Bâloise/Signal Iduna: Verhandlungen über Zukunft des Rings?

Neuigkeiten im Streit um die Zukunft des Deutschen Rings: Die Bâloise, Schweizer Konzernmutter der Ring-Sach- und Lebengesellschaften, bekennt sich endgültig dazu, den Hamburger Traditionskonzern in seiner jetzigen Struktur auflösen zu wollen und stellt konkrete Pläne vor. Erste Gespräche diesbezüglich seien bereits mit der Signal Iduna geführt worden – was der Dortmunder Versicherer allerdings nicht bestätigten will. Die Signal Iduna wird ab April einen sogenannten Gleichordnungskonzern mit dem rechtlich unabhängigen Deutschen Ring Krankenversicherungsverein a.G. bilden und hat sich zu Monatsbeginn in die Bâloise-Holding eingekauft.

„Wettbewerber unter dem Dach“

Die Bâloise-Töchter Deutscher Ring Sachversicherung (Ring Sach) und Deutscher Ring Lebensversicherung (Ring Leben) sowie die Bad Homburger Basler Versicherungen fordern die Gegenparteien – Ring Kranken und Signal Iduna – in einer aktuellen Mitteilung auf, zügig eine praktikable Lösung zu finden. „Ab dem 1. April leben wir praktisch unter einem Dach mit einem Wettbewerber. Das ist aus unserer Sicht nicht haltbar und dürfte auch für die Signal Iduna keine Dauerlösung sein“, so der Vorstandsvorsitzende von Ring Sach und Leben sowie Basler Versicherungen, Dr. Frank Grund.

„Kein gemeinsames Interesse an Zerschlagung“

Signal Iduna und Ring Kranken dementierten gegenüber cash-online, dass es Verhandlungen über die Zukunft des Rings gegeben habe. Ring-Kranken-Aufsichtsratschef Dr. Dietmar Jllert bezog deutlich Stellung: „Es wird von unserer Seite keine Zustimmung zu den Plänen der Bâloise geben. Von einem gemeinsamen Interesse an einer Zerschlagung des Deutschen Rings kann keine Rede sein.“

Ring-Kranken-Vorstandsvorsitzender Wolfgang Fauter ergänzt: „Die heute vorgestellten Umstrukturierungspläne können ohne die Zustimmung des Krankenversicherungsvereins nicht umgesetzt werden. Denn der gemeinsame Organisationsvertrag zwischen beiden Seiten sieht eine einvernehmliche Entscheidung aller Beteiligten vor.“

Von Widerständen zeigt sich Kontrahent Grund unbeeindruckt: „Wir haben unsere Vorstellungen über die Zukunft deutlich gemacht. Sollten wir wider Erwarten keine einvernehmliche Lösung erzielen können, so sind wir aber darauf vorbereitet, unseren Kurs auch eigenständig umzusetzen.“

Bâloise-Töchter: Neue Vertriebsstrukturen…

Indes wollen die deutschen Bâloise-Töchter Basler, DR Sach und DR Leben im Rahmen der Umstrukturierungspläne ihre Ausschließlichkeits- beziehungsweise Stammorganisationen unter einer einheitlichen Leitung zusammenführen, um ihre vertriebliche Basis zu verbreitern. Die weitgehend komplementäre Produktpalette beider Häuser soll bis 2010 vereinheitlicht werden. So ergäben sich neue Möglichkeiten, die Vertriebskraft der insgesamt 950 eigenen Vermittler zu bündeln, heißt es in der Mitteilung. Daneben solle die Zusammenarbeit mit der OVB und anderen Partnervertrieben weiter ausgebaut werden.

… und Personalabbau

Zudem sollen bis zum Jahr 2012 etwa 230 von rund 1.800 Vollzeitstellen bundesweit abgebaut werden und innerhalb der deutschen Bâloise-Einheiten klare Kompetenzzentren geschaffen werden: In Hamburg soll künftig das Leben-Geschäft gebündelt werden, in Bad Homburg, wo die Basler ihren Firmensitz hat, das Sachversicherungsgeschäft. Durch das Maßnahmenpaket will der Konzern 20 bis 25 Millionen Euro pro Jahr sparen, die erstmals im Jahr 2012 realisiert werden sollen. (hb)

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