Anzeige
9. Oktober 2012, 10:29
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

IMD2-Richtlinie: „Versicherer verkennen Handlungsdruck“

Die neue EU-Vermittlerrichtlinie IMD2 fordert schnelles Handeln in Sachen Transparenz, sagt Markus Kopetzky von der Unternehmensberatung Steria Mummert Consulting. Doch nur eine Minderheit der Versicherer plane, ihre Beratungsprozesse transparenter zu gestalten.

IMD2 fordert rasches HandelnWenn Versicherungsvermittler voraussichtlich ab 2014 ihre Provisionen offenlegen müssen, seien Versicherer gefordert, ihr Geschäftsmodell einer kritischen Prüfung zu unterziehen, sagt Berater Kopetzky. So müssten neue Vergütungsmodelle, Beratungs- und Angebotsprozesse mit nettobasierten Tarifen erarbeitet und in ihren Prozessen und Systemen umgesetzt werden.

„Der Entwurf der IMD2 ist bisher von der Assekuranz nicht ausreichend zur Kenntnis genommen oder unterschätzt worden. Dabei hat diese Richtlinie das Potenzial, die bestehenden Geschäftsmodelle im deutschen Versicherungsvertrieb massiv zu verändern“, meint der Versicherungsexperte vom Hamburger Beratungshaus.

Das generelle Provisionsverbot für unabhängige Berater wurde zwar im EU-Parlament vorerst noch einmal abgewendet, so Kopetzky. Trotzdem bestünden weitgehende Offenlegungspflichten, deren Umsetzung für 2014 vorgesehen sei. Die zunächst für alle außer den Lebensversicherern geplante fünfjährige Übergangsfrist werde, wenn es nach den Bundesratsausschüssen geht, gestrichen. Vermittler müssten dann sofort ihren Kunden mitteilen, welche Provision sie individuell für den Vertragsabschluss erhalten. Auch die sogenannte Sachkunde eines Vermittlers müsse anhand von Fortbildungen belegt werden.

„Die Geschäftsmodelle und Wertschöpfungsketten der Versicherungsunternehmen gehören auf den Prüfstand. Denn das Vertriebsmodell basiert weitestgehend auf leistungsabhängigen monetären Anreizen. Diese Vergütungssysteme müssen angepasst werden, mit entsprechenden Auswirkungen auf Prozesse und IT der Versicherer“, fordert der Steria-Mummert-Berater.

Der deutlich gravierendere Einschnitt eines Provisionsverbotes könnte dabei nur aufgeschoben sein. In anderen Ländern wie Dänemark oder Finnland sei dies bereits umgesetzt, die Niederlande und Großbritannien werden im kommenden Jahr nachziehen. Aus Sicht von Kopetzky hätten diejenigen Versicherer einen Wettbewerbsvorteil, die sich frühzeitig von der „konservativen Haltung“ lösen und die sich abzeichnenden Veränderungen antizipieren. Sie könnten dann von einem Image als kundenorientierter Vorreiter profitieren. Ein zukunftsorientiertes Unternehmen, das auch auf kommende Regulierungen vorbereitet sei, werde leichter Vertriebsnachwuchs finden können. Gerade mit Blick auf den Demographiewandel und Nachwuchsprobleme könne dieser Wettbewerbsvorteil entscheidend sein, so Kopetzky. (lk)

Foto: Shutterstock

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 01/2019

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Fonds Finanz – Robotik – Moderne Klassik – Finanzanalyse

Ab dem 18. Dezember im Handel.

Cash. 12/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Goldfonds – Rock’n’Roll – Fondspolicen – Nachrangdarlehen

Versicherungen

Smart Home: HDI will Wasserschäden den Hahn abdrehen

Über eine Million Leitungswasserschäden verzeichnen die deutschen Gebäudeversicherer jährlich nach Angaben des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV). Gemeinsam mit dem bekannten Armaturenhersteller Grohe geht HDI in der Wohngebäudeversicherung in Sachen Schadenprävention neue smarte Wege.

mehr ...

Immobilien

Wüstenrot Immobilien: Vermittlungsrekord und Absage an das Bestellerprinzip

Die Wüstenrot Immobilien GmbH (WI) konnte im abgelaufenen Geschäftsjahr 2018 erneut einen neuen Rekord bei den Vermittlungen verbuchen und spricht sich gegen das geplante Bestellerprinzip aus.

mehr ...

Investmentfonds

Absolute-Return: “Volatilität ist an sich nichts schlechtes”

Steigende Volatilität allein ist noch kein Grund, in Absolute-Return-Strategien zu investieren. Über die Stärken und Schwächen der Assetklasse sprach Cash. mit Claudia Röring, Leiterin Produktmanagement bei Lupus alpha.

mehr ...

Berater

Rankel: Mit Social Media Kunden gewinnen

Jeder zweite Facebook-Account eines Maklers ist inaktiv. Das zeigt: Viele Berater nehmen sich zwar vor, über Social Media Kunden zu gewinnen. Doch sie wissen nicht wie.

Die Rankel-Kolumne

mehr ...

Sachwertanlagen

Solar-Emission in Schwierigkeiten

Die te Solar Sprint IV GmbH & Co. KG warnt davor, dass sich gegenüber den Anlegern ihrer Nachrangdarlehen die Erfüllung der Verpflichtungen auf Zins- und Rückzahlung verschiebt. Es bestehe die Gefahr des Ausfalls von Forderungen gegenüber Projektgesellschaften.

mehr ...

Recht

Incentives – so bleiben sie steuerfrei

Viele Unternehmen sichern ihre Mitarbeiter mit sogenannten Zukunftssicherungsleistungen gegen allerlei Ungemach ab. Damit solche Gehaltsextras auch steuerfrei bleiben, kommt es auf die richtige vertragliche Gestaltung an.

mehr ...