Energiepreise und Lieferketten drücken Stimmung der Unternehmen

Michael Herzum, Union Investment
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Michael Herzum, Union Investment

Der Konflikt mit dem Iran schlägt auf die Stimmung in der deutschen Wirtschaft durch. Sinkende Einkaufsmanagerindizes und steigende Kosten verunsichern Unternehmen. Dennoch gibt es Hinweise, dass sich die Lage schneller beruhigen könnte als erwartet.

Der Iran-Krieg lastet auf der Stimmung in Deutschlands Unternehmen. Die Einkaufsmanagerindizes haben im April um 3,6 Punkte auf 48,3 Zähler nachgegeben. Betroffen war sowohl die Industrie als auch der Dienstleistungsbereich.

Die Unternehmen haben Sorge vor einer schwindenden Kauflaune der Verbraucher und steigenden Kosten als Folge der höheren Energiepreise. Mögliche Störungen der Lieferketten belasten die Stimmung zunehmend, je länger die wichtige Straße von Hormus geschlossen bleibt.

Allerdings stehen die Chancen gut, dass sich die Stimmung rasch wieder verbessert. Die USA und der Iran haben kein Interesse an einer erneuten militärischen Eskalation. Die derzeit hohen Benzin- und Dieselpreise in den USA sind „Gift“ für Donald Trumps Republikaner sechs Monate vor den Midterm-Wahlen im November. Und der militärisch und wirtschaftlich erheblich geschwächte Iran kann nicht lange auf seine Öleinnahmen verzichten. Endet der Konflikt im Nahen Osten zeitnah, werden die positiveren Faktoren wieder überwiegen. Denn aktuell wird die Wirtschaft in Deutschland vor allem durch die Binnennachfrage gestützt, weil die höheren Infrastrukturausgaben der Regierung der Konjunktur Rückenwind geben. Ab dem Sommer sollte sich die Lage wieder verbessern und die deutsche und europäische Wirtschaft auf den Wachstumspfad zurückkehren.

Autor Michael Herzum ist Leiter Volkswirtschaft bei Union Investment.

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