16. Februar 2018, 11:28
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Altersvorsorge: Jeder Sechste sorgt nicht vor

Immer mehr Deutsche sind von zukünftiger Altersarmut bedroht, denn jeder Sechste sorgt nicht für das eigene Rentenalter vor, unter den Geringverdienern sogar jeder Dritte. Das geht aus einer aktuellen Studie des Verbraucher-Ratgebers Finanztip hervor.

Altersvorsorge: Jeder Sechste sorgt nicht vor

Viele Verbraucher fühlen sich überfordert von der Menge verschiedener Produkte am Markt für Altersvorsorge.

Selbst diejenigen Verbraucher, die monatlich etwas für die Altersvorsorge zur Seite legen, investieren laut Finanztip häufig in die falschen Produkte.

Aus diesem Grund haben die Experten des Ratgebers einen neuen Altersvorsorge-Wegweiser entwickelt. Dieser solle dabei helfen, einen Weg durch das unübersichtliche Produkt-Dickicht zu finden.

Richtiges Produkt macht Vorsorge günstiger

Bleibe die gesetzliche Rente, gemäß einem aktuellen Beschluss der Koalitionsparteien auf einem Niveau von 48 Prozent, so bekomme ein Durchschnittsverdiener nach einem vollen Arbeitsleben etwa 1.100 Euro Rente nach Steuern und Sozialabgaben ausgezahlt.

Ein heute 30-Jähriger, der als Rentner 400 Euro mehr zur Verfügung haben möchte, müsse 37 Jahre lang ganze 240 Euro im Monat zurücklegen. Alle Beiträge sind in heutiger Kaufkraft angegeben.

“Liegt die Rendite des Ersparten bei zwei Prozent über Inflation, sinkt die nötige Sparrate in unserem Bespiel auf nur 135 Euro“, sagt Sara Zinnecker, Expertin für Geldanlage bei Finanztip. Daher sei die Wahl des richtigen Altersvorsorge-Produkts entscheidend.

Viele Verbraucher überfordert

Laut Finanztip ist der Markt für Altersvorsorge-Produkte jedoch riesig und voller schlechter Angebote. “Es gibt zum Beispiel allein 277 Rürup-Tarife von insgesamt 40 Anbietern“, sagt Zinnecker.

Davon sei ein Großteil der deutschen Verbraucher überfordert, was dazu den Ergebnissen der Finanztip-Studie dazu führe, dass viele ihr Geld falsch anlegen.

“Mehr als jeder vierte Durchschnittsverdiener, der privat vorsorgt, steckt sein Geld ins Sparschwein ohne Aussicht auf irgendeine Rendite“, bedauert Zinnecker.

Wegweiser hilft bei der Suche

Anhand von einfachen Fragen zu Themen wie den Zukunftsplänen und der eigenen Risikobereitschaft führe der Altersvorsorge-Wegweise von Finanztip leicht zum richtigen Vorsorgemodell.

“Wir haben uns zudem angesehen, ob es eine staatliche Förderung oder Steuervorteile gibt“, erklärt Zinnecker. Wer danach konkretere Empfehlungen zu den Möglichkeiten der jeweiligen Vorsorge suche, könne diese auf den Seiten von Finanztip finden.

Für die Studie befragten die Experten mehr als 1.000 Verbraucher ab 18 Jahren, die in einem eigenen Haushalt leben und für die Altersvorsorge verantwortlich oder mitverantwortlich sind. (bm)

Foto: Shutterstock

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