Öffentliche wollen bei bAV wachsen

Die Gruppe öffentlicher Versicherer, die teilweise den Sparkassen und ihren Verbänden, Bundesländern und Landschaftsverbänden gehören, verbuchte im Geschäftsjahr 2006 Beitragseinnahmen von über 16,5 Milliarden Euro.

Dies entspricht gegenüber dem Vorjahr einem Wachstum von einem Prozent und einem Marktanteil von insgesamt 10,5 Prozent. Damit ist der Verband hinter der Allianz-Gruppe, München, der zweitgrößte Versicherer. Mit einem Gewinn vor Steuern in Höhe von 996 Millionen Euro habe die Gruppe nach Aussagen des Verbandsvorsitzenden Dr. Heiko Winkler, Düsseldorf, ein Rekordergebnis eingefahren

In der Schaden- und Unfallversicherung entwickelten sich die öffentlichen Versicherer dem Markttrend entsprechend rückläufig und mussten leichte Beitrageinbußen von 0,9 Prozent auf 6,9 Milliarden Euro hinnehmen.

In der betrieblichen Altersvorsorge will die Gruppe künftig gemeinsame Wege gehen. Für die Durchführungswege Direktversicherung, Direktzusage und Unterstützungskasse bei überregionalen Unternehmen wurde bereits im Januar ein Konsortium gegründet. Ergänzt durch ihre Gemeinschaftsunternehmen Sparkassen Pensionsfonds und Sparkassen Pensionskasse sind die Öffentlichen in der Lage, für alle Durchführungswege bundesweit einheitliche bAV-Produkte anzubieten. Zudem stieg das Konsortium vor Kurzem mit 50 Prozent beim Kölner Beratungsunternehmen Heubeck AG ein (cash-online berichtete). Ziel der Gruppe ist es, den Marktanteil im bAV-Neugeschäft von aktuell zehn auf 20 Prozent zu steigern. Diese Neuaufstellung soll zusammen mit der DekaBank jährlich 950 Millionen Euro zusätzliche Beitragseinnahmen bringen.

In der Allgemeinen Haftpflichtversicherung erzielte der Verband mit rund 776 Millionen Euro ein Beitragsplus von lediglich 0,6 Prozent. Einen deutlichen Rückgang von 3,4 Prozent auf 2,25 Milliarden Euro verzeichneten dagegen die öffentlichen Kfz-Versicherer. Grund ist der nach wie vor starke Wettbewerb. Trotzdem konnten sie bei den versicherten Risiken um 2,4 Prozent zulegen und zählten zum Jahresende fast sechs Millionen Fahrzeuge im Bestand.

Entscheidender Wachstumsträger ist das Lebensversicherungsgeschäft. Dort konnte der Neubeitrag um 44,8 Prozent auf 7,9 Milliarden Euro gesteigert werden, während die Branche nur 22,6 Prozent zulegte. Insgesamt schlossen die öffentlichen Versicherer 895.000 Neuverträge in diesem Segment ab. Bestseller war das eigene Riester-Produkt, die Sparkassen Prämien-Rente, mit 220.000 Neuverträgen. Gegenüber 2005 entspricht dies einem Wachstum von 134 Prozent.

Verbandsvorsitzender Winkler prognostizierte, dass 2007 vor allem durch die Belastungen als Folge des Orkans ?Kyrill? geprägt sein werden. Bisher wurden etwa 700.000 Schäden mit einem Volumen von 650 Millionen Euro gemeldet. Davon entfallen 90 Prozent auf die Gebäudeversicherung. (aks)

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