16. April 2018, 10:01
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Mehr als 10.000 protestieren in Berlin gegen steigende Mieten

Es war die bislang größte Demonstration gegen steigende Mieten in Berlin: Mehr als 10.000 Menschen sind am Samstag gegen rücksichtslose Profitgier der Eigentümer und die aus ihrer Sicht verfehlte Wohnungspolitik des Staates auf die Straße gegangen.

Mehr als 10.000 protestieren in Berlin gegen steigende Mieten

Trotz strömenden Regens – eine so rege Beteiligung ist selbst für die Hauptstadt neu.

Die Veranstalter sprachen sogar von 25.000 Teilnehmern. Familien mit Kindern, Studenten und Rentner, junge und alte Paare, auch Rollstuhlfahrer zogen unter dem Slogan “Widerstand – gemeinsam gegen Verdrängung und Mietenwahnsinn” vom zentralen Potsdamer Platz durch die Stadtteile Kreuzberg und Schöneberg. Dazu aufgerufen hatten mehr als 250 Initiativen und Organisationen.

Trotz strömenden Regens – eine so rege Beteiligung ist selbst für die Hauptstadt neu: Bei Demonstrationen gegen steigende Mieten 2016 und 2017 wurden jeweils nur mehrere Hundert Teilnehmer gezählt.

Mieten haben sich mehr als verdoppelt

Das Mietenwachstum wird unter anderem durch den starken Zuzug beschleunigt: In den vergangenen zehn Jahren stieg die Einwohnerzahl Berlins laut Statistischem Landesamt um mehr als 350.000 auf gut 3,7 Millionen.

Das Bündnis “Bezahlbare Mieten Neukölln” berichtete, dass Mieten in dem Stadtteil zwischen 2009 und 2017 um bis zu 143 Prozent gestiegen seien.

Die gut gelaunten Demonstranten trugen Transparente, auf denen “Wohnraum statt Weltraum”, “Einer für alle, alle für einen” oder “Mieter sind keine Zitronen” stand. Sprechchöre waren zu hören: “Wenn die Mieten steigen, rufen wir enteignen”.

Parteien sehen unterschiedliche Gründe

Berlins Bausenatorin Katrin Lompscher (Linke), die selbst mitdemonstrierte, sah die Bundesregierung in der Pflicht. “Als allererstes brauchen wir tatsächlich Umsteuerungen im Mietrecht”, erklärte sie.

Dass bei bestehenden Verträgen die Miete um 15 Prozent in drei Jahren steigen dürfe, sei zu hoch. Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) erklärte in einer Mitteilung: “Berlin hat alle vorhandenen gesetzlichen Instrumente ausgeschöpft. Der Bund muss jetzt liefern.”

Die Berliner CDU dagegen sah die Verantwortung bei der rot-rot-grünen Landesregierung. “Berlins Mietenproblem entsteht nicht, weil mit Wohnungen Geld verdient wird, sondern weil der Senat schlichtweg zu wenig baut”, erklärte der Abgeordnete Christian Graeff. (dpa-AFX)

Foto: Picture Alliance

 

Mehr Beiträge zum Thema Wohnimmobilien:

EU will mehr Tempo bei Sanierung von Gebäuden

BFW: Baulandmangel gefährdet Wohnungsbauziele

Wohnen mit Balkon: Mieter zahlen bis zu 31 Prozent mehr

Ihre Meinung



 

Versicherungen

Grüne wollen Marktmacht der großen Wirtschaftsprüfer aufbrechen

Die Grünen wollen die Marktmacht der vier großen Wirtschaftsprüfungsgesellschaften aufbrechen. Die finanzpolitische Sprecherin der Grünen-Bundestagsfraktion, Lisa Paus, sagte, öffentliche Aufträge müssten auch an mittelständische Wirtschaftsprüfer gehen. Außerdem forderte sie eine strikte Trennung von Beratung und Wirtschaftsprüfung.

mehr ...

Immobilien

Prognose: Immobilienmarkt trotzt der Coronakrise

Der Immobilienboom in Deutschland wird nach Einschätzung von Fachleuten der Coronakrise weiter trotzen. Ein großer Teil der Treiber bleibe trotz der Pandemie intakt, heißt es in einer Prognose des Hamburger Gewos Instituts für Stadt-, Regional- und Wohnforschung.

mehr ...

Investmentfonds

Ninty One sieht bei Aktien die Schwellenländer ganz vorne

Im Aktienbereich bieten der Fondsgesellschaft Ninety One zufolge aktuell vor allem Schwellenländerwerte interessante Anlagemöglichkeiten. Daher bevorzugt die Gesellschaft entsprechende Aktien momentan gegenüber europäischen und US-Werten. Zur Begründung verweisen die Experten unter anderem auf die bislang effektivere Bekämpfung der Corona-Krise in den Emerging Markets, verglichen mit anderen Regionen.

mehr ...

Berater

Allianz Private Krankenversicherung überarbeitet Optionstarif Option Flexi Med

Die Allianz Private Krankenversicherung (APKV) hat ihren Optionstarif Option Flexi Med überarbeitet. Ab sofort werden allen Kunden volle Kalenderjahre, die sie in diesem Tarif versichert sind, als so genannte „leistungsfreie Zeit“ gutgeschrieben.

mehr ...

Sachwertanlagen

Corestate: Mega-Deal mit ehemaligem Quelle-Areal in Nürnberg

Der Immobilien- und Investment-Manager Corestate Capital Group hat den Hauptabschnitt der Trophy-Quartiersentwicklung “The Q” in Nürnberg für einen Fonds der Bayerischen Versorgungskammer (BVK) erworben. Das Investitionsvolumen der Transaktion beläuft sich auf über 300 Millionen Euro. 

mehr ...

Recht

Freiwilligendienste zählen auch für die Rente

Freiwilligendienste und freiwilliger Wehrdienst gelten als Beschäftigung. Wer sich hier engagiert, tut zugleich etwas für sein Rentenkonto. Darauf weist die Deutsche Rentenversicherung hin.

mehr ...