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25. September 2012, 12:58
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Altersarmut-Debatte verunsichert Deutsche

Die politische Debatte über Altersarmut hat die Deutschen verunsichert: Laut einer aktuellen Umfrage betrachtet jeder zweite Bundesbürger (51 Prozent) das Thema Altersarmut als persönliche Bedrohung. Anfang September waren erst vier von zehn Bürgern dieser Ansicht.

Die Altersarmut-Debatte veranlasst nur wenige Deutsche, stärker vorzusorgen

Die Befürchtung, im Alter zu verarmen, werde bei den 30- bis 39-Jährigen (65 Prozent) und in der untersten Einkommensgruppe bis 1.000 Euro Haushaltsnettoeinkommen mit 80 Prozent besonders stark geäußert, teilt der Finanzkonzern Wüstenrot & Württembergische (W&W) mit, der die Umfrage beim Marktforschungsinstitut TNS Infratest in Auftrag gegeben hatte.

Trotz der wachsenden Besorgnis, nimmt jedoch nur eine Minderheit (19 Prozent) die öffentlich geführte Altersarmut-Debatte zum Anlass, künftig verstärkt Rücklagen für die finanzielle Absicherung im Alter zu bilden und privat vorzusorgen, berichtet der Stuttgarter Konzern. Die vorsorgenden Deutschen würden den Rotstift am ehesten beim privaten Konsum ansetzen. Ein Drittel der Nennungen entfallen auf diesen Bereich. Jeder Vierte (24 Prozent) ist zu Abstrichen bei Kultur-Ausgaben bereit, 22 Prozent würden beim Urlaub sparen.

Der Pessimismus der Deutschen setzt sich auch im Hinblick auf das Rentensystem in Deutschland fort: Sollte dieses nicht grundlegend überarbeitet werden, meinen rund 90 Prozent der Befragten, dass die Renten unweigerlich gekürzt würden. Zugleich erwarten aber nur vier von zehn Bundesbürgern, dass der Politik eine Reform gelingt, die den Deutschen „einen angemessenen Lebensstandard im Alter“ sichert. Die Reformvorschläge der Parteien, wie Zuschussrente und Kombirente, halten zudem nur 23 Prozent für geeignet, um eine drohende Altersarmut zu verhindern.

Vier von zehn Befragte forden einkommensunabhängige Grundrente

Zur Sanierung der gesetzlichen Rentenversicherung spricht sich eine deutliche Mehrheit der Bundesbürger (79 Prozent) für eine stärkere steuerliche Förderung der privaten Altersvorsorge aus. Eine gesetzliche Pflicht-Vorsorge hält aber nur knapp die Hälfte der Bevölkerung (45 Prozent) für zielführend. Eine Grundrente, die für alle Bürger unabhängig vom Einkommen und der Lebensarbeitszeit gezahlt wird, bewerten immerhin vier von zehn Bundesbürger als eine richtige Strategie zur Lösung der Altersarmut.

Weitere Anhebung der Lebensarbeitszeit stößt auf Ablehnung

Aus Sicht der Bevölkerung gibt es klare Favoriten für die Sanierung der gesetzlichen Rentenversicherung: 82 Prozent sprechen sich für eine Einzahlungspflicht von Selbstständigen und Beamten in die gesetzliche Rentenversicherung aus. Eine deutliche Ablehnung erfährt dagegen das Konzept, die Stabilisierung der gesetzlichen Rentenversicherung über eine weitere Anhebung der Lebensarbeitszeit umzusetzen. Lediglich zwölf Prozent halten solche Überlegungen für angemessen. Zur Stabilisierung des Rentensystems ist ein großer Teil der Deutschen allerdings bereit, höhere finanzielle Belastungen hinzunehmen. Jeder zweite Bundesbürger befürwortet eine obligatorische Einzahlung in eine Demografie-Rücklage und 37 Prozent sprechen sich für eine Erhöhung der Rentenbeiträge aus.

Die Altersarmut-Debatte veranlasst nur wenige Deutsche, stärker vorzusorgen

Quelle: W&W, TNS Infratest

Seite zwei: Mehrheit will Sparanstrengungen nicht verstärken

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1 Kommentar

  1. Es sollte jetzt endlich jeden wachrütteln. die Leute verlassen sich auf den Staat weil ja (fast) jeder Beiträge in die Sozialkassen zahlt. Aber die Beiträge gehen eben direkt wieder raus an die jetzigen Rentner und wie es in 20-30 Jahren ist werden wir sehen. Aber was ich privat anspare habe ich später, wahrscheinlich

    Kommentar von Jan Lanc — 25. September 2012 @ 18:19

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