Anzeige
9. September 2010, 11:11
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Interview: „Vertrauen muss man sich erarbeiten”

Der Kieler Assekuradeur Domcura AG feiert im September 2010 sein dreißigjähriges Jubiläum. Cash. sprach mit dem Firmengründer und Vorstandsvorsitzenden Gerhard Schwarzer über Historie und Herausforderungen.

Domcura Schwarzer1 in Interview: „Vertrauen muss man sich erarbeiten

Cash.: Herzlichen Glückwunsch zum Unternehmensjubiläum. Mit welchem Ziel haben Sie Domcura vor 30 Jahren gegründet?

Schwarzer: Dazu muss ich etwas ausholen. Ich selbst komme aus der Ausschließlichkeit beziehungsweise war für ein Versicherungsunternehmen als Führungskraft im Krankenbereich tätig. Dort habe ich festgestellt, dass der Ausschließlichkeitsvermittler einfach nicht so frei agieren kann wie er gern möchte, denn er kann ja grundsätzlich nur die Produkte seines Hauses anbieten. Das lässt eine freie Beratung im eigentlichen Sinne nicht zu. Das zweite Problem, das ich festgestellt habe, ist, dass viele kleinere Makler gar nicht die Kontakte und Verbindungen hatten, auf andere Gesellschaften zuzugreifen – selbst wenn sie wollten. Der Ursprung der Domcura war, beides zu ermöglichen und für Makler wie Generalagenten eine Ventillösung zu schaffen.

Cash.: Ihr Fokus lag anfangs folglich auch im Krankenversicherungsbereich.

Schwarzer: Ja. 1984 kamen die ersten Krankenversicherungen-Vergleichsprogramme raus. Von da an bis ungefähr 1987/88 lag unser Schwerpunkt in der Vermittlung von Krankenversicherungen mittels dieser neuen Technik. Erst Ende der 80er-Jahre ebbte die Krankenversicherungswelle etwas ab.

Cash.: Wie sind Sie dann zum Sachversicherungsgeschäft gekommen?

Schwarzer: Ich habe immer gesagt, dass das wichtigste Fundament eines Unternehmens die laufenden Einnahmen sind. Diese kann ich im Grunde genommen nur durch laufende Courtagen generieren. Und die bekomme ich in erster Linie durch das Sachgeschäft. Insofern haben wir einen Schwenk gemacht und angefangen, uns schwerpunktmäßig um Sachversicherungen zu kümmern.

Cash.: Woher rührt Ihr Fokus auf Versicherungskonzepte für den Immobilienbereich?

Schwarzer: Der Ursprung dort war eine Verbindung, die wir damals zur Veba-Immobiliengesellschaft hatten, die für ihre 160.000 Wohnungen einfach handhabbare Versicherungskonzepte brauchten. Wir haben uns das genau angeguckt und mit denen ein eigenes Konzept gestrickt: das sogenannte Versichern nach Wohneinheiten, das heißt, dass ich eine Wohngebäudeversicherung in einem Mehrfamilienhaus sozusagen nach der Anzahl der Klingelknöpfe abschließen kann. Und dieses Konzept haben wir im Laufe der Jahre verfeinert. Als die Wende kam und es in den neuen Bundesländern einen gigantischen Versicherungsbedarf seitens der ostdeutschen Wohnungsgesellschaften gab, konnten wir bis 1991/92 über 250.000 Wohneinheiten nach diesem Sys­tem versichern. Daraus haben wir unser KSH-Konzept, das heißt die kombinierte Sach-, Glas- und Haftpflichtversicherung, entwickelt. Damals kam es ja auch zur Rückgabe vieler Gebäude an die Alteigentümer. Mit dem sogenannten Versicherungskonzept Kompakt konnten wir ein Mehrfamilienhaus aus dem Bestand der Wohnungsgesellschaften heraus separat über die neuen Eigentümer mit einer Art Mini-KSH-Vertrag versichern. Ende der 90er-Jahre haben wir dann das dort gesammelte Know-how gemeinsam mit der BCA in das Casa Comfort-Konzept überführt und innerhalb von zwei Jahren 45.000 Einfamilienhäuser versichert. Das ist unsere Basis. Die Konzepte ab dem Jahr 2000 rund um das Einfamilienhaus sind Hausrat, Haftpflicht und alles, was Privatversicherungen betrifft. So haben wir unsere Produktpalette erweitert.

Seite 2: Warum der Lebensversicherungsbereich ausgeklammert bleibt

Weiter lesen: 1 2 3 4 5

Anzeige
Newsletter bestellen Top aktuell & kompakt! Werktags um 6.30 Uhr alle Versicherungs-News für Profis von Profis.

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 11/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Biotech-Fonds – Kfz-Policen – Versicherungen für Wohneigentum – Family Offices

Ab dem 19. Oktober im Handel.

Cash.Special 2/2017

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Herausforderungen 2018 – bAV-Reform – Elementarschadenversicherung – Digitale Geschäftsmodelle

Ab dem 24. Oktober im Handel.

Versicherungen

R+V stellt Forschungsprojekt zu fahrerlosen Shuttle-Bussen vor

Fahrerlose Shuttle-Busse auf dem Frankfurter Flughafen – das ist keine Zukunftsvision, sondern der Start eines Forschungsprojekts. Die R+V-Versicherung und der Flughafenbetreiber Fraport informieren am heutigen Freitag über den Einsatz zweier selbstfahrender Fahrzeuge.

mehr ...

Immobilien

Individuelle Konzepte für die Baufinanzierung

Cash. sprach mit Robert Annabrunner, Bereichsleiter Vertrieb 
Deutsche Postbank/DSL Bank, darüber, welche Anforderungen die Kunden an
 eine professionelle Baufinanzierungsberatung stellen und in welcher Weise
 die DSL Bank ihre angeschlossenen Partnervermittler unterstützt.

mehr ...

Investmentfonds

Finanzbranche befürchtet Blasenbildung an Märkten

Die Politik der Europäischen Zentralbank hat bereits zur Blasenbildung an den Finanzmärkten geführt, oder wird dies noch tun. Dessen ist sich die Finanzbranche sicher. Die Mehrheit wünscht sich den Ausstieg aus der expansiven Geldpolitik, hält dies jedoch gleichzeitig für unwahrscheinlich.

mehr ...

Berater

Insurtechs: Die fairsten digitalen Versicherungsmakler aus Kundensicht

Welche digitalen Versicherungsmakler werden von ihren Kunden als besonders fair wahrgenommen? Das Kölner Analysehaus Servicevalue hat gemeinsam mit Focus-Money die Kunden von 24 Anbietern befragt. Neun von ihnen erhielten die Note “sehr gut”.

mehr ...

Sachwertanlagen

ZBI schließt Fonds 10 und bringt Nachfolger

Die ZBI Fondsmanagement AG aus Erlangen hat den im vergangenen Jahr aufgelegten ZBI Professional 10 nach Ablauf der Zeichnungsfrist Ende September mit einem beachtlichen Volumen geschlossen und nahtlos den Nachfolger in die Platzierung geschickt.

mehr ...

Recht

IDD: Umsetzung könnte in Teilen verschoben werden

Wie der AfW – Bundesverband Finanzdienstleistung e.V. mitteilt, könnte sich der Umsetzungstermin von Teilen der europäischen Richtlinie Insurance Distribution Directive (IDD) verschieben. Die delegierten Rechtsakte sollen nach dem Willen des europäischen Parlaments demnach erst im Oktober 2018 in Kraft treten.

mehr ...