Anzeige
27. August 2014, 08:53
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Versicherungsvertrag: Rücktritt bei Arglist trotz fehlender Belehrung

Die Nichtangabe von Vorerkrankungen kann in der Krankenversicherung weit reichende Konsequenzen für den Versicherungsnehmer haben. Für Versicherungsvermittler ist die Beratung des Versicherungsnehmers vor und bei Antragstellung eine wichtige, verantwortungsvolle und vor allem haftungsträchtige Aufgabe.

Gastbeitrag von Kathrin Pagel, Sandkühler Schirmer Rechtsanwälte

Antragstellung

“Die sich aus dem Urteil ergebenden Folgefragen beispielsweise zur Haftung des Versicherungsmaklers zeigen einmal mehr, welche Verantwortung die Antragstellung auch für Versicherungsvermittler beinhaltet.”

Dies zeigt der kürzlich durch den Bundesgerichtshof zu entscheidende Fall, in dem ein besonderes Augenmerk auch und möglicherweise gerade auf der Handlung des Versicherungsmaklers bei Antragstellung lag.

Gesundheitsangaben lückenhaft

Die Parteien streiten sich um das Bestehen eines Krankenversicherungsvertrages, der über einen Versicherungsmakler vermittelt wurde. Der Versicherungsnehmer unterzeichnete zunächst einen Versicherungsantrag, bei dem in den Gesundheitsangaben die Frage nach Krankheiten und Beschwerden etc. in den letzten drei Jahren mit “ja” beantwortet wurde. Genauere Angaben fehlten.

Zum Nachweis für Behandlungen wurde ein behandelnder Arzt angegeben und dass eine allgemeine Untersuchung ohne Befund geblieben war. Eine Frage nach psychotherapeutischen Behandlungen wurde nicht beantwortet.

Erkrankungen verschwiegen

Nach Übermittlung des Antrages an den Versicherer kam die Bitte an den Makler um Klärung der bestehenden Unklarheiten und offenen Fragen. Das daraufhin vom Versicherungsmakler übermittelte Antragsformular, beantwortete diese Fragen nun abweichend vom ursprünglichen Antrag jeweils verneinend.

Nachdem der Vertrag zu Stande gekommen war, stellte sich einige Zeit später heraus, dass verschiedene Erkrankungen hinsichtlich der durchgeführten Behandlungen jeweils verschwiegen wurden und somit die Antragsfragen zunächst unvollständig und später falsch beantwortet waren. Der Versicherer wollte sich daraufhin vom Vertrag lösen.

Seite zwei: Formalien von Rücktritt und Anfechtung

Weiter lesen: 1 2 3

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 01/2019

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Fonds Finanz – Robotik – Moderne Klassik – Finanzanalyse

Ab dem 18. Dezember im Handel.

Cash. 12/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Goldfonds – Rock’n’Roll – Fondspolicen – Nachrangdarlehen

Versicherungen

Smart Home: HDI will Wasserschäden den Hahn abdrehen

Über eine Million Leitungswasserschäden verzeichnen die deutschen Gebäudeversicherer jährlich nach Angaben des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV). Gemeinsam mit dem bekannten Armaturenhersteller Grohe geht HDI in der Wohngebäudeversicherung in Sachen Schadenprävention neue smarte Wege.

mehr ...

Immobilien

Wüstenrot Immobilien: Vermittlungsrekord und Absage an das Bestellerprinzip

Die Wüstenrot Immobilien GmbH (WI) konnte im abgelaufenen Geschäftsjahr 2018 erneut einen neuen Rekord bei den Vermittlungen verbuchen und spricht sich gegen das geplante Bestellerprinzip aus.

mehr ...

Investmentfonds

Absolute-Return: “Volatilität ist an sich nichts schlechtes”

Steigende Volatilität allein ist noch kein Grund, in Absolute-Return-Strategien zu investieren. Über die Stärken und Schwächen der Assetklasse sprach Cash. mit Claudia Röring, Leiterin Produktmanagement bei Lupus alpha.

mehr ...

Berater

Rankel: Mit Social Media Kunden gewinnen

Jeder zweite Facebook-Account eines Maklers ist inaktiv. Das zeigt: Viele Berater nehmen sich zwar vor, über Social Media Kunden zu gewinnen. Doch sie wissen nicht wie.

Die Rankel-Kolumne

mehr ...

Sachwertanlagen

Solar-Emission in Schwierigkeiten

Die te Solar Sprint IV GmbH & Co. KG warnt davor, dass sich gegenüber den Anlegern ihrer Nachrangdarlehen die Erfüllung der Verpflichtungen auf Zins- und Rückzahlung verschiebt. Es bestehe die Gefahr des Ausfalls von Forderungen gegenüber Projektgesellschaften.

mehr ...

Recht

Incentives – so bleiben sie steuerfrei

Viele Unternehmen sichern ihre Mitarbeiter mit sogenannten Zukunftssicherungsleistungen gegen allerlei Ungemach ab. Damit solche Gehaltsextras auch steuerfrei bleiben, kommt es auf die richtige vertragliche Gestaltung an.

mehr ...