Drei Vorurteile gegen China

An diesem Freitag beginnt das Chinesische Neujahrsfest, das China auch bei Anlegern wieder in Erinnerung ruft. Es ist also Zeit, mit den drei größten Vorurteilen aufzuräumen, die Investoren vom Kauf chinesischer Titel oder China-Fonds abhalten könnten. Gastbeitrag von Tiffany Hsiao, Matthews Asia

Tiffany Hsiao, Portfoliomanagerin bei Matthews Asia
Tiffany Hsiao: „Mit dem Stock Connect ist China nach den USA der zweitgrößte Aktienmarkt weltweit in Bezug auf seine Liquidität, Breite und Tiefe.“

China ist abhängig von Exporten, sein Aktienmarkt ist für ausländische Investoren schwer zugänglich und seine Unternehmen sind wenig innovativ. Das sind die drei gängigsten Vorurteile gegenüber China. Was daran nicht stimmt:

Erstes Vorurteil: „China ist immer noch eine exportgetriebene Volkswirtschaft“

Tatsächlich stammen mittlerweile annähernd zwei Drittel (2016: 64,6 Prozent) des Wachstums des chinesischen Bruttosozialproduktes aus dem Inlandskonsum und dem Dienstleistungssektor. Das sind gute Nachrichten für Investoren, denn es sind besonders die privaten Unternehmen, die von diesem Umfeld profitieren, sie sind wettbewerbsfähig, innovativ und weniger abhängig von Schulden.

Interessant in diesem Zusammenhang ist das folgende Detail: 2016 hat China mehr Geld für die Einfuhr von Halbleitern (228,6 Milliarden US-Dollar) ausgegeben als für Erdöl (116,2 Milliarden US-Dollar).

Zweites Vorurteil: „Chinas Aktienmarkt ist klein und illiquide“

Mit dem Stock Connect ist China nach den USA der zweitgrößte Aktienmarkt weltweit in Bezug auf seine Liquidität, Breite und Tiefe. Mehr als 5.000 Unternehmen mit einer Marktkapitalisierung von mindestens 50 Millionen US-Dollar sind in China, Hongkong und Macau ansässig.

Drittes Vorurteil: „China kann gut kopieren, ist aber nicht wirklich innovativ“

Chinesische Unternehmen gehören mittlerweile zu den weltweit führenden Firmen in den Bereichen Informationstechnologie, Gesundheitswesen, Genomforschung an Mikroorganismen und Präzisionsmedizin. Wir sehen, dass besonders viele private Unternehmen von dem strukturellen Wandel profitieren, der gerade im Konsumverhalten der Chinesen stattfindet.

Tiffany Hsiao ist Portfoliomanagerin bei Matthews Asia

Foto: Matthews Asia

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