Anzeige
3. Dezember 2014, 11:25
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Investec: “Ölpreis 2016 bei über 115 US-Dollar”

Nach der Entscheidung der OPEC, an ihren Förderquoten festzuhalten, dürfte der Ölpreis seine Talsohle bald durchschritten haben. Das ist die Einschätzung von Tom Nelson und Charles Whall von Investec Asset Management.

L750 in Investec: Ölpreis 2016 bei über 115 US-Dollar

Investec erwartet steigenden Ölpreis.

 

“Wir glauben weiterhin, dass das Ölangebot mit der Nachfrage auf mittlere Sicht nicht Schritt halten kann. Dieser Punkt könnte nun sogar noch schneller erreicht werden”, erklärt Nelson, der gemeinsam mit Whall den Investec GSF Global Energy Fund (LU0345780018) verwaltet.

Produktionswachstum durch Schieferöl

Die OPEC wolle die Ölpreise niedrig halten und das Produktionswachstum außerhalb des Förderkartells verlangsamen. Derzeit wird das Produktionswachstum beinahe ausschließlich durch Schieferöl aus den USA generiert. Schon jetzt zwängen die fallenden Ölpreise die junge Schieferöl-Branche, die Investitionen zurückzufahren.

Die Fondsmanager rechnen damit, dass die Förderunternehmen nur 30 Prozent ihrer Kapitalausgaben für Wachstum aufwenden könnten. Daher könnte das Produktionswachstum in den USA ab der zweiten Jahreshälfte 2015 fallen und bis Jahresende sogar zum Stillstand kommen.

“Die OPEC erwartet, dass das Angebot aus den Nicht-OPEC-Staaten 2015 um 1,36 Millionen Barrel steigen wird. Doch wir glauben, dass diese Zahl noch niedriger ausfallen wird. Da zugleich nicht mit Entspannung auf der Nachfrageseite zu rechnen ist, dürfte der Ölpreis im neuen Jahr wieder schrittweise zu steigen beginnen”, schätzt Whall.

2016 Ölpreis von über 115 US-Dollar erwartet

Nach der Entscheidung der vergangenen Woche hätten die Ölpreise überkorrigiert. Bis Jahresende dürften sie sich nach Einschätzung der Investec-Experten um ein Mittel von 70 US-Dollar pro Barrel für die Sorte Brent bewegen. Dann dürfte die steigende Nachfrage durch die Wintersaison greifen und der Ölpreis im ersten Quartal 2015 einige Unterstützung in Richtung 75 US-Dollar pro Barell Brent erhalten.

“Wir erwarten, dass sich der Brent-Preis 2015 dann quartalsweise von 75 US-Dollar hin zu 80, 85 und 90 US-Dollar entwickelt, was einen Jahresschnitt zwischen 80 und 85 US-Dollar bedeuten würde”, fasst Nelson seine Erwartungen zusammen. 2016 könnte der Ölpreis dann weiter auf über 115 US-Dollar pro Barrel steigen.

“Die Entscheidung der OPEC die Funktionsweise der Ölmärkte kurzfristig verändert, und dieser Effekt wird sowohl zu positiven wie auch negativen Übertreibungen führen. Ganz offensichtlich sehen wir uns gerade letzterem gegenüber, aber wir denken, dass der Ölpreis die Investoren bald wieder positiv überraschen wird”, so Nelson.

Nachfrage zieht an

Kurzfristig dürfte vor allem die steigende Nachfrage den Ölpreis stabilisieren. Diese sei bereits jetzt stärker als noch im September und Oktober. Die Vorräte an Raffinerieerzeugnissen sind gesunken, die Margen der Raffinerien sind gestiegen und die Auslastung hat sich stark erhöht. So habe sich etwa die Nachfrage aus Japan durch die Erhöhung der Konsumsteuern über den größten Teil des dritten Quartals um 20 Prozent verringert.

Den neuesten Daten zufolge hat sie nun jedoch wieder normalisiert, denn die Benzinvorräte liegen um zehn Prozent unter dem tiefsten Stand der vergangenen fünf Jahre. “Wir erwarten, dass die globale Nachfrage 2015 um ein bis 1,3 Millionen Barrel pro Tag ansteigen wird, womit der Trend nach einem schwachen Jahr 2014 wieder hergestellt wäre”, erläutert Whall.

Positive Überraschungen auch am Aktienmarkt

Die aktuelle Verkaufswelle im Ölsektor sei durch die überraschenden Maßnahmen der OPEC ausgelöst worden. Hinsichtlich Sentiment, Positionierung und Bewertungen sei die Talsohle erreicht. Whall und Nelson glauben daher, dass sich auch die Aktienkurse im Sektor in Erwartung steigender Preise wieder erholen werden. “Diese Erholung dürfte sowohl schneller als auch stärker ausfallen, als viele Marktteilnehmer erwarten, genau wie es bei der Verkaufswelle der Fall war”, betont Nelson.

Foto: Shutterstock

Anzeige

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 11/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Biotech-Fonds – Kfz-Policen – Versicherungen für Wohneigentum – Family Offices

Ab dem 19. Oktober im Handel.

Cash.Special 2/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Herausforderungen 2018 – bAV-Reform – Elementarschadenversicherung – Digitale Geschäftsmodelle

Ab dem 24. Oktober im Handel.

Versicherungen

xbAV Beratungssoftware mit neuem Geschäftsführer

Boris Haggenmüller verantwortet als Geschäftsführer seit September 2017 das operative Geschäft der xbAV Beratungssoftware GmbH. Zuvor war er der verantwortliche Prokurist des Tochterunternehmens der xbAV AG.

mehr ...

Immobilien

Baufinanzierung: Die Service-Champions

Welche Banken bieten deutschen Kunden den besten Kundenservice bei der Baufinanzierung? Die Kölner Beratungsgesellschaft Servicevalue hat Kunden der Banken hierzu befragt. Eine Bank konnte besonders überzeugen und sicherte sich einen “Gold-Rang”.

mehr ...

Investmentfonds

Finanzbranche befürchtet Blasenbildung an Märkten

Die Politik der Europäischen Zentralbank hat bereits zur Blasenbildung an den Finanzmärkten geführt, oder wird dies noch tun. Dessen ist sich die Finanzbranche sicher. Die Mehrheit wünscht sich den Ausstieg aus der expansiven Geldpolitik, hält dies jedoch gleichzeitig für unwahrscheinlich.

mehr ...

Berater

Insurtechs: Die fairsten digitalen Versicherungsmakler aus Kundensicht

Welche digitalen Versicherungsmakler werden von ihren Kunden als besonders fair wahrgenommen? Das Kölner Analysehaus Servicevalue hat gemeinsam mit Focus-Money die Kunden von 24 Anbietern befragt. Neun von ihnen erhielten die Note “sehr gut”.

mehr ...

Sachwertanlagen

IPP-Fonds der Deutschen Finance schütten aus

Der Asset Manager Deutsche Finance aus München kündigt für seine beiden Fonds IPP Institutional Property Partners Fund I und Fund II Auszahlungen für das Geschäftsjahr 2016 an die Privatanleger an.

mehr ...

Recht

IDD: Umsetzung könnte in Teilen verschoben werden

Wie der AfW – Bundesverband Finanzdienstleistung e.V. mitteilt, könnte sich der Umsetzungstermin von Teilen der europäischen Richtlinie Insurance Distribution Directive (IDD) verschieben. Die delegierten Rechtsakte sollen nach dem Willen des europäischen Parlaments demnach erst im Oktober 2018 in Kraft treten.

mehr ...