10. März 2017, 08:45
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Dossier Baufinanzierung: Bleibt der Niedrigzins?

Immobilienkredite sind historisch günstig – das macht die eigene Immobilie für viele Bundesbürger erschwinglich. Doch wird dies so bleiben, oder steht eine Trendwende bei den Baufinanzierungszinsen bevor?

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Bis zum Jahresende könnte das Zinsniveau leicht ansteigen.

Nie kamen die Deutschen so günstig ins Eigenheim wie derzeit: Die Zinsen für Immobiliendarlehen verharren weiterhin auf historisch niedrigem Niveau. Diese Entwicklung macht die eigenen vier Wände für viele Bundesbürger erschwinglich.

Der Durchschnittszins für zehnjährige Hypothekendarlehen liegt nach Angaben der FMH-Finanzberatung derzeit bei 1,34 Prozent per annum (FMH-Index Stand 9. März 2017).

Der Grund für das weiterhin sehr günstige Baugeld ist die anhaltende Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank EZB.

Die Notenbank bestätigte diesen Kurs auf ihrer gestrigen Ratssitzung. EZB-Chef Mario Draghi kündigte an, den Leitzins vorerst weiter bei null Prozent zu belassen. Auch die gestiegene Inflationsrate ändere daran nichts, da der Zuwachs vor allem auf gestiegene Energiepreise zurückgehe. Sollten sich die wirtschaftlichen Aussichten eintrüben, wäre die EZB sogar bereit, die monatlichen Anleihekäufe notfalls wieder auszuweiten oder zu verlängern.

Seitwärtsbewegung erwartet

Damit wird das niedrige Zinsniveau vorerst erhalten bleiben. Nach den Ergebnissen des Interhyp-Bauzins-Trendbarometers rechnet die Mehrheit der befragten Experten in den kommenden Monaten mit einer Seitwärtsbewegung bei den Zinsen.

Nach Auffassung der Befragten machen Unsicherheiten wie der Brexit, die Wahlen in verschiedenen EU-Ländern oder die Politik der neuen US-Regierung eine Zinswende in der Eurozone zumindest kurzfristig unwahrscheinlich.

Langfristig müssen sich Immobilienkäufer laut Interhyp allerdings auf etwas höhere Zinsen einstellen. Die Mehrheit der Experten erwartet bis Jahresende ein höheres Zinsniveau und damit eine Verteuerung der Konditionen beim Baugeld.

Niedrigzinsen sichern

Daher gilt für alle, die ein Immobiliendarlehen abschließen wollen oder eine Anschlussfinanzierung benötigen, dass sie sich die aktuellen Niedrigzinsen möglichst langfristig sichern sollten.

“Ich empfehle, die aktuell günstigen Zinsen möglichst lange festzuschreiben. Trotz eventuell kleiner Zinsaufschläge für eine längere Bindung lohnt es sich. Denn wesentlich niedriger werden die Zinsen nicht fallen. Wenn es eine signifikante Änderung gibt, dann mittelfristig nach oben”, rät Stefan Scharfenorth, Geschäftsführer des Baufinanzierungsportals Baufi24. Die lange Bindung gebe den Finanzierenden Planungssicherheit und gleichzeitig die Möglichkeit, hoch zu tilgen und nach der Zinsbindung im Idealfall nur noch eine geringe Restschuld zu haben. (bk)

Welche Strategien Immobilienkäufer und Berater bei der Baufinanzierung verfolgen sollten, und wie sich der Vermittlermarkt wandelt, lesen Sie in Cash.-Ausgabe 04/2017.

 

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