22. Februar 2018, 11:16
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Reform der Altersvorsorge für die Rentenphase

Die Erhöhung des Rentenalters ist ein effizienter Weg um der Herausforderung durch das sinkende Verhältnis von Menschen im Erwerbsalter zu Menschen im Rentenalter zu begegnen. In der Tat gibt es viele Menschen die auch mit 70 noch arbeiten müssen oder wollen (Joachim Gauck war bis 77 Präsident). Auf der anderen Seite gibt es jedoch auch Menschen oder Berufsgruppen für die ein Rentenalter von 65 schon eine Herausforderung darstellt. Ein erstes Ziel muss es demnach sein, das Renteneintrittsalter flexibler zu gestalten und Schwellenwerte bezüglich der Beitragsjahre zu vermeiden.

Rentenalter muss nicht zwingend erhöht werden

Um das Verhältnis von Erwerbstätigen zu Rentnern zu erhöhen, muss nicht notwendigerweise das Rentenalter erhöht werden. In Deutschland sind lediglich rund 60 Prozent der Menschen im Erwerbsalter auch tatsächlich erwerbstätig. Auch wenn eine Erwerbsquote von 100 Prozent nicht erreichbar ist, so würde eine Erhöhung auf 70 Prozent (derzeit in der Schweiz) schon einen bedeutenden Teil des erwarteten Rückgangs an Menschen im Erwerbsalter kompensieren.

Um die Erwerbsquote zu erhöhen, sind insbesondere die folgenden Hebel von Bedeutung:

  • Reduktion der Arbeitslosigkeit (z.B. durch Bildung)
  • Reduktion der Frühverrentung (z.B. altersgerechtes und flexibles Arbeitsumfeld)
  • Erhöhung des Anteils an erwerbstätigen Frauen (z.B. familiengerechtes und flexibles Arbeitsumfeld)

Transparente Rente ist sicher!

Die Alterung der Bevölkerung stellt das Rentensystem vor große Herausforderungen. Diese Herausforderungen können über verschiedene Dimensionen (Säulen) gemeistert werden und müssen nicht zwangsläufig zu immer höheren Beitragssätzen und Renteneintrittsalter führen. Wichtig ist langfristige Transparenz. Das Rentensystem ist dabei effizienter, flexibler und nachhaltiger aufzustellen. Jeder sollte auf einfache Weise fortlaufend erkennen können, welche Leistungen er aktuell und in Zukunft erhält.

Die Autoren sind Ekkart Kaske, Executive Director des European Justice Forum, und Dr. Christian Hott, Economic Advisor.

Foto: Shutterstock, Kaske, Hott

 

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