Anzeige
29. August 2017, 09:21
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Märkte werden mit Änderung der Geldpolitik nicht Schritt halten

Beim Treffen der wichtigsten Notenbanker und Finanzpolitiker im US-amerikanischen Jackson Hole blieben konkrete Entscheidungen über die zukünftige Geldpolitik erwartungsgemäß aus. Einig sind sich die meisten Notenbankchefs allerdings darüber, die ultralockere Geldpolitik sukzessive zurückzufahren – ohne konkrete Aussagen zu treffen über Art und Umfang. Welche Szenarien wahrscheinlich sind

Jackson-Hole in Märkte werden mit Änderung der Geldpolitik nicht Schritt halten

Jackson Hole: Die drei Notenbanker aus den USA, Europa und Japan wollen die Geldpolitik normalisieren – ohne einen Zeitplan zu nennen.

“Es ist nachvollziehbar, dass sich die Notenbanken zurückhalten und sich alle Optionen offen halten”, sagt Hans Bevers, Chefökonom bei Degroof Petercam Asset Management (DPAM). “Auf der makroökonomischen wie geopolitischen Seite gibt es weltweit neben viel Licht auch viel Schatten. Außerdem bleibt ungewiss, wie sich Wachstum, Beschäftigung und Inflation zukünftig tatsächlich entwickeln. Hinzu kommen die Unsicherheiten, die vom zunehmenden Populismus und der weltweiten Ungleichverteilung von Einkommen und Vermögen ausgehen.

Da möchte niemand frühzeitig konkret werden. Außerdem betreten die Notenbanken Neuland bei der Rückführung ihrer unkonventionellen Maßnahmen. Schließlich haben diese nie dagewesene Dimensionen erreicht. Von der technischen Seite mag der Prozess zwar einfach erscheinen, von Seiten der Marktpsychologie ist er es jedoch nicht. Vor dem Hintergrund der aktuellen wirtschaftlichen und politischen Gemengelage sollten durch sukzessiv wieder steigende Zinsen und die Straffung von quantitativen Maßnahmen die Risiken tendenziell zunehmen.”

Schnellere Normalisierung der Geldpolitik erwartet

DPAM-Experte Bevers geht davon aus, dass sich die Geldpolitik rund um den Globus etwas schneller normalisieren wird als dies von den Märkten derzeit eingepreist wird. Die aktuellen Bewertungen spiegeln bis Herbst 2019 zwei Zinsschritte der US-Fed wider sowie jeweils eine Zinserhöhung der Europäischen Zentralbank und der Bank of England. Von der Bank of Japan erwarten die Märkte hingegen, dass sie ihre extreme Niedrigzinspolitik unverändert fortsetzt und keinerlei Zinsschritte veranlassen wird .

Im Einzelnen erwartet Hans Bevers folgende Entwicklungen:

Die USA zeichnen ein gemischtes wirtschaftliches Bild. Während einerseits Stimmungsindikatoren ein solides Momentum zeigen und der Konsum zuletzt angestiegen ist, bleibt die Produktivität insgesamt schwach und die vom Präsidenten ausgehende politische Unsicherheit hoch. Die US-Notenbank Fed befindet sich bereits in einem sukzessiven Straffungsmodus, dessen weitere Geschwindigkeit von der Volatilität an den Finanzmärkten, der wirtschaftlichen Aktivität und der Inflation abhängig gemacht wird.

Wir rechnen damit, dass schon im September der Beginn für die Reduzierung der Fed-Notenbankbilanz angekündigt und im Dezember der fünfte Zinserhöhungsschritt durchgeführt wird. Außerdem erwarten wir für 2018 zwei bis drei weitere Zinsschritte der Fed.

Seite zwei: Tapering der EZB ab 2018?

Weiter lesen: 1 2

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 11/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Megatrend Demografie – Indizes – Naturgefahren – Maklerpools

Ab dem 16. Oktober im Handel.

Cash.Special 3/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Riester-Rente – bAV – PKV – Bedarfsanalyse

Ab dem 22. Oktober im Handel.

Versicherungen

ERGO forciert Lebensversicherung

ERGO holt Markus Krawczak zum Januar 2019 als Vorstand für den Maklervertrieb Leben. Zusätzlich hat ERGO zum 1. November 2018 das neue Ressort betriebliche Altersversorgung gegründet. Dieses wird von Jan Niebuhr geleitet.

mehr ...

Immobilien

Immobilienfinanzierung: So hoch sind die durchschnittlichen Kreditsummen

Dr. Klein hat bundesweit Alter und Kredithöhe von Immobilienkäufern untersucht. Während Eigenheimerwerber in Sachsen-Anhalt besonders jung sind, kaufen Hamburger und Berliner später eigene vier Wände. Auch bei der Kreditsumme gibt es deutliche Unterschiede zwischen den Bundesländern.

mehr ...

Investmentfonds

Der Weg zur Planwirtschaft

Die expansive Geldpolitik lähmt Innovationen und lässt Blasen entstehen, die platzen werden. Die größte Gefahr ist, dass gescheiterte Unternehmen verstaatlicht werden. Davor warnte gestern auf dem Faros Institutional Investors Forum Professor Gunther Schnabl. Gibt es einen Ausweg aus diesem Szenario?

mehr ...

Berater

EZB-Präsident und Deutsche-Bank-Chef fordern Kapitalmarktunion

EZB-Präsident Mario Draghi und Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing haben einmal mehr einheitliche Regeln für Banken und die Kapitalmärkte in Europa gefordert. Das sei die einzige Antwort auf die Bedrohungen denen sich die Währungsunion ausgesetzt sehe.

mehr ...

Sachwertanlagen

Noch immer Prozesse rund um die Göttinger Gruppe anhängig

Die Pleite der Securenta/Göttinger Gruppe im Jahr 2007 beschäftigt noch immer die Gerichte. Das belegt ein aktueller Beschluss des BGH: Er hatte in Zusammenhang mit einer überlangen Verfahrensdauer eines der Prozesse zu entscheiden. 

mehr ...

Recht

Kampf ums “Bayerische”: Watschn vom Richter

Nach langwierigem Prozess über zwei Instanzen wird ein Hahnenkampf zweier Versicherungen ums “Bayerische” aller Wahrscheinlichkeit nach mit dem Offensichtlichen enden: Ein bayerisches Unternehmen darf sich auch bayerisch nennen.

mehr ...