Anschlussfinanzierung: Die Gefahren einer kurzen Zinsbindung

Immobilienkäufer und solche, die eine Anschlussfinanzierung benötigen, stehen vor der Frage, welche Zinsbindung sie wählen sollen. Waren früher zehn Jahre Standard, so beobachten die Anbieter, dass der Trend zu längeren Festschreibungen zunimmt. Dies wirkt einer Überschuldungsgefahr entgegen.

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Sogenannte Schwellenhaushalte sind bei einem Zinsanstieg in der Gefahr, die monatlichen Raten nicht mehr begleichen zu können.

Max Herbst, Inhaber der FMH Finanzberatung, rät zu einer langen Zinsbindungsfrist. „Mein Favorit ist zurzeit 20 Jahre fest. Es gibt zwischenzeitlich viele Angebote und bei der empfohlenen Tilgung von zwei bis drei Prozent besteht auch am Ende der Zinsbindung nur noch ein sehr geringes Zinsrisiko in der Anschlussfinanzierung. Die meisten Kunden werden auch eine Sondertilgung im Laufe von 20 Jahren vornehmen“, erläutert er.

Auch Stefan Scharfenorth, Geschäftsführer des Baufinanzierungsportals Baufi24, setzt auf eine lange Bindung: „Ich empfehle, die aktuell günstigen Zinsen möglichst lange festzuschreiben. Trotz eventuell kleiner Zinsaufschläge für eine längere Bindung lohnt es sich. Denn wesentlich niedriger werden die Zinsen nicht fallen. Wenn es eine signifikante Änderung gibt, dann mittelfristig nach oben.“

Vorteil der Planungssicherheit

Die lange Bindung gebe den Finanzierenden Planungssicherheit und gleichzeitig die Möglichkeit, hoch zu tilgen und nach der Zinsbindung im Idealfall nur noch eine geringe Restschuld zu haben.

„Eine Zinsfestschreibung von 15 oder 20 Jahren bietet eine höhere Zinssicherheit. Allerdings wird die längere Bindung durch einen höheren Darlehenszins ,erkauft‘. In Abwägung der Zinsaufschläge für eine längere Festschreibung und der Zinserwartung für die nächsten Jahre scheint aus heutiger Sicht eine Zinsfestschreibung von 15 Jahren besonders attraktiv“, sagt Christoph Zschätzsch, Leiter Banking- und Kreditprodukte für Privatkunden in Deutschland bei der Deutschen Bank.

In höhere Tilgung investieren

Dabei sollten die gegenüber einer noch längeren Festschreibung gesparten Zinsen in eine höhere Tilgung investiert werden. „Der Zinsunterschied zwischen zehnjährigen Darlehen und solchen über 15 oder 20 Jahre ist nicht riesig, sodass sich die Sicherheit einer längeren Zinsbindung lohnt. Wenn Kunden über 20 Jahre hinaus gehen wollen, ist der Aufschlag allerdings signifikant. In diesem Fall sollte genau abgewogen werden, welche Vor- und Nachteile die lange Festschreibung bringt“, ergänzt Jörg Haffner, Geschäftsführer bei Qualitypool.

Seite zwei: „Gefahr der Überschuldung“

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