Anzeige
17. Januar 2018, 16:44
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Privates Geldvermögen klettert weiter

Die Zinsflaute macht Sparern auch weiterhin schwer zu schaffen. Steigende Börsenkurse lassen Besitzer von Aktien gleichzeitig aufhorchen. Dennoch ändert sich das Anlageverhalten der deutschen Sparer bislang kaum.

Privates Geldvermögen klettert weiter

Im Dritten Quartal 2017 erreichte das Geldvermögen deutscher Haushalte den Rekordwert von 5,779 Billionen Euro.

Trotz des Zinstiefs werden die Menschen in Deutschland in der Summe immer reicher. Das Geldvermögen der privaten Haushalte kletterte im dritten Quartal 2017 im Vergleich zum zweiten Vierteljahr um 1,2 Prozent auf den Rekordwert von 5,779 Billionen Euro – auch dank steigender Aktienkurse, wie die Deutsche Bundesbank am Mittwoch in Frankfurt mitteilte.

Berücksichtigt werden Bargeld, Bankeinlagen, Wertpapiere und Ansprüche an Versicherungen – nicht jedoch Immobilien. Bis Ende 2017 könnte das Geldvermögen Schätzungen zufolge auf etwa sechs Billionen (6.000 Milliarden) Euro gestiegen sein.

Dank des Booms am Arbeitsmarkt und steigender Reallöhne konnten viele Menschen mehr auf die hohe Kante legen. Auch wenn sich die als börsenscheu geltenden Bundesbürger stärker an den Aktienmarkt trauten, setzen sie weiterhin vor allem auf als sicher geltende Anlagen.

Deutsche weiterhin risikoscheu

Die Präferenz der privaten Haushalte für “liquide und risikoarme Anlagen” halte aber weiter an, erklärte die Bundesbank. Wie das Vermögen verteilt ist, geht aus den Daten nicht hervor.

Mehr Geld horteten die Privathaushalte als Bargeld oder parkten es als Sichteinlagen bei Banken – also auf Giro- oder Tagesgeldkonten, deren Bestände man rasch umschichten kann. Ganze 23 Milliarden Euro kamen hier im dritten Quartal hinzu.

Aus Spareinlagen und -briefen sowie Termingeld zogen die Bundesbürger dagegen Geld ab. Sparbuch und Tagesgeld werfen wegen der Zinsflaute kaum noch etwas ab.

Aktienkurse begünstigen Wachstum

Insgesamt belief sich das Volumen an Bargeld und Einlagen Ende September auf 2.270 Milliarden Euro. Das entspricht rund 39 Prozent des gesamten Geldvermögens.

Beliebt sind weiterhin auch Versicherungen und Pensionseinrichtungen, in die Privathaushalte im dritten Quartal 15 Milliarden Euro steckten. Die Bestände summierten sich so auf rund 2.156 Milliarden Euro.

Auch steigende Aktienkurse trugen zu dem Wachstum bei. Sie schlugen mit 19 Milliarden Euro positiv zu Buche. “Bis zu einem wirklich langfristigen und renditeorientierten Sparverhalten haben die deutschen Sparer noch einen weiten Weg vor sich”, stellte die Allianz allerdings jüngst fest.

Günstige Kredite durch Zinsflaute

Weil die Inflation zuletzt wieder anzog, verloren Sparer mit Bargeld und Bankeinlagen unter dem Strich Geld. Die Allianz bezifferte die Kaufkraftverluste bis Ende des vergangenen Jahres auf etwa 35 Milliarden Euro.

Nach Berechnungen der DZ Bank belief sich der Wertverlust auf 38 Milliarden Euro. Dennoch dürfte das private Geldvermögen im Gesamtjahr 2017 unter dem Strich auf etwa 6.100 Milliarden Euro gestiegen, schätzte das genossenschaftliche Spitzeninstitut jüngst.

Kreditnehmer profitieren dagegen von der Zinsflaute. Die Bundesbürger nutzten die niedrigen Zinsen nach Angaben der Bundesbank auch im dritten Quartal, um sich günstig Kredite zu verschaffen – vor allem für den Wohnungsbau.

Die gesamten Verbindlichkeiten der privaten Haushalte stiegen um 1,1 Prozent auf 1.715 Milliarden Euro. Abzüglich der Schulden erhöhte sich das Nettogeldvermögen im dritten Quartal um 1,2 Prozent auf 4.064 Milliarden Euro. (dpa-AFX)

Foto: Shutterstock

 

Mehr Beiträge zum Thema Geldvermögen:

Geldvermögen weltweit auf Rekordhoch

Bundesbank: Deutsche immer vermögender

Privates Geldvermögen wächst trotz Zinsflaute

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 07/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Betriebsrente – Wandelanleihen – Ferienimmobilien – Family Offices

Ab dem 21. Juni im Handel.

Rendite+ 1/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Marktreport Sachwertanlagen – Windkraft – Vermögensanlagen – Bitcoin & Co.

Ab dem 22. März im Handel.

Versicherungen

Riester-Rente: IVFP empfiehlt dringende Optimierung

Die Neuabschlüsse bei der Riester-Rente sinken schon seit Jahren beständig. Professor Michael Hauer, Geschäftsführer des Instituts für Vorsorge und Finanzplanung (IVFP) empfiehlt daher “dringend Riester zu optimieren – es wird höchste Zeit.”

mehr ...

Immobilien

Spezialfonds von Real I.S investiert in Frankfurt

Der Asset Manager Real I.S. hat das Büroensemble “Upper Westend Carree” in der Frankfurter Innenstadt für den Spezial-AIF “BGV VII Europa” erworben. Das Objekt umfasst rund 7.000 Quadratmeter Bürofläche und ist vollvermietet.

mehr ...

Investmentfonds

Handelsstreit: EU reagiert mit Gegenzöllen

Die Europäische Union (EU) und US-Präsident Donald Trump konnten sich nicht einigen. Nachdem die USA beschlossen haben, ab Juli Zölle auf Aluminium und Stahl zu erheben, reagiert die EU mit Zöllen auf Produkte wie Whiskey und Erdnussbutter. Das bedeutet, dass beide Seiten verlieren.

mehr ...

Berater

Kreissparkasse Köln dampft Filialnetz weiter ein

Angesichts des Trends zum Online-Banking streicht die Kreissparkasse Köln ihr Filialnetz weiter zusammen. 45 Standorte sollen künftig zusammen gelegt oder durch Selbstbedienungs-Stellen ersetzt werden, teilte die Sparkasse am Donnerstag mit.

mehr ...

Sachwertanlagen

Warnung vor Forderungsausfällen bei zwei UDI-Emissionen

Zwei Emittenten von Vermögensanlagen der Nürnberger UDI warnen in Pflichtmitteilungen vor dem möglichen Ausfall von Forderungen und entsprechenden Folgen für die Anleger. Der Grund ist in beiden Fällen der gleiche.

mehr ...

Recht

Steuerdeals bei Immobilienkäufen werden eingedämmt

Umstrittene Geschäfte, mit denen Unternehmen bei Immobilienkäufen hohe Steuerzahlungen umgehen können, sollen in Deutschland etwas eingedämmt werden. Das teilte Hessens Finanzminister Thomas Schäfer (CDU) am Donnerstag mit.

mehr ...