Anzeige
Anzeige
21. Juli 2008, 00:00
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

LV-Neugeschäft: Zwei Drittel gegen Einmalbeiträge

Der Artlenburger Branchendienst ?map-report? bescheinigt der deutschen Lebensversicherungsbranche ?eine fatale Entwicklung?, die durch Einbußen von 1,5 Millionen Verträgen seit dem Bestandshoch Ende 2004 und ein zu zwei Dritteln auf Einmalbeiträge entfallendes Lebensversicherungsneugeschäft gekennzeichnet sei.

Am Horizont zeichne sich eine Krise mit gravierenden Folgen ab, möglicherweise laufe sich das Geschäftsmodell der Lebensversicherer tot, orakelt Chefredakteur Manfred Poweleit.

Bestandsrückgang um 283.672 Verträge in 2007

Auf Grundlage von 87 erfassten Geschäftsberichten hat der Experte mit seinem Team einen Bestandsrückgang von 283.672 Verträgen im vergangenen Jahr ermittelt. Die Zahl sei bei einem Jahresbestand von 92 Millionen Verträgen gleichbedeutend mit einem Sinken um 0,31 Prozent. Während in 2007 bei fast vier Millionen Verträgen der Versicherungsfall eintrat oder Ablaufleistungen fällig wurden, kündigten Kunden zudem 3,8 Millionen Versicherungen. 7,8 Millionen neue Verträge hätte die Branche verkaufen müssen, um das Defizit zu kompensieren, sie brachte es aber lediglich auf 7,55 Millionen.

Seit 1997 verschiebe sich das Verhältnis zwischen Einmal- und laufenden Beiträgen deutlich zu Gunsten von ersteren. Die durch den Bestandsrückgang entstehenden Löcher würden schon seit Jahren zunehmend mit Einmalbeiträgen gestopft, im zurückliegenden Jahr betrugen sie in Summe rund 9,7 Milliarden Euro und verdreifachten sich damit annähernd, während das Geschäft mit laufenden Beiträgen trotz Riester stagniert.

Neugeschäft im Massenmarkt bricht ein

Dem Report zufolge kamen 1997 noch jährlich 3,9 Milliarden Euro Neugeschäft aus Einmal- und rund 4,6 Milliarden Euro aus laufenden Beiträgen. Seitdem sei das Neugeschäft gegen laufenden Beitrag nur unwesentlich auf 4,7 Milliarden Euro gestiegen. Laut Zahlen des Gesamtverbands der Versicherungswirtschaft (GDV) bringen es Riester- und Rürup-Produkte auf 1,1 beziehungsweise 0,7 Milliarden Euro pro Jahr. Daraus folgert der ?map-report? de facto einen Zusammenbruch des ?nichtsubventionierten Massengeschäfts?, das es lediglich auf rund 2,9 Milliarden brachte.

Dieses einbrechende Neugeschäft im Massenmarkt bedrohe die Einkommen von über 100.000 Versicherungsvermittlern, zudem könnten sich aus Deckungslücken erhebliche Risiken aus Beratungshaftung entwickeln. Die Vermittler hätten den Weg zum Lebensplanberater noch nicht einmal im Visier. Stattdessen würden sie immer mehr in die Anlageberatung mit ?obskuren” Fonds undFondspolicen driften, wo sie unter weiteren Druck des Bankvertriebs geraten, so Poweleit. (hb)

Anzeige

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 6/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Berufsunfähigkeitsversicherung –Investitionen am Zweitmarkt –Personalplanung – Zweitmarkt

+ Heft im Heft: Cash.Special Investmentfonds

Ab dem 26. Mai im Handel erhältlich.

Cash.Special 1/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Best Ager – Rentenversicherungen – Riester-Rente – betriebliche Krankenversicherung


Ab dem 18. Mai im Handel erhältlich.

Versicherungen

“Erfreulich hohes Niveau”: Softfair prüft BU-Tarife

Die Qualität der Berufsunfähigkeitsversicherungen ist weiter gestiegen. Zu diesem Ergebnis kommt das diesjährige BU-Leistungsrating von Softfair. Die Analysten haben nach eigenen Angaben 167 Tarife von 38 Anbietern auf den Prüfstand gestellt, gefiltert nach Berufsstatus.

mehr ...

Immobilien

Immobilien-Crowdinvesting: Vorerst keine Einschränkungen

Die Abgeordneten des Bundestags diskutierten vergangene Woche die Evaluation des Kleinanlegerschutzgesetzes und haben vorerst keine Einschränkungen vorgesehen. Somit können Crowdinvesting-Angebote für Immobilien weiter in der bestehenden Form durchgeführt werden.

mehr ...

Investmentfonds

Folgen der Normalisierungs-Strategie der Fed

Die amerikanische Notenbank Fed ist aktuell dabei, ihre Strategie für eine “Normalisierung” ihrer Bilanz zu überdenken. Entzieht das dem US-Anleihenmarkt und dem Markt für globale risikobehaftete Aktiva das Fundament, fragt sich Gavyn Davies von Fulcrum AM.

mehr ...

Berater

Ertrags-Nießbrauch: Firmenanteile schenken, Gewinne behalten

Das Maklerunternehmen soll nach und nach an die nächste Generation übertragen werden, aber die generierten Gewinne sollen den Beschenkten noch nicht zufliessen? Die Lösung: Schenker können sich an den verschenkten Unternehmensanteilen einen Nießbrauch einräumen lassen.

mehr ...

Sachwertanlagen

G.U.B. Analyse: „A+“ für Ökorenta Erneuerbare Energien IX

Das Hamburger Analysehaus G.U.B. Analyse bewertet den Sachwertfonds „Erneuerbare Energien IX“ der Ökorenta aus Aurich mit insgesamt 82 Punkten. Das entspricht dem G.U.B.-Urteil „sehr gut“ (A+).

mehr ...

Recht

BU-Streitfälle vor Gericht: Wie stehen Ihre Chancen?

Wird ein Versicherungsnehmer berufsunfähig und verweigert sein Versicherer die Zahlung einer BU-Rente, landen diese Streitfälle nicht selten vor Gericht. In seiner aktuellen Ausgabe hat das Verbrauchermagazin Finanztest 143 BU-Urteile ausgewertet – worüber wurde am meisten gestritten?

mehr ...