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10. Oktober 2005, 00:00
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BAI kritisiert BaFin

Der Bundesverband Alternativer Investments (BAI) kritisiert die Äußerungen der Bundesanstalt für Finanzaufsicht (BaFin) über Rolle und Bedeutung der Hedgefonds. Die gegenwärtig von der deutschen Finanzaufsicht geführte Debatte über die Beaufsichtigung von Hedgefonds, bei denen es sich nach Ansicht von BaFin-Präsident Jochen Sanio um ?schwarze Löcher mit exzessiver Verschuldung? handelt, wird der Anlageklasse der Hedgefonds nicht gerecht und schadet dem Finanzplatz Deutschland, so der BAI. Sanio hatte sich in jüngster Vergangenheit mehrfach öffentlich in pauschalierender Weise über Hedgefonds geäußert, die mittlerweile zu einer ?ziemlichen Gefahr für die Stabilität des Finanzsystems geworden? seien, ohne dabei seinen Argwohn gegen diese Anlageklasse zu begründen.

Laut BAI erfüllen Hedgefonds im internationalen Finanzgefüge eine wichtige Funktion, indem sie Risiken übernehmen, die andere Investoren scheuen und den Markt mit Liquidität versorgen. Die Nutzung von Marktintransparenzen als Korrektiv zu traditionellen Anlageformen sei wichtiger Bestandteil stabiler Kapitalmärkte. Systematische Risiken für das globale Finanzsystem gehen von Hedgefonds nicht aus, so die Lobby der Alternativen Investments. Was die Beteiligung an börsennotierten Unternehmen betrifft, seien Hedgefonds genauso transparent wie andere Investoren. Diese Ansicht werde von vielen Wissenschaftlern und führenden Marktexperten (u.a. dem Internationalen Währungsfonds (IWF), der US-Notenbank sowie der Aufsichtsbehörde in Großbritannien (SFA)) geteilt.

Der internationale Dachverband der Wertpapieraufsichtsbehörden IOSCO will laut BAI in den kommenden Monaten Risiken von Hedgefonds für das globale Finanzsystem analysieren und internationale Regulierungsmöglichkeiten prüfen. Bei aller Sorge um makroökonomische Stabilität und Anlegerschutz dürfe nach Einschätzung des BAI nicht übersehen werden, dass eine allzu restriktive Beaufsichtigung finanzielle Innovationen übermäßig einschränke und die Fähigkeit des Marktes ersticken kann, Investorenbedürfnisse zu erfüllen.

Nicht zuletzt die Erfahrungen auf dem noch jungen deutschen Hedgefondsmarkt zeigen, dass übertrieben strenge Transparenzanforderungen innovative Fondsmanager von einem Engagement abschrecken, was bislang einer stabilen Marktentwicklung in Deutschland entgegenwirkt. Die pauschale und unbegründete Verunglimpfung der gesamten Hedgefondsbranche im Vorfeld der IOSCO-Untersuchung durch die deutsche Finanzaufsicht wird diesen Trend in Deutschland eher verstärken und ist nach Ansicht des BAI geeignet, den Hedgefonds-Standort Deutschland zu beschädigen, der vom Gesetzgeber im Jahr 2004 mit dem neuen Investmentmoderisierungsgesetz gefördert werden sollte. Auch verunsichern solche Äußerungen diverse institutionelle Investoren, die gerade dabei sind diese neuen Möglichkeiten zu einer verbesserten Diversifikation der Kapitalanlagen zu nutzen, so der BAI.

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