Anzeige
15. März 2018, 10:40
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Baufinanzierungen sicher, trotz höherer Summen und Monatsraten

Der Dr. Klein Trendindikator Baufinanzierung (DTB) zeigt eine Zunahme der Monatsrate. Gleiches gilt auch für die Höhe der Immobiliendarlehen. Michael Neumann, Dr. Klein Privatkunden AG, kommentiert die aktuellen Entwicklungen bei Baufinanzierungen in Deutschland.

Neumann in Baufinanzierungen sicher, trotz höherer Summen und Monatsraten

Michael Neumann, Dr. Klein: “Zwar steigt der benötigte Kredit für die Finanzierung des Hauses oder der Wohnung – im Verhältnis zu deren Wert verschulden sich die Darlehensnehmer aber nicht stärker.”

Der langsame Anstieg der Baufinanzierungszinsen setzte sich auch im Februar fort: Die Standardrate, die zur Vergleichbarkeit für ein Immobiliendarlehen in Höhe von 150.000 Euro mit zwei Prozent Tilgung und 80 Prozent Beleihungsauslauf berechnet wird, legte im Februar um vier Euro auf 470 Euro zu. Damit befindet sie sich in etwa auf dem Niveau des höchsten Wertes in 2017 (August: 469 Euro). Man muss allerdings nicht weit zurückblicken, bis sich diese vermeintliche Rekordsumme relativiert: 2015 lag die Standardrate in acht Monaten über dem aktuellen Niveau.

Darlehensvolumen immer größer, aber Beleihungsauslauf niedriger

Die durchschnittliche Höhe der Immobiliendarlehen steigt im Februar erneut: Das Kreditvolumen von mittlerweile 212.000 Euro übertrifft den bisherigen Höchstwert vom Dezember 2017. Der Trend zeigt also weiterhin klar nach oben und mit Blick auf die Immobilienpreise, die Dr. Klein im Trendindikator Immobilienpreise (DTI) auswertet, ist zumindest kurzfristig keine Entspannung zu erwarten.

Zwar steigt der benötigte Kredit für die Finanzierung des Hauses oder der Wohnung – im Verhältnis zu deren Wert verschulden sich die Darlehensnehmer aber nicht stärker: Der fremdfinanzierte Anteil am Immobilienwert, der Beleihungsauslauf, sinkt leicht auf 79,74 Prozent.

Zinsbindung wieder sehr lang, Tilgungssatz nimmt etwas ab

Darlehensnehmer rechnen langfristiger als in den letzten Monaten: Sie vereinbaren im Durchschnitt eine Zinsbindung von knapp 14 Jahren – so lang wie seit Ende 2015 nicht mehr. Verbunden mit einem zwar leicht sinkenden, aber immer noch hohen Tilgungssatz von 2,89 Prozent lässt das auf stabile Immobilienfinanzierungen schließen.

Kehrtwende für Forward-Darlehen?

Auf den momentan leichten, aber sukzessiven Anstieg der Bauzinsen reagieren Anschlussfinanzierer, indem sie sich mit einem Forward-Darlehen das jetzige Zinsangebot für einen späteren Zeitpunkt sichern: Zum ersten Mal seit September nimmt die Nachfrage wieder zu. Für das Festschreiben der Zinsen wird ein Forward-Aufschlag von momentan circa zwei Basispunkten je Monat fällig. Je nach Höhe des Darlehens und Länge des Zeitraums, den es zu überbrücken gilt, sind die Kosten dieser Finanzierungsart überschaubar. Vor allem für Immobilienbesitzer, die weniger risikoaffin sind und die die Anschlussfinanzierung unter Dach und Fach bringen wollen, bietet sich diese Darlehensform zurzeit an.

Der Anteil an klassischen Annuitätendarlehen, für deren Bereitstellung meistens nur wenige Monate keine Zinsen bezahlt werden müssen, nimmt im Februar etwas ab. Mit 79,72 Prozent liegt er zwar hinter Januar und Dezember, befindet sich aber immer noch auf einem sehr hohen Niveau.

Änderungen der Konditionen beu der KfW-Bank

KfW-Darlehen legen weiterhin leicht zu, erreichen mit 4,84 Prozent aber noch nicht wieder die Fünf-Prozent-Marke, über der sie sich bis Oktober letzten Jahres durchgängig bewegt haben. Abzuwarten bleibt, ob die Nachfrage in den nächsten Wochen steigt: Ab dem 17. April ändert die KfW-Bank die Konditionen für einige Programme. Wer für “Energieefizientes Bauen” beispielsweise eine lange Zinsbindung wünscht, sollte sich diesen Kredit möglichst noch vor diesem Stichtag sichern.

Anstieg bei variablen Darlehen

Variable Darlehen machen einen solch geringen Anteil am Gesamtvolumen der Baufinanzierungen aus, dass sie in Analysen kaum Erwähnung finden. Im Februar allerdings steigen sie von 0,71 auf 1,14 Prozent – und damit auf den höchsten Wert seit knapp zwei Jahren. Der Zins dieses Darlehens ist nicht festgelegt, sondern wird alle drei Monate an die aktuellen Marktbedingungen angepasst. Der variable Kredit kann aber alle drei Monate gekündigt oder in ein Annuitätendarlehen umgewandelt werden – das macht es als Übergangslösung ideal.

Michael Neumann ist Vorstand der Dr. Klein Privatkunden AG, Lübeck.

Foto: Florian Sonntag

Newsletter bestellen Alle News zu Objekten, Standorten und Finanzierungen... werktags 16.30 Uhr!

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 05/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Arbeitskraftabsicherung – Private Equity – Büroflächenmangel – Datenschutz

Rendite+ 1/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Marktreport Sachwertanlagen – Windkraft – Vermögensanlagen – Bitcoin & Co.

Ab dem 22. März im Handel.

Versicherungen

BPK 2017: HanseMerkur legt deutlich zu

Die HanseMerkur Versicherungsgruppe hat auf ihrer diesjährigen Bilanzpressekonferenz die Unternehmenszahlen präsentiert. Vorstandsvorsitzender Eberhard Sautter zeigt sich angesichts eines schwierigen Jahres 2017 hochzufrieden mit den Ergebnissen.

mehr ...

Immobilien

Stärkster Preisanstieg bei Wohnimmobilien seit Mitte 2017

Die unstete Preisentwicklung der letzten Monate bei Wohnimmobilien setzte sich auch im März fort: Ausgerechnet die Preise für Neubauhäuser, die in den letzten zwölf Monaten immer angestiegen waren, gingen im März 2018 im Vergleich zum Vormonat um 0,22 Prozent zurück. Derweil stiegen die Preise für Bestandshäuser und Eigentumswohnungen mit jeweils über einem Prozent vergleichsweise deutlich.

mehr ...

Investmentfonds

Draghi lässt sich von gestiegenen Rohstoffpreisen nicht beeindrucken

Der zunehmende Inflationsdruck führt dazu, dass einige Marktteilnehmer befürchten, die Europäische Zentralbank könnte den Leitzins schneller als bisher erwartet anheben. Doch es gibt Gründe, die dafür sprechen, dass die Geldpolitik zunächst expansiv bleibt.  Gastbeitrag von Carsten Mumm, Donner & Reuschel 

mehr ...

Berater

Ex-Sparkassenchef muss doch nicht vor Gericht

Der ehemalige Sparkassenpräsident Georg Fahrenschon muss doch nicht vor Gericht. Der frühere bayerische Finanzminister soll per Strafbefehl zu 140 Tagessätzen wegen Steuerhinterziehung verurteilt werden, wie Oberstaatsanwältin Anne Leiding ankündigte. Darauf hätten sich die beteiligten Parteien in einem Rechtsgespräch geeinigt.

mehr ...

Sachwertanlagen

HSH-Abwicklungsbank sieht Schifffahrtskrise durchschritten

Die Abwicklungsgesellschaft der Länder Hamburg und Schleswig-Holstein für faule Schiffskredite der HSH Nordbank hat im Jahr 2017 einen Verlust von 44,4 Millionen Euro gemacht und damit das Minus deutlich reduziert.

mehr ...

Recht

Bürgschaften sind keine nachträglichen Anschaffungen

Wird ein Gesellschafter im Insolvenzverfahren als Bürge für Verbindlichkeiten der Gesellschaft in Anspruch genommen, so kann er dies nicht mehr als nachträgliche Anschaffungskosten werten und somit auch nicht mehr steuermindernd geltend machen. Dies entschied der Bundesfinanzhof (BFH) in einem aktuellen Urteil (Aktenzeichen: IX R 36/15). Gastbeitrag von Holger Witteler, Kanzlei Husemann, Eickhoff, Salmen & Partner

mehr ...