7. Februar 2018, 10:21
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Rente: Armutsrisiko für Erwerbsgeminderte bleibt hoch

Die gesetzliche Erwerbsminderungsrente wird durch eine Verlängerung der Zurechnungszeit künftig höher ausfallen. Das Risiko der Altersarmut für Betroffene wird trotzdem auch in Zukunft außerordentlich hoch bleiben, so der Versicherer Universa.

Rente: Armutsrisiko für Erwerbsgeminderte bleibt hoch

Für die Berechnung der Erwerbsminderungsrente wird einzig das Restleistungsvermögen am Arbeitsmarkt bewertet.

Laut Universa müssen pro Jahr etwa 170.000 Deutsche frühzeitig in Rente gehen, die krankheitsbedingt nicht mehr – oder nur stark eingeschränkt – arbeitsfähig sind.

Die gesetzliche Rente für Erwerbsgeminderte sei bisher so berechnet worden, als hätte die jeweilige Person fiktiv bis zum 62. Lebensjahr weiter gearbeitet. Bis zum Jahr 2024 werde diese Zurechnungszeit jedoch schrittweise auf 65 Jahre verlängert.

So erhöhe sich die Rente stufenweise, allerdings nur für Neurentner. Diejenigen, die bereits eine Erwerbsminderungsrente beziehen, profitieren nicht von der Neuregelung.

Durchschnittlich habe der Zahlbetrag für Neurentner 2016 bei rund 697 Euro im Monat gelegen, was ein Grund für das überproportional hohe Armutsrisiko bei Erwerbsgeminderten sei.

Berufstätige kennen Zusammenhänge kaum

Ein Problem bei der Thematik der Erwerbsminderungsrente sind Universa zufolge die mangelnden Kenntnisse der Berufstätigen. So sei vielen nicht bewusst, dass ihre bisherige Berufslaufbahn nicht berücksichtigt werde, sondern nur ihr Restleistungsvermögen am allgemeinen Arbeitsmarkt.

Liege dieses unter drei Stunden täglich, werde die volle Erwerbsminderungsrente ausgezahlt, was auch in der jährlichen Renteninformation der Deutschen Rentenversicherung ausgewiesen werde.

In dieser werde jedoch nicht erwähnt, dass es nur die halbe Rente gebe, wenn das Restleistungsvermögen nur drei bis sechs Stunden täglich betrage. Ab sechs Stunden entfalle der Anspruch zudem komplett.

Private Absicherung empfehlenswert

Eine private Berufsunfähigkeitsrente könne die eigene Arbeitskraft hingegen weitaus komfortabler absichern. Diese werde bereits ab einer Berufsunfähigkeit (BU) von 50 Prozent bezahlt.

Laut Universa sollten Verbraucher jedoch darauf achten, dass die Rente rückwirkend ab dem ersten Tag gezahlt wird und keine Leistungseinschränkung bei einer verspäteten Meldung erfolgt.

Darüber hinaus sollte der BU-Prognosezeitraum für höchstens sechs Monate festgelegt sein und keinerlei abstrakte Verweisungen auf einen anderen Beruf erfolgen. (bm)

Foto: Shutterstock

 

Mehr Beiträge zum Thema Rente:

Rentenpläne polarisieren

Ordnungspolitische Sünden am Fließband

Neue Mütterrente bei Grünen-Wählern am beliebtesten

Ihre Meinung



 

Versicherungen

Entscheidung über Provisionsdeckel erneut verschoben

Auch an diesem Mittwoch hat die Bundesregierung nicht über den Provisionsdeckel in der Lebensversicherung entschieden.

mehr ...

Immobilien

EU-Kriterienkatalog: Green Finance für Immobilien

Der Kampf um die Pariser Klimaziele geht in eine neue Runde. Lange wurde er erwartet, jetzt ist er endlich da – der Kriterienkatalog der EU, der  Investoren und Finanzierern Aufschluss über die Nachhaltigkeit von Investments geben soll.

mehr ...

Investmentfonds

Facebooks Libra macht Kryptowährungen massentauglich – auch ohne Banken

Mehr als 2,4 Milliarden potenzielle Nutzer für Facebooks Kryptowährung Libra: Gelingt es Facebook nach der Revolutionierung der privaten und öffentlichen Kommunikation nun auch, das globale Geldsystem zu revolutionieren?

mehr ...

Berater

So erreichen Sie jeden Kunden

Wo informieren sich Konsumenten über Produkte und Dienstleistungen? Für 59 Prozent der volljährigen Verbraucher in Deutschland sind Onlinemedien im Web 1.0 die meistgenutzte Quelle für solche Produktinfos, für 22 Prozent hingegen traditionelle Medien wie Zeitungen und Fernsehen. Welcher Kanal und welcher Stil im Einzelfall die richtige Wahl für eine erfolgreiche Kundenansprache ist, hängt von der jeweiligen Zielgruppe ab.

mehr ...

Sachwertanlagen

Die Top 5 der Woche: Sachwertanlagen

Was waren die interessantesten Sachwert-Themen und Meldungen der Woche? Welche Beiträge wurden von den Cash.Online-Lesern besonders häufig geklickt? Unser Wochen-Ranking zeigt das Wichtigste auf einen Blick.

mehr ...

Recht

Trennung nach Schenkung: Geld zurück, bitte!

Geldgeschenke der Eltern eines Partners müssen zurückgezahlt werden, wenn sich das Paar kurze Zeit nach der Schenkung trennt. Das hat der Bundesgerichtshof entschieden (Urteil vom 18. Juni 2019 – X ZR 107/16).

mehr ...