Insgesamt belegt die zweitägige Veranstaltung des Verbands für Kapitalverwaltungsgesellschaften und Sachwertanbieter (VKS) in der vergangenen Woche: Die Branche lebt, und auch der geschlossene Publikums-AIF hat Zukunft. So zeigten sich die vertretenen Asset Manager und Emissionshäuser erfreulich vital und im Kern auch optimistisch – trotz der weiterhin schwierigen Rahmenbedingungen, deprimierender Platzierungszahlen der Branche im vergangenen Jahr, der sehr geringen Anzahl neuer Produkte und weiterer Nackenschläge.
Die hohe Zahl von 235 Teilnehmern und Teilnehmerinnen, zum großen Teil aus dem Lager der Vertriebspartner, sowie deren konstruktive Beiträge belegen zudem, dass im Vertrieb ebenfalls ungebrochen Interesse an den Sachwertanlagen besteht, wenn auch nicht kritiklos.
Dabei zog sich das Thema ELTIF, also das neue Private-Markets-Vehikel European Long Term Investment Funds, durch mehrere Diskussionsrunden mit Teilnehmern aus den Reihen der VKS-Mitglieder, also der Anbieter. Diese Verpackung ist für Kunden und Vertrieb vor allem deshalb verlockend, weil ein ELTIF ebenfalls in Sachwerte investieren kann, aber anders als ein AIF (alternativer Investmentfonds) die Möglichkeit der Anteilsrückgabe vorsehen darf und damit die oftmals als Nachteil empfundene sehr lange Laufzeit entfällt. Zudem kommt ein deutlich größerer Kreis an Vertriebspartnern in Betracht.
Die meisten Häuser planen weiterhin AIFs
Der Tenor der Statements von Anbieterseite auf dem VKS Kongress indes: Das passt nicht zu einem langfristigen, illiquiden Sachwert. Vielmehr kann die scheinbare „Semi-Liquidität“ von ELTIFs zu Enttäuschungen führen (wenn Fonds die Rücknahme dann unter Umständen doch einschränken oder aussetzen müssen), Renditeeinbußen bedeuten (weil viel Liquidität dafür vorgehalten werden muss) oder sogar Verluste mit sich bringen (etwa wenn Notverkäufe von Fondsobjekten zur Unzeit notwendig sind). Oder alles drei.
So planen die meisten Häuser weiterhin auch oder nur geschlossene Publikums-AIFs. Eine untergeordnete Rolle spielte auf dem Kongress hingegen das unlängst vom Bundestag beschlossene neue Vehikel des geschlossenen Sondervermögens, das gegenüber einem AIF zumindest deutliche Erleichterungen (und damit Kostenersparnisse) in der Abwicklung und Verwaltung bringen kann.
Positiver Impuls durch Entwicklung des VKS
Ein positiver Impuls geht auch von der Entwicklung des VKS selbst aus. Der Verband begrüßte allein im vergangenen Jahr vier neue Mitglieder. Er repräsentiert damit inzwischen das Gros der aktiven Häuser im klassischen Markt der Sachwertanlagen und hat innerhalb weniger Jahre eine beachtliche Größe erreicht.
Damit steigt auch die Wahrscheinlichkeit, dass die klassischen AIFs doch nicht von den vielen neuen ELTIFs erdrückt werden, die zum großen Teil von großen internationalen Investmentgesellschaften stammen. Dass beide Anlageklassen, die bisher im wesentlichen nebeneinander existieren, näher aneinander rücken, ist hingegen noch nicht beobachten.
In diesem Jahr waren immerhin zwei ELTIFs auf dem VKS-Kongress vertreten. Beide stammen aus dem klassischen Sachwertemarkt: von Hep Solar und MPE, wobei letzterer ein geschlossenes ELTIF-Konzept verfolgt und zudem weiterhin auch AIFs auflegt. Ob die Zahl der ELTIF-Anbieter auf dem VKS-Kongress im kommenden Jahr höher sein und eventuell auch klassische Investmentgesellschaften umfassen wird, bleibt eine spannende Frage.













