Vonovia steigert Gewinn

Deutschlands größter Immobilienkonzern Vonovia hat im ersten Halbjahr dank höherer Mieteinnahmen und zusätzlicher Gebäude-Dienstleistungen mehr verdient. Bekannt wurde das Unternehmen durch Großübernahmen.

Vonovia
Vonovia Zentrale in Bochum.

Das operative Ergebnis des Immobilienkonzerns Vonovia – gemessen an der für die Branche wichtigen Kenngröße Funds from Operations I (FFO I) – stieg in den ersten sechs Monaten um 18 Prozent auf 457,7 Millionen Euro, wie die im Dax notierte Gesellschaft am Mittwoch in Bochum mitteilte.

Ausgaben für Sanierungen gestiegen

„Die ersten sechs Monate entsprechen voll unseren Erwartungen“, sagte Unternehmenschef Rolf Buch während einer Telefonkonferenz. Das Gewinnziel für das Gesamtjahr wurde bestätigt. Die Aktie legte im frühen Handel um 0,76 Prozent zu.

Im ersten Halbjahr stiegen die Mieteinnahmen um 7,6 Prozent auf 833,2 Millionen Euro. Der Leerstand erhöhte sich zwar leicht auf 2,9 Prozent, weil leerstehende Wohnungen saniert wurden, aber dennoch seien fast alle Immobilien komplett vermietet. Die Aufwendungen für die Instandhaltung und Modernisierung legten um mehr als die Hälfte auf 456,4 Millionen Euro zu. Für sanierte Wohnungen können Vermieter in der Regel aber auch die Mieten anheben.

Der Konzernüberschuss kletterte auf gut eine Milliarde Euro, nach 147,9 Millionen Euro im Jahr zuvor. Hier profitierte Vonovia von einer Aufwertung seines Immobilienvermögens.

FFO I-Ziel gestiegen

Das Unternehmen hatte im erstem Quartal den Wiener Immobilienkonzern Conwert mit Wohnungen in Leipzig, Berlin, Potsdam und Dresden für rund 2,7 Milliarden Euro übernommen. Im vergangenen Jahr hingegen hat Vonovia unter anderem Wohnungen in Nordrhein-Westfalen an den Mitbewerber LEG Immobilien veräußert.

Für das laufende Jahr peilt der Konzern weiterhin ein operatives Ergebnis (FFO I ) von 900 bis 920 Millionen Euro an. Im Vorjahr hatte dieses 760,8 Millionen Euro betragen. Zudem dürfte sich die dynamische Entwicklung im deutschen Wohnungsmarkt fortsetzen.

„Wir erwarten deshalb, dass unsere Immobilien bis Ende des Jahres im Wert noch einmal zulegen“, sagte Buch. Im ersten Halbjahr hatte Vonovia seinen Wohnungsbestand bereits um 1,5 Milliarden Euro aufgewertet.

Wachstum durch Übernahmen

Um von der starken Nachfrage nach Wohnraum in den Großstädten zu profitieren, will das Unternehmen in den nächsten Jahren rund eine Milliarde Euro jährlich in Neubau, Dachaufstockungen und Modernisierungen stecken. In diesem Jahr sollen es 730 Millionen Euro sein. Davon seien bereits 98 Prozent verbaut oder beauftragt, sagte Buch.

Vonovia plant, jährlich rund 2.000 Wohnungen zu errichten. Insgesamt könne der Immobilienkonzern 30.000 Wohnungen auf eigenen Grundstücken bauen. Wie viele Wohnungen genau gebaut würden, hinge aber von den Genehmigungen ab.

Das Unternehmen ist in den vergangenen Jahren vor allem durch Großübernahmen wie Gagfah , Süddeutsche Wohnen (Südewo) und Franconia stark gewachsen. Zuletzt kam der Wiener Immobilienkonzern Conwert hinzu. Seit vier Jahren steht der ehemalige Bertelsmann-Manager Buch an der Spitze des Immobilienkonzerns mit bundesweit rund 356.000 Wohnungen und knapp 8.300 Mitarbeitern.

Mit dem Zukauf des Konkurrenten Gagfah vor zwei Jahren änderte der zuvor unter dem Namen Deutsche Annington bekannte Konzern auch seinen Namen und zog anschließend als erstes Immobilienunternehmen in den Dax ein. (dpa-AFX)

 

Foto: Vonovia

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