30. Juni 2014, 09:07
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“Wir achten auf eine gute Reputation der Initiatoren”

Mit Christina Niebuhr, Geschäftsführerin der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft BLS, sprach Cash. über die Vorteile einer alternativen Verwahrstelle, Assetklassen-Kompetenz und die Aufgaben einer Verwahrstelle im Krisenfall.

Verwahrstelle

“Grundsätzlich achten wir auf eine gute Reputation der Initiatoren. Sofern bisher noch keine Geschäftsbeziehungen bestanden, prüfen wir zusätzlich, welchen Verlauf die bisherigen Projekte des Initiators genommen haben.”

Cash.: Initiatoren müssen seit Einführung des Kapitalanlagegesetzbuches (KAGB) Verwahrstellen für ihre Fonds verpflichten, die unabhängig und im Interesse der Anleger unter anderem Zahlungsströme der Fondsgesellschaft von der Gründung bis zur Liquidation überwachen. BLS ist als alternative Verwahrstelle im Vergleich zu großen Depotbanken ein eher kleiner Dienstleister. Inwieweit kann dies für Fondsanbieter von Vorteil sein?

Niebuhr: In den einzelnen Aufgabenfeldern Kontrollieren, Zustimmen und Verwahren gibt es keine Unterschiede, da die Aufgaben gesetzlich definiert sind. Die Unterschiede zeigen sich deutlicher an anderer Stelle, beispielsweise in punkto Größe oder Kosten der Verwahrstelle und auch in den zusätzlichen Dienstleistungen, die die alternative Verwahrstelle anbieten kann. Für Emittenten kann sich daher ein Vergleich lohnen.

Mit der Auswahl eines Dienstleisters, der die Verwahrstellenfunktion im Vergleich kostengünstiger anbietet, können Emittenten Einsparungen realisieren, die sich dann entsprechend in der Rendite des Fonds widerspiegeln.

Anbieter alternativer Verwahrstellen fokussieren sich zudem überwiegend auf eine begrenzte Zahl an Anlageklassen. Durch diese Fokussierung eignen sie sich im Laufe der Jahre ein hohes Maß an Know-how an.

Fehlen darf auch nicht der Hinweis auf die kurzen und schnellen Entscheidungswege der Anbieter alternativer Verwahrstellen. Gerade der Aspekt Zeit spielt in diesem Umfeld oft eine zentrale Rolle.

Auf welche Assetklassen beschränken Sie sich?

Durch die langjährige Tätigkeit im Rahmen der Mittelverwendungskontrolle haben wir Assetklassenkompetenz in den Bereichen Immobilien, Schiffe, Erneuerbaren Energien sowie Venture Capital und Private Equity aufgebaut.

Umfasst Ihre Kompetenz auch spezielle Produktgestaltungen, zum Beispiel Ansparpläne, bei denen mit kleinen monatlichen Raten über mehrere Jahre Vermögen aufgebaut werden soll?

Ja, wir haben diese Kompetenz. In den vergangenen Jahren betreuten wir bereits Ansparpläne sowohl in den Bereichen der Mittelverwendung als auch in der Finanzbuchhaltung. Daher sind wir mit den Abläufen sehr gut vertraut.

Wie viele Mandate als alternative Verwahrstelle haben Sie bisher übernommen?

Bisher konnten wir zwei Emissionshäuser anbinden. Dabei betreuen wir sowohl Publikums- als auch Spezial- AIFs. Mit drei weiteren Emissionshäusern führen wir derzeit sehr intensive und vielversprechende Gespräche. Unsere Mandanten kommen dabei aus dem Mittelstand.

Welche Anforderungen stellen Sie an Initiatoren, für die Sie die Verwahrstellenfunktion wahrnehmen?

Grundsätzlich achten wir auf eine gute Reputation der Initiatoren. Sofern bisher noch keine Geschäftsbeziehungen bestanden, prüfen wir zusätzlich, welchen Verlauf die bisherigen Projekte des Initiators genommen haben. Dabei ziehen wir auch die Leistungsbilanzen heran. Unerheblich ist für uns die Größe des Emissionshauses. Wir arbeiten auch gerne mit kleinen oder mittelständischen Emissionshäusern zusammen.

Seite zwei: Schwierigkeiten bei Anpassung der organisatorischen Abläufe

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