bewohner mehr auf Sauberkeit, dann passen sich die Einkaufs- und Ausgehmöglichkeiten der gehobenen Nachfrage an. So würden Handy- und Ein-Euro-Läden durch Cafés, Naturkostläden und Boutiquen ersetzt.

Wer frühzeitig das Potenzial des Stadtviertels erkennt und dort eine Immobilie erwirbt, könne diese unter ihrem eigentlichen Wert erwerben. Ein gutes Indiz für die anstehende Gentrifizierung sei die Beliebtheit des Viertels unter Studenten und Künstlern.

Sie bevorzugen laut Baufi24 verbrauchte, authentische Stadtteile, in dem die Mieten preiswert sind und machen diese Orte bunt sowie abwechslungsreich. In der Folge würden etablierte Bevölkerungsschichten nachziehen, allen voran junge Familien. Die Ansprüche ändern sich. Wohnraum werde saniert, Preise und Mieten würden steigen, der Gentrifizierungsprozess sei in vollem Gang. (kl)

Foto: Shutterstock

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