Immobilien-Konjunktur-Index: Immobilienprofis erwarten Ende des Booms

Der deutsche Wohnimmobilienmarkt erlebt seit Jahren einen Höhenflug mit deutlichen Preissteigerungen. Nun jedoch erwarten Branchenprofis ein Ende dieser Phase, so das Ergebnis des neuen Immobilien-Konjunktur-Index von Immowelt. Die Stimmung kühle sich ab.

Die Preise für Wohnimmobilien haben in den vergangenen Jahren vielerorts Rekordzuwächse verbucht.

Zeichnet sich das Ende der Boomphase am deutschen Immobilienmarkt ab? Die Ergebnisse eines neuen Index von Immowelt deuten darauf hin.

Die Auswertung ergebe ein breites Bild des aktuellen Wohnimmobilienbooms – der aus Sicht der Befragten in absehbarer Zukunft wahrscheinlich auslaufen werde. Mit 100,1 Punkten notiere der Immobilien-Konjunktur-Index (IKI) zwar solide (Stand drittes Quartal 2018, Basisjahr 2016: 100 Punkte). Dieser Stand erkläre sich aber vor allem durch die aktuelle Situation, die mit 102,3 Punkten bewertet wird.

Die Erwartungen der Immobilienprofis für die kommenden Monate liegen hingegen bei lediglich 98,0 Punkten. Zum Vergleich: Den bisherigen Höchststand erreichten die Geschäftserwartungen im IKI Anfang 2012 mit 111,5 Punkten. Mit dem IKI präsentiert die Immowelt AG nach eigenen Angaben die Ergebnisse eines lang angelegten Forschungsprojekts. Bereits seit 2011 würden die Stimmung und Erwartungen unter deutschen Immobilienprofis erhoben und ausgewertet.

Mangelndes Angebot treibt den Boom

Bemerkenswert sei, dass die seit Jahren anhaltende Hochphase im Immobilienbereich aus Sicht der Befragten vor allem vom mangelnden Angebot bestimmt wird. Am Angebotsklima kann über die Jahre das Abschmelzen des Wohnimmobilienbestandes und der schleppende Neubau nachverfolgt werden: Anfang 2012 notierte der Angebotsindex im IKI bei 118,3 Punkten. Der bisherige Tiefststand wurde Ende 2015 mit 96,4 Punkten erreicht.

Die steigenden Baugenehmigungs- und Baufertigstellungszahlen seitdem haben das Angebotsklima wieder auf solide 102,4 Punkte steigen lassen. Die Immobilienprofis erkennen also eine Verbesserung aufseiten des Angebots, während die Nachfrage bei 97,3 Punkten und somit leicht unter dem sehr guten Wert von 2016 verharrt. Da der Immobilienmarkt naturgemäß nur träge reagiert, scheint sich nach den Jahren ohne nennenswerte Zuwächse auf der Angebotsseite das Verhältnis zwischen Angebot und Nachfrage langsam zu stabilisieren, so Immowelt.

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Seite 2: Zeit der großen Preissprünge endet

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