Export-Boom im März: ‚Made in Germany‘ bleibt gefragt

Die deutsche Exportstärke ist manchem Handelspartner ein Dorn im Auge. Die jüngsten Zahlen dürften die Kritiker bestärken. Allerdings muss auch Europas größte Volkswirtschaft mit Gegenwind kämpfen.

Export Hafen Hamburg
Container-Schiff im Hamburger Hafen: Die deutschen Ausfuhren kletterten im März 2017 auf den höchsten Monatswert seit 1950.

Die deutschen Exporte boomen wie nie – zum Leidwesen der Kritiker rund um den Globus. Im März kletterten die Ausfuhren auf den höchsten Monatswert seit 1950. Auch die Wareneinfuhren nach Deutschland erreichten nach Angaben des Statistischen Bundesamtes vom Dienstag einen Rekordstand. „Unsere Exportwirtschaft profitiert von der anziehenden Weltkonjunktur. ‚Made in Germany‘ bleibt gefragt an den Weltmärkten“, bilanzierte der Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI), Joachim Lang.

Ein kräftiges Plus gab es im März sowohl in den Partnerländern der Europäischen Union als wichtigstem Absatzmarkt für deutsche Produkte als auch in Märkten außerhalb Europas. Im Geschäft etwa mit den USA oder China hilft dabei zusätzlich der vergleichsweise schwache Euro, denn er verbilligt dort deutsche Waren. Insgesamt verkauften deutsche Firmen im März Waren im Wert von 118,2 Milliarden Euro ins Ausland.

Erstes Quartal 2017: Exporte um 8,5 Prozent gestiegen

Das waren nach Berechnungen der Wiesbadener Statistiker 10,8 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Die Importe summierten sich in dem Monat auf 92,9 Milliarden Euro und lagen damit um 14,7 Prozent über dem Wert des Vorjahresmonats. Auch für das gesamte erste Quartal 2017 fiel die Bilanz besser aus als vor Jahresfrist: Die Exporte erhöhten sich in dem Drei-Monats-Zeitraum um 8,5 Prozent auf 319,4 Milliarden Euro, die Importe stiegen um zehn Prozent auf 259,1 Milliarden Euro.

Seit Jahren exportiert Deutschland mehr als es einführt. Im März belief sich der Handelsbilanzüberschuss auf rund 25,4 Milliarden Euro, von Januar bis einschließlich März waren es 60,3 Milliarden Euro. Im Ausland sorgt die deutsche Exportstärke immer wieder für Kritik: US-Präsident Donald Trump wirft unter anderem Deutschland unfaire Handelspraktiken zulasten der USA vor. Auch die EU-Kommission forderte Deutschland wiederholt auf, mit mehr Investitionen im Inland das Ungleichgewicht im Außenhandel besser auszutarieren.

Folgen des Brexit noch nicht absehbar

„Es ist erstaunlich, wie die deutsche Außenwirtschaft den globalen Risiken – sei es politisch oder wirtschaftlich – trotzt“, konstatierte der Präsident des Außenhandelsverbandes BGA, Anton Börner. „Gleichzeitig kann ich aber nicht oft genug wiederholen, dass es Risiken gibt, die dieses Ergebnis im Jahresverlauf eintrüben könnten.“

Eine mögliche Abschottung des wichtigen US-Marktes durch die Trump-Regierung könnte Deutschlands Exporteure empfindlich treffen. Auch die Folgen des angebahnten Austritts Großbritanniens aus der EU (Brexit) sind noch nicht absehbar. Im vergangenen Jahr war das Vereinigte Königreich mit gut zwölf Prozent Anteil nach Frankreich (14,3 Prozent) der wichtigste Absatzmarkt für deutsche Exporteure innerhalb der EU – vor allem für die Automobilindustrie. (dpa-AFX)

Foto: Shutterstock

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