22. September 2014, 08:02
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“Risikodifferenzierung in BU und EU nicht mehr zurückzudrehen”

Edgar Heck, Axa Versicherung: Wir bei Axa haben beispielsweise unsere Existenzschutzversicherung (ESV) als Alternative zur BU seit 2006 stetig weiterentwickelt und unsere Vertriebspartner setzen beide Angebote im Beratungsprozess je nach Bedarf sehr zielgerichtet ein. Das Produkt ist exakt für einen Personenkreis konzipiert, für den aus finanziellen oder gesundheitlichen Gründen keine BU infrage kommt, dem wir dann aber eine Absicherung der Grundfähigkeiten oder einer Pflegebedürftigkeit anbieten können. Dazu gehören zum Beispiel Handwerker, denen ein auskömmlicher BU-Schutz schlicht zu teuer ist.

Wir verwenden dabei in der Beratung eine sogenannte Schiebereglertechnik. Wir ermitteln mit dem Kunden eine für ihn auskömmliche und bezahlbare Absicherung auf Basis einer individuellen Kombination aus BU und ESV. Für Kunden, denen eine reine BU-Leistung zu teuer ist, ist das eine attraktive Alternative. Das kann ein Weg sein, neue Konzepte zu stärken und wegzukommen von isolierten Lösungen wie “BU oder nichts”.

Frieg, HDI Lebensversicherung: Natürlich ist die BU die bestmögliche Absicherung. Aber welche Antworten geben wir Erwerbstätigen, die mehr körperlich arbeiten und deren finanzielle Mittel für optimalen Schutz begrenzt sind? Heute bleiben diese Menschen in den meisten Fällen unversichert. Hier gilt es, Alternativen anzubieten. 90 Prozent der Kunden wünschen sich laut einer YouGov-Umfrage einen umfassenden Einkommensschutz, der unabhängig von der Ursache für die Erwerbsunfähigkeit leistet. Das kann nach der BU nur eine EU bieten.

Neueste Untersuchungen des unabhängigen Analysehauses Franke und Bornberg belegen: Die Erwerbsunfähigkeitsversicherung ist viel besser als ihr Ruf. Zudem leistet sie mehr, als viele glauben. Wir bei HDI haben uns deshalb für eine Top-EU entschieden. Denn: Fast alle Befragten wünschen sich ein exzellentes Preis-Leistungs-Verhältnis, also Versicherungsschutz “ohne Wenn und Aber”. Hier ist also vertriebliche Aufklärungsarbeit zu leisten, damit die EU in der Beratung den Platz bekommt, den sie verdient.

Einige Experten sind der Auffassung, dass die enorme Prämienspreizung zwischen den Berufsgruppen zwar nicht vom Markt gewollt sei, aber dennoch betrieben werde, um günstige Preise für gute Risikogruppen zu erzielen. Die Tarif-Stabilität stehe hingegen viel zu wenig im Fokus. Was muss sich ändern?

Seite drei: Prämienspreizung und Tarifstabilität zwei Paar Schuhe

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1 Kommentar

  1. Meine Hochachtung gilt Herrn Hansemann. Er scheint der Einzige unter den vier Branchenexperten zu sein, der die Entwicklung in der BU-Versicherung auch unter sozialen Gesichtspunkten betrachtet und damit offenbar nicht zufrieden ist. Natürlich hat er Recht, dass ein einzelner Anbieter die eingeführte Risikodifferenzierung nicht zurücknehmen kann. Aber was spricht eigentlich dagegen, dass sich dieser – unter sozialen Gesichtspunkten notwendigen – Maßnahme alle BU-Versicherer gemeinsam stellen?

    Da hat die Versicherungsbranche einmal ein Produkt, das selbst Verbraucherschützer allen Menschen empfehlen, die finanziell auf ihr Arbeitseinkommen angewiesen sind. Und die Versicherer haben nichts anderes zu tun, als diese BU-Versicherung durch die Berufsgruppendifferenzierung für die meisten körperlich bzw. handwerklich Tätigen unbezahlbar zu gestalten.

    Dies finde ich unter sozialen Gesichtspunkten ungerecht und selbst unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten kaum nachvollziehbar.

    Kommentar von Gerd Kemnitz — 26. September 2014 @ 00:14

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