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5. Oktober 2017, 12:16
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Dirk Müller: “Für Lindner wäre es sinnvoll, auf Neuwahlen zu setzen”

Die große Koalition wurde zu Recht abgestraft und ob die Jamaika-Koalition wirklich zustande kommt, ist noch offen. Diese Meinung vertritt Dirk Müller, “Mr. Dax” im Gespräch mit Cash. über den Ausgang der Bundestagswahl und die Folgen für Europa sowie die Anleger. 

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Dirk Müller: “Die Regierungsarbeit, die wir gesehen haben, ging an den Vorstellungen der Wähler vorbei. Das war eine Arroganz der Macht, die Bundeskanzlerin Angela Merkel an den Tag gelegt hat.”

Cash.Online: Hat Sie das Ergebnis der Bundestagswahl überrascht?

Müller: Nein, das Ergebnis hat mich überhaupt nicht überrascht. Ich habe es so erwartet, vielleicht mit ein paar Prozentpunkten Abweichung nach oben oder unten bei einigen Parteien. Aber die Gewichtung entspricht meiner Erwartung.

Wurde die große Koalition Ihrer Meinung nach zu Recht abgestraft?

Absolut. Die Regierungsarbeit, die wir gesehen haben, ging an den Vorstellungen der Wähler vorbei. Das war eine Arroganz der Macht, die Bundeskanzlerin Angela Merkel an den Tag gelegt hat, auch in der Folge des Wahlergebnisses. Sie sieht nicht, was sie jetzt ändern sollte und verkündet von oben herab, dass sie die Verantwortung übernehmen wird.

Ich gehe davon aus, dass Merkel das was sie tut aus guten Gründen und überlegt tut, aber dabei ist es ihr egal ob es auch im kurzfristigen Interesse der Bevölkerung ist. Sie hat gelernt, dass ihre Macht so weit reicht, dass sie keine Rücksicht darauf nehmen muss. Es zeigt sich, dass sie mit ihrer Macht immer arroganter umgeht. Dass es aller Wahrscheinlichkeit nach ihre letzte Legislaturperiode sein wird, verstärkt dieses Verhalten noch.

Was bedeutet das Wahlergebnis für die Anleger?

Ich glaube die Auswirkungen für die Anleger sind durchaus überschaubar. Ich möchte kaum den alten Satz zitieren: ‚Politische Börsen haben kurze Beine’. Tatsächlich hat es aber zu partieller Unsicherheit geführt.

Der große Rahmen im europäischen und internationalen Bereich ist absehbar, aber wir brauchen klare Aussagen, für die Politik vor Ort und für einzelnen Branchen. Ein Beispiel wären klare Aussagen für die Laufzeit der Verbrennungsmotoren in Deutschland, davon hängen wichtige Entscheidungen der Automobilkonzerne und Zulieferbetriebe ab. Dort können sich aber FDP und Grüne nicht einigen.

Das ist ein Unsicherheitsfaktor in einer Zeit, in der einige Unternehmen schnell und dringend agieren müssten. Für einzelne Branchen ist der Wahlausgang also ein Thema, für die Gesamtmärkte ist es eher ein Non-Event.

Seite zwei: “Bei Neuwahlen könnte es für Schwarz-Gelb reichen”

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1 Kommentar

  1. Die Regierungsarbeit geht doch grundsätzlich an den Vorstellungen der sogenannten Wähler vorbei. In unserer Scheindemokratie bestimmen ausschließlich die Hochfinanz und die Grossindustrie, die den Politikern die Vorlagen und Gesetzestexte zum Abnicken vorlegen, was diese Hochfinanzvertreter auch bereitwillig machen. Die Kombination aus Hochfinanz und Politik ist der Grund für alle Fehlentscheidungen. Wer ist schon für Rentenkürzungen, für Auslandseinsätze unserer Kinder, für die Nato als Angriffsarmee der Hochfinanz, für die Öffnung der Grenzen, für Profit auf Kosten der Gesundheit und Umwelt, für Regulierungen, die nur Banken und Versicherer nützen?
    Eine Änderung dieses selbstzerstörerischen Zustands kann nur durch Volkentscheide wie in der Schweiz erreicht werden.

    Kommentar von H. Braun — 25. Oktober 2017 @ 08:40

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