Vonovia-Chef: Bei Modernisierungen früher auf Mieter zugehen

Während gegen den Willen der Mieter in den Wohnungen nichts gemacht werde, könnten bei der energetischen Sanierung ganzer Häuser einzelne Wohnungen nicht herausgenommen werden.

Im Durchschnitt würde Vonovia nicht die erlaubten elf Prozent, sondern nur etwa sieben Prozent der Modernisierungskosten auf die Miete umlegen, was zu einer durchschnittlichen Anhebung der Kaltmiete von rund 1,60 Euro je Quadratmeter führe.

Vonovia investiere jährlich bis zu 1,4 Milliarden Euro in Neubau, Modernisierung und Instandhaltung. Angesichts eines „dramatischen“ Mangels an Handwerkern sei kein Anstieg der Investitionen möglich.

Zukäufe in Deutschland derzeit schwer

„Ich bin froh, wenn wir die halten können“, sagte Buch. Für Vonovia-Mieter führe der Engpass bei Handwerkern oft zu längeren Wartezeiten bei nicht dringenden Reparaturen. „Die Mieter akzeptieren zwei Wochen. Dann verstehe ich die Unzufriedenheit“, meinte er.

Vonovia verwaltet rund 394.000 Wohnungen in Deutschland und ist in den vergangenen Jahren stark durch Übernahmen gewachsen. Angesichts der hohen Immobilienpreise in Deutschland seien Zukäufe im Inland derzeit schwieriger.

„Im Moment passt die Miete oft nicht zum Kaufpreis“, sagte Buch. „Irgendwann werden die Käufe wieder billiger, dann kaufen wir wieder, wenn es passt.“

Mangel an Baukapazitäten, Genehmigungen und Grundstücken

Nach Zukäufen in Österreich und Schweden könne er sich ein weiteres Wachstum in diesen Ländern vorstellen. Betrachtet werde auch Frankreich. Konkrete Ziele wollte der Vonovia-Chef nicht nennen: „Wir können auch ohne Zukäufe leben.“

Der Bau dringend benötigter neuer Wohnungen in deutschen Metropolen wird Buch zufolge nicht von fehlenden Finanzmitteln gebremst. „Geld haben wir genug, auch dieses Land hat genug Geld“, sagte er. Es fehlten einfach die Baukapazitäten und die Genehmigungen.

Zudem gebe es nur bedingt Grundstücke. Für Vonovia ergebe sich vor allem wegen der langen Wartezeiten für Baugenehmigungen ein Problem. „Wir haben gesagt, 2000 Wohnungen pro Jahr zu bauen und bekommen dies aber wegen der fehlenden Baugenehmigungen nicht hin“, beklagte er. (dpa-AFX)

Foto: Picture Alliance

 

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