23. Juni 2014, 08:31
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BU, EU, Dread Disease: Versicherer in der Offensive

Die Absicherung von existenzbedrohenden Risiken steht bei den Versicherern hoch im Kurs. Neue Lösungen sollen Vermittler und Kunden überzeugen.

dread disease

Bernhard Rapp, Canada Life: “Im Markt können wir auch bei physischen Berufen wie Malermeistern sehr gut mithalten.”

“Alles neu, frisch und frei macht der holde Mai”, dichtete Hermann Adam von Kamp vor fast 200 Jahren. Neu und frisch muten auch die Berufsunfähigkeits– und Risikolebensversicherung an, die der Lebensversicherer Canada Life im diesjährigen “Wonnemonat” erstmals auf den deutschen Markt gebracht hat.

BU-Markt scheint ausgereizt

Ob die Produkt-Offensive der Kanadier aber auch zum Befreiungsschlag taugt, bleibt abzuwarten, denn die Absicherung biometrischer Risiken, wie Todesfall, Invalidität und Pflege gestaltet sich hierzulande alles andere als einfach.

Insbesondere der Markt für Berufsunfähigkeitsversicherungen (BU), in dem Canada Life Fuß fassen möchte, ist nach Ansicht vieler Branchenbeobachter ausgereizt. Den Vorwurf, zu spät auf den BU-Zug aufgesprungen zu sein, weist Bernhard Rapp weit von sich.

Dread-Disease-Police versus BU

“Das glaube ich nicht”, sagt der stellvertretende Deutschland-Chef von Canada Life. Er setzt vor allem auf Synergie-Effekte, um den Marktdurchbruch zu schaffen: “Wir haben mit einer Befragung herausgefunden, dass Vermittler, die unsere Dread-Disease-Lösung häufig vermitteln, auch im BU-Segment sehr aktiv sind.”

Bei Dread-Disease-Versicherungen, auch als Schwere-Krankheiten-Versicherungen oder Critical-Illness-Policen bekannt, handelt es sich um vergleichsweise junge Vorsorgeprodukte. In Deutschland sind sie erst seit 1993 als eigene Versicherungsform zum Vertrieb zugelassen.

Eine Dread-Disease-Police zahlt dem Kunden eine vorab festgelegte Versicherungssumme bei Eintritt von fest definierten schweren Krankheiten, wie etwa Krebs, oder infolge bestimmter Ereignisse, wie Herzinfarkt oder Schlaganfall. Eine monatliche Rente, wie bei Berufsunfähigkeitsversicherungen oder Erwerbsunfähigkeitsversicherungen, ist nicht vorgesehen.

Canada Life: Raus aus der Nische

Dafür leistet der Versicherer auch dann, wenn die Arbeitskraft des Betroffenen nicht eingeschränkt ist. Zwar ist Canada Life in Europa Marktführer bei der Absicherung von schweren Krankheiten, doch anders als im angelsächsischen Raum fristet die Dread-Disease-Versicherung in Deutschland ein Schattendasein.

Rapps Haus, dessen Biometrie-Angebot darüber hinaus nur eine Grundfähigkeitsversicherung umfasste, möchte raus aus der Nische. “Wir haben den Markt länger beobachtet und wollten wie bei unseren anderen Biometrie-Lösungen etwas bieten, das langfristig Hand und Fuß hat. Ein Problem moderner BUs, das wir vorgefunden haben, ist die oftmals hohe Spanne zwischen Brutto- und Netto-Beitrag”, erklärt der Vize- Chef des in Köln ansässigen Maklerversicherers.

Seite zwei: Körperlich Tätige: Große Spanne zwischen BU und EU

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1 Kommentar

  1. Der Artikel zeigt einmal mehr wie umkämpft der Markt für Biometrie – Berufsunfähigkeitsversicherung & Co. – in Zeiten sinkender Zinsen und Volumen bei den Versicherungen geworden ist. Gut für Verbraucher, aber Vorsicht bei den vielen teilweise reduzierten Konzepten.

    Kommentar von Andre Perko — 30. Juni 2014 @ 10:09

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