Anzeige
24. Juni 2015, 12:05
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

MiFID II: Banken zögern bei Umsetzung

Deutsche Banken tun sich bei der Umsetzung der EU-Richtlinie MiFID II (Markets in Financial Instruments Direktive) schwer, so eine aktuelle Studie. Demnach haben zwei Drittel der Institute bisher noch nicht damit begonnen, die Anforderungen umzusetzen.

Banken treten bei MiFID-II-Umsetzung auf der Stelle

Deutsche Banken treten bei der Umsetzung der MiFID-II-Richtlinie auf der Stelle.

Für die zweite Auflage der Bankenstudie “MiFID II Readiness Index – Stand der MiFID-II-Umstellung in Banken” hat die Unternehmensberatung PPI AG im September 2014 und Februar 2015 Verantwortliche aus 50 Kreditinstituten befragt.

Änderungen verzögern MiFID-II-Umsetzung

Laut PPI liegt die “MiFID II Readiness” der Banken aktuelle bei sieben statt der anvisierten 30 Prozent. Die Umsetzung werde durch kurzfristig bekanntgegebene Änderungen an der Richtlinie verzögert, so die Studienautoren. Die Banken müssen daher demnach die regulatorischen Auswirkungen auf das eigene Geschäftsmodell immer wieder überprüfen.

“Die Branche befindet sich derzeit in einer Phase ständiger Unsicherheit”, so Christian Appel, Experte für Banken-Compliance bei PPI. “Zwar hat die ESMA eine technische Umsetzungsempfehlung zu MiFID II vorgelegt. Doch die Institute können sich darauf nur bedingt verlassen, da die Europäische Kommission diese bis Ende 2015 anpassen lassen kann. Alleingänge auf nationaler Ebene bremsen eine koordinierte Umsetzung bei international ausgerichteten Banken zusätzlich aus.”

Banken befürchten hohe Kosten

Zwei von drei Banken erwarten hohe beziehungsweise sehr hohe Kosten, die die neuen Anforderungen an Beratungs- und Telefonprotokolle nach mit sich bringen. Vor einem halben Jahr lag dieser Wert der Studie zufolge noch zehn Prozentpunkte niedriger. 54 Prozent der Befragten rechnet zudem bei der Einführung neuer Produkte und Finanzinstrumente mit einem höheren finanziellen Aufwand aufgrund der neuen Auflagen.

“Der Marktdruck nimmt überproportional zu, da sich die MiFID-II-Regeln auch auf gerade erst entwickelte Vertriebsstrategien der Banken auswirken”, so Appel. “Digitale Angebote wie Online-Anlageverwaltung und -beratung stellen neue Herausforderungen an die IT, da alle Prozesse durchgängig dokumentiert und Geschäftsabschlüsse für einen Zeitraum von mindestens fünf Jahren sicher aufbewahrt werden müssen.” (jb)

Foto: ilolab / Shutterstock.com

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 05/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Arbeitskraftabsicherung – Private Equity – Büroflächenmangel – Datenschutz

Rendite+ 1/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Marktreport Sachwertanlagen – Windkraft – Vermögensanlagen – Bitcoin & Co.

Ab dem 22. März im Handel.

Versicherungen

BPK 2017: HanseMerkur legt deutlich zu

Die HanseMerkur Versicherungsgruppe hat auf ihrer diesjährigen Bilanzpressekonferenz die Unternehmenszahlen präsentiert. Vorstandsvorsitzender Eberhard Sautter zeigt sich angesichts eines schwierigen Jahres 2017 hochzufrieden mit den Ergebnissen.

mehr ...

Immobilien

Stärkster Preisanstieg bei Wohnimmobilien seit Mitte 2017

Die unstete Preisentwicklung der letzten Monate bei Wohnimmobilien setzte sich auch im März fort: Ausgerechnet die Preise für Neubauhäuser, die in den letzten zwölf Monaten immer angestiegen waren, gingen im März 2018 im Vergleich zum Vormonat um 0,22 Prozent zurück. Derweil stiegen die Preise für Bestandshäuser und Eigentumswohnungen mit jeweils über einem Prozent vergleichsweise deutlich.

mehr ...

Investmentfonds

Draghi lässt sich von gestiegenen Rohstoffpreisen nicht beeindrucken

Der zunehmende Inflationsdruck führt dazu, dass einige Marktteilnehmer befürchten, die Europäische Zentralbank könnte den Leitzins schneller als bisher erwartet anheben. Doch es gibt Gründe, die dafür sprechen, dass die Geldpolitik zunächst expansiv bleibt.  Gastbeitrag von Carsten Mumm, Donner & Reuschel 

mehr ...

Berater

Ex-Sparkassenchef muss doch nicht vor Gericht

Der ehemalige Sparkassenpräsident Georg Fahrenschon muss doch nicht vor Gericht. Der frühere bayerische Finanzminister soll per Strafbefehl zu 140 Tagessätzen wegen Steuerhinterziehung verurteilt werden, wie Oberstaatsanwältin Anne Leiding ankündigte. Darauf hätten sich die beteiligten Parteien in einem Rechtsgespräch geeinigt.

mehr ...

Sachwertanlagen

HSH-Abwicklungsbank sieht Schifffahrtskrise durchschritten

Die Abwicklungsgesellschaft der Länder Hamburg und Schleswig-Holstein für faule Schiffskredite der HSH Nordbank hat im Jahr 2017 einen Verlust von 44,4 Millionen Euro gemacht und damit das Minus deutlich reduziert.

mehr ...

Recht

Bürgschaften sind keine nachträglichen Anschaffungen

Wird ein Gesellschafter im Insolvenzverfahren als Bürge für Verbindlichkeiten der Gesellschaft in Anspruch genommen, so kann er dies nicht mehr als nachträgliche Anschaffungskosten werten und somit auch nicht mehr steuermindernd geltend machen. Dies entschied der Bundesfinanzhof (BFH) in einem aktuellen Urteil (Aktenzeichen: IX R 36/15). Gastbeitrag von Holger Witteler, Kanzlei Husemann, Eickhoff, Salmen & Partner

mehr ...