Anzeige
9. April 2018, 08:48
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Bauboom in Deutschland: Berufsgenossenschaft dringt auf Arbeitsschutz

Angesichts des Baubooms in Deutschland pocht die Berufsgenossenschaft auf ausreichenden Schutz für Arbeiter auf den Baustellen. Durch Zeit- und Kostendruck entstünden Situationen, die dem Arbeitsschutz nicht immer zuträglich seien.

Bauboom in Deutschland: Berufsgenossenschaft dringt auf Arbeitsschutz

Gerade bei öffentlichen Auftraggebern wird die Sicherheit in der Planungsphase mitunter vernachlässigt.

“Es ist ganz klar: Es wird im Moment sehr viel gebaut. Auch die Bauzeiten haben sich immer weiter verkürzt”, sagte der Leiter der Präventionsabteilung der BG Bau, Bernhard Arenz. In der Bau- und Reinigungsbranche sind Arbeitsunfälle seit längerem rückläufig.

Nach vorläufigen Zahlen wurden 2017 etwa 103.200 meldepflichtige Arbeitsunfälle registriert – 2010 seien es noch 118.000 gewesen. Die Zahl der tödlichen Unfälle nahm dagegen zu: 88 Menschen starben bei Arbeitsunfällen, elf mehr als ein Jahr zuvor.

“Das ist natürlich nicht akzeptabel und es sind Zahlen, die wir ganz klar reduzieren müssen”, sagte Arenz der Deutschen Presse-Agentur. Die Zahl schwanke immer mal. Es müsse aber schon in der Planung eines Bauprojekts ausreichend an Sicherheit gedacht werden.

Bauherren vernachlässigen Sicherheit

“Die Bauherren haben eine gesetzliche Verpflichtung dazu über die Baustellenverordnung.” Gerade bei großen öffentlichen Auftraggebern werde das aber in der Planungsphase mitunter vernachlässigt.

Arbeitgeber und zuständige Ärzte müssen Arbeitsunfälle spätestens dann der Berufsgenossenschaft melden, wenn Beschäftigte wegen einer Verletzung mindestens drei Tage nicht arbeiten können.

Unfälle von Selbstständigen, die selbst Mitarbeiter haben, tauchen oft nicht in der Statistik auf, weil sie nicht in der Berufsgenossenschaft sein müssen. Sie können sich freiwillig versichern. Bei Beschäftigten zahlt dagegen das Unternehmen Beiträge zur Unfallversicherung.

Einweisung senkt Unfallrisiko

Der Gewerkschafter Hivzi Kalayci von der IG BAU ist regelmäßig auf Baustellen in Berlin unterwegs und meint: “Es wird unter sehr großem Zeitdruck gearbeitet.” Aus seiner Sicht könnte das Unfallrisiko leicht gesenkt werden.

Auf jeder Baustelle sei eine Gefahrenanalyse vorgeschrieben. Das werde gemacht, aber oft nicht gut an die Arbeiter weitergegeben. “Auf 80 Prozent der Baustellen, die ich besuche, haben die Beschäftigten keine Einweisung erhalten.”

Weil Fachkräfte fehlten, würde oft auf Quereinsteiger und Arbeiter aus Bulgarien oder Rumänien zurückgegriffen. Diese seien nicht immer gut vorbereitet in Sachen Arbeitsschutz, sagte Kalayci. Hinzu komme die Sprachbarriere.

Seite zwei: “Leichtsinn, Stress und Preisdruck”

Weiter lesen: 1 2

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 01/2019

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Fonds Finanz – Robotik – Moderne Klassik – Finanzanalyse

Ab dem 18. Dezember im Handel.

Cash. 12/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Goldfonds – Rock’n’Roll – Fondspolicen – Nachrangdarlehen

Versicherungen

Pflegeunterhalt: Wenn Kinder für ihre Eltern haften

Die Deutschen werden immer älter. Damit wächst auch die Zahl der pflegebedürftigen Menschen in Alten- und Pflegeheimen. Die Kosten hierfür sind hoch. Vielfach benötigen Eltern in diesem Fall die finanzielle Hilfe ihrer Kinder. Für diesen Fall gibt es genaue Regeln, wie eine Übersicht des Arag-Rechtsschutzes zeigt.

 

mehr ...

Immobilien

Wüstenrot Immobilien: Vermittlungsrekord und Absage an das Bestellerprinzip

Die Wüstenrot Immobilien GmbH (WI) konnte im abgelaufenen Geschäftsjahr 2018 erneut einen neuen Rekord bei den Vermittlungen verbuchen und spricht sich gegen das geplante Bestellerprinzip aus.

mehr ...

Investmentfonds

Anleger in der Zwickmühle – Argentinien als Alternative?

Anleger stecken aktuell in einer großen Zwickmühle: Aktienmärkte im Sinkflug, europäische Leitzinsen weiter bei null Prozent und die Nachrichtenlage lässt viele Anleger skeptisch auf die Entwicklung der Märkte schauen. Zu Recht? Und was wären die Alternativen?

mehr ...

Berater

Rankel: Mit Social Media Kunden gewinnen

Jeder zweite Facebook-Account eines Maklers ist inaktiv. Das zeigt: Viele Berater nehmen sich zwar vor, über Social Media Kunden zu gewinnen. Doch sie wissen nicht wie.

Die Rankel-Kolumne

mehr ...

Sachwertanlagen

Solar-Emission in Schwierigkeiten

Die te Solar Sprint IV GmbH & Co. KG warnt davor, dass sich gegenüber den Anlegern ihrer Nachrangdarlehen die Erfüllung der Verpflichtungen auf Zins- und Rückzahlung verschiebt. Es bestehe die Gefahr des Ausfalls von Forderungen gegenüber Projektgesellschaften.

mehr ...

Recht

BVI: Studie bestätigt Kostentransparenz bei Fonds

Der deutsche Fondsverband BVI bewertet die jüngste ESMA-Studie zu Kosten und Wertentwicklung von Finanzprodukten für Privatanleger positiv.

mehr ...