2. Januar 2020, 16:27
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USA bei Aktien attraktiver als Europa in 2020

Aktien sind nicht völlig alternativlos, bieten aber auch 2020 solide Renditen. Dabei liegen Werte aus den USA vor denen aus Europa, Growth schneidet besser ab als Value. Das erwartet Carsten Gerlinger, Vice President von Moventum AM.

Wall-Street in USA bei Aktien attraktiver als Europa in 2020

„US-Aktien bleiben erste Wahl“, sagt Gerlinger. „Wir erwarten eine fortdauernde Outperformance des US-Marktes.“ Dies liegt vor allem am höheren, wenngleich sich leicht abschwächenden Wirtschaftswachstum in den USA. Zudem unterstützen US-Unternehmen durch Aktienrückkäufe massiv die eigenen Kurse. „Wenn es jetzt noch zu einer Lösung des Handelskonfliktes mit China kommt, sollte das den US-Aktien noch einmal Schwung geben“, so Gerlinger. Gefahren drohen vor allem wegen der bereits gut gelaufenen Märkte, die den US-Markt vergleichsweise teuer erscheinen lassen.

„Dazu kommt, dass im Vorfeld der US-Präsidentschaftswahlen im November 2020 der amtierende Präsident alles daransetzen wird, dass sowohl Konjunktur als auch der US-Aktienmarkt gut laufen“, sagt Gerlinger. „Entsprechend werden auch seine Äußerungen in Bezug auf kritische Themen wie der Handelskrieg ausfallen.“ Die Outperformance der Wachstumswerte gegenüber Value-Titeln sollte sich fortsetzen. „Growth profitiert vom niedrigen Zinsniveau, zyklische Werte leiden unter der schwächeren Konjunktur“, analysiert Gerlinger.

Die europäischen Märkte haben sich zwar stabilisiert, bleiben aber weniger attraktiv. „Hier halten wir an unserer Untergewichtung fest“, sagt Gerlinger, denn gemessen am Wirtschaftswachstum hinke Europa den USA deutlich hinterher. „Daran wird sich auch 2020 nichts ändern.“ Europa könnte zudem unter einer immer noch möglichen Verschärfung des Handelskonflikts leiden, denn anders als die USA ist der Wirtschaftsraum sehr offen und auf den Außenhandel ausgerichtet. „Außerdem ist die Industrie in Europa zyklischer ausgerichtet, für eine nachhaltige Outperformance dieses Segments wächst die europäische Wirtschaft aber zu schwach“, sagt Gerlinger.

Japan hat sich in den vergangenen Jahren wieder einen festen Platz in vielen Portfolios erobert. „Der Markt profitiert weiter von der expansiven Politik der Notenbank“, so Gerlinger. „Dazu kommt, dass die Unternehmen anders als in der Vergangenheit eine deutlich aktionärsfreundlichere Politik betreiben.“ Ein schwächerer Yen sollte Exportwerte begünstigen.

Besondere Chancen bieten auf der Aktienseite vier Segmente: REITs, Technologie, Healthcare und ganz grundsätzlich defensivere Sektoren. „REITs zeigen immer noch eine hohe Dividendenrendite und stabiles Gewinnwachstum, ein negativer Einfluss von der Zinsseite ist nicht zu erwarten“, sagt Gerlinger. Healthcare ist einer der Megatrends, der politische Druck auf Preise und Margen wird durch die demographische Entwicklung ausgeglichen. „Zudem besteht hier viel Übernahmephantasie“, so Gerlinger. Und obwohl der Technologiesektor hoch bewertet ist, bestehen hier immer noch sehr gute Chancen. „Das Gewinnwachstum ist relativ gesehen deutlich höher und die zunehmende Vernetzung und Automatisierung wird auch weiterhin einer der maßgeblichen Wachstumstreiber sein.“

Die ebenfalls präferierten defensiven Sektoren gewinnen in einem sich verschlechternden wirtschaftlichen Umfeld. „Telekommunikation, Versorger oder nichtzyklischer Konsum genauso wie Infrastrukturunternehmen, darunter Eisenbahnen, Flughäfen, Autobahnbetreiber oder Stromnetzbetreiber, zeigen sehr stabile Cashflows und ein solides Gewinnwachstum, was sie für 2020 in jedem Fall attraktiv macht“, so Gerlinger.

Foto: Shutterstock

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