Wohneigentum: Nürnbergs Umland ist mitunter teurer als die Frankenmetropole

In der 40-Minuten-Zone steigen die Angebotspreise teilweise wieder an. Grund dafür ist das hohe Preisniveau in Erlangen, das auch auf viele Gemeinden in der unmittelbaren Nähe preistreibend wirkt. An der Spitze ist Uttenreuth – Häuser kosten in der Kleinstadt mit 527.000 Euro sogar etwas mehr als in Nürnberg.

Die Anziehungskraft Erlangens durch gut dotierte Jobs im Wissenschafts- und Technologiesektor strahlt auf die umliegenden Gemeinden ab. Zudem ist dort noch mehr Platz zum Bauen als direkt in der Stadt, sodass größere Neubauprojekte entstehen.

Neben Uttenreuth lässt sich das auch in Neunkirchen am Brand (480.000 Euro) und Forchheim (440.000 Euro) beobachten. Doch auch rund um Erlangen gibt es noch preiswerte Städte: In Eggolsheim (299.000 Euro) oder Adelsdorf (330.000) finden Familien vergleichsweise günstige Häuser und sind trotzdem schnell in der Großstadt.

Bis zu einer Stunde nach Nürnberg: Große Preisunterschiede

Eine Stunde von Nürnberg entfernt finden Immobilienkäufer einerseits Schnäppchen wie in Schlüsselfeld, andererseits gibt es aber auch teure Orte. Ein Beispiel dafür ist Beilngries: In der 60 Minuten entfernten Gemeinde kosten Häuser im Median 422.000 Euro und damit lediglich 20 Prozent weniger als in Nürnberg.

Die Lage zwischen Ingolstadt und Nürnberg direkt an der Autobahn macht Beilngries für Pendler in beide Städte interessant. Für Käufer mit geringerem Budget kommen hingegen eher Pegnitz, Sulzbach-Rosenberg oder Gunzenhausen infrage, wo Häuser im Mittel noch unter 250.000 Euro kosten.

Bamberg nimmt Sonderrolle ein

Eine Sonderrolle in der Betrachtung nimmt Bamberg ein. Die Studentenstadt befindet sich zwar innerhalb des 60-Minuten-Radiuses, ist aber dennoch deutlich teurer als Nürnberg. Für 560.000 Euro werden Häuser dort angeboten. Die Stadt in Oberfranken wächst seit Jahren kontinuierlich, verfügt über eine renommierte Universität und hat eine geringe Arbeitslosenquote.

Ähnlich wie in Erlangen hat die große Attraktivität Auswirkungen auf die umliegenden Gemeinden. Weiterhin zählen sowohl Bischberg (367.000 Euro) im Osten als auch Memmelsdorf (350.000 Euro) im Westen zu den teuersten Städten in der 60-Minuten-Zone.

Doppelt so starke Anstiege im Umland

Die hohen Preise in Nürnberg haben dazu geführt, dass die Nachfrage in den Umlandgemeinden stark zugenommen hat. Die Folge: Es wird viel neu gebaut. Die Hauspreise sind dadurch in den vergangenen 5 Jahren teilweise sogar doppelt so stark gestiegen wie in der Frankenmetropole, wo sie sich um 42 Prozent verteuert haben.

Den größten Preissprung verzeichnet Cadolzburg: In der Marktgemeinde müssen Käufer 88 Prozent mehr zahlen als noch 2013. Im Mittel kosten Häuser inzwischen 498.000 Euro. Auch Heilsbronn (+84 Prozent) und Pommelsbrunn (+82 Prozent) verzeichnen starke Preissteigerungen. Alle drei Städte liegen mindestens 40 Minuten Fahrzeit von Nürnberg entfernt.

 

Foto: immowelt

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