Die Funding-Rates, also die regelmäßigen Ausgleichszahlungen zwischen Long- und Short-Positionen bei unbefristeten Krypto-Futures, haben mit der jüngsten Bitcoin-Rally bislang noch nicht Schritt gehalten. Das verringert in gewisser Weise das Risiko eines kurzfristigen Shakeouts, also einer schnellen Abwärtsbewegung, bei der überhebelte oder kurzfristig positionierte Anleger aus dem Markt gedrängt werden. Zugleich deutet dies darauf hin, dass der aktuelle Trend konstruktiver ist. Die beigefügte Grafik zeigt die Anzahl aufeinanderfolgender Tage, an denen die Funding Rate im Durchschnitt über einen rollierenden Zeitraum von 35 Tagen negativ geblieben ist. Dieser Wert ist derzeit erhöht, und historisch fielen solche Niveaus häufig mit wichtigen Wendepunkten am Markt zusammen.
Mit Blick nach vorn wird vieles von den Entwicklungen im Nahen Osten abhängen. Eine rasche Deeskalation würde – insbesondere vor dem Hintergrund der US-ISM-Daten für das verarbeitende Gewerbe und der Gewinnrevisionen – ein besonders unterstützendes Umfeld schaffen. Dies spiegelt sich bereits darin wider, dass Aktien trotz der geopolitischen Risiken weiter steigen. Sollte die Straße von Hormus hingegen geschlossen bleiben, würden sich die Inflationsrisiken verstärken und den Ausblick erheblich verschlechtern.
Autor Marc des Ligneris ist Senior Portfolio Manager bei Coinshares.












