4. Dezember 2017, 07:55
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Nicht zu früh aufgeben

Der Aktienmarkt hat auch 2018 noch Potenzial, obwohl die Bewertungen stellenweise inzwischen sehr hoch sind. Anleger müssen also die richtigen Segmente und den richtigen Austiegszeitpunkt finden, um von der Entwicklung in 2018 noch zu profitieren. Gastbeitrag von John Stopford, Investec AM.

John-Stopford-Kopie in Nicht zu früh aufgeben

John Stopford: “Trumps Steuersenkungsplan könnte zu einem klassischen Ende des aktuellen Konjunkturzyklus führen und einen Boom mit anschließendem “Doom” auslösen.”

Wir sehen keine unmittelbaren Anzeichen einer konjunkturellen Verlangsamung und denken, dass der Markt noch Potenzial hat. Aber der Bulle kommt in die Jahre und die Bewertungen sind stellenweise angespannt. Eine vorsichtige Reaktion besteht darin, das Risiko im Portfolio selektiv und schrittweise zu reduzieren. Bei Aktien finden wir interessante Unternehmen im Finanz- und zyklischen Bereich. Bei Anleihen sehen wir selektive Chancen in den Schwellenländern.

Die Hausse für Wachstumsanlagen wie Aktien und hochverzinsliche Unternehmensanleihen reift mit steigenden Bewertungen. Bewertungen allein führen zwar selten zu einer Trendumkehr, jedoch implizieren sie langfristig niedrigere Renditen. Bullenmärkte enden typischerweise erst kurz vor einem wirtschaftlichen Abschwung und nach einer längeren Phase knapper Liquidität. Beides ist noch nicht absehbar. Das Rezessionsrisiko erscheint gering, die monetären Bedingungen sind locker und die Wachstumsdynamik ist stark.

US-Steuerereform könnte Konjunkturzyklus beenden

Allerdings schwächt sich der fundamentale Hintergrund langsam ab. Das globale Wirtschaftswachstum hat einen Großteil der freien Kapazitäten aufgebraucht. Gleichzeitig dürfte die Geldpolitik immer weniger unterstützend wirken.

Trumps Steuersenkungsplan könnte zu einem klassischen Ende des aktuellen Konjunkturzyklus führen und einen Boom mit anschließendem “Doom” auslösen. Eine Senkung der Steuern bei einer Arbeitslosigkeit auf dem derzeitigen Tiefststand würde das Wachstum ankurbeln, dürfte aber auch die Inflationserwartungen und das Risiko am Anleihenmarkt steigern.

Wer zu früh oder zu spät aus dem Markt aussteigt vergibt ähnlich viel. Der richtige Ansatz besteht unserer Meinung nach darin, innerhalb des erlaubten Risikobudgets schrittweise weniger Risiken einzugehen, aber angesichts der Wahrscheinlichkeit einer weiteren Marktstärke ein gewisses Engagement in Wachstumsaktiva aufrechtzuerhalten.

Selektive Chancen in Schwellenländern

Bei Aktien finden wir interessante Unternehmen im Finanz- und zyklischen Bereich. Diese profitieren tendenziell von einem verbesserten wirtschaftlichen Umfeld und sind weniger anfällig für volatile Anleiherenditen. Aus regionaler Sicht erscheinen die Bewertungen und die konjunkturelle Dynamik außerhalb der USA besser. Aber in den USA gibt es nach wie vor viele großartige Unternehmen, und wenn die Steuersenkungen durchgesetzt werden, könnte dies zusätzliche Vorteile bringen.

Seite zwei: Die größten Risiken in 2018

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