29. September 2014, 08:30
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Fondspolicen: Vorurteile überwinden

Trotz anhaltender Niedrigzinsphase lässt der Durchbruch für fondsgebundene Lebens- und Rentenversicherungen weiter auf sich warten. Seit 2007 ist das Neugeschäft bei Fondspolicen kontinuierlich zurückgegangen. Die Versicherer wissen: Hartnäckige Überzeugungsarbeit ist gefragt.

Fondspolice

Amar Banerjee, Swiss Life Deutschland: “Kunden und Vermittler suchen nach Garantien.”

Lange Zeit genoss die Lebensversicherung den Ruf, der Deutschen beliebtestes Finanzprodukt zu sein. Im Jahr 2005 besaß durchschnittlich jeder Bürger in Deutschland eine Lebens- oder Rentenversicherung, Ende 2013 standen 80,8 Millionen Einwohner hingegen nur noch 76 Millionen Verträge gegenüber. Zuwächse verbuchten andere Sparformen – allen voran das Tagesgeld.

Laut aktueller Bundesbank-Zahlen wuchs die hierzulande auf Tagesgeld-Konten angelegte Summe allein zwischen 2012 und 2014 um fast ein Drittel – von 751 Milliarden Euro auf 964 Milliarden Euro. Somit parkt statistisch gesehen jeder Bürger rund 12.000 Euro auf dem Tagesgeld- Konto. Doch mit “Parken” hat die Anlage auf dem Bankkonto oftmals gar nichts mehr zu tun.

Tagesgeld-Boom trotz Mikro-Zins

Denn viele Menschen halten sich nicht an die Faustformel von Experten, nicht mehr als drei Netto-Monatsgehälter als Tagesgeld anzulegen, verbunden mit dem Ziel, unvorhergesehene Ausgaben, wie etwa die Reparatur der Waschmaschine, begleichen zu können. Legt man den Netto- Durchschnittsverdienst der Bürger zugrunde, sollten also höchstens 6.000 Euro auf dem Tagesgeld-Konto liegen – die Hälfte der Summe, die tatsächlich dort gehortet wird.

Angesichts der Tatsache, dass die Menschen immer weniger Zinsen für ihr Tagesgeld bekommen, mutet der Boom besonders erstaunlich an. Bekamen die Kunden Anfang 2012 noch durchschnittlich 2,04 Prozent gutgeschrieben, waren es Anfang August 2014 nur noch 0,57 Prozent. Dies kommt nach der Auswertung von 114 Tagesgeld- Konten durch das Finanzportal tagesgeldvergleich.net einem historischen Tiefststand gleich. Damit folgen die Banken der Entwicklung des Leitzinses, den die Europäische Zentralbank auf das Rekordtief von 0,15 Prozent gesenkt hat.

Eigentlich sollte man meinen, dass die deutschen Sparer in Zeiten historisch niedriger Zinsen nach vergleichsweise zinsträchtigen Sparformen Ausschau halten, zum Beispiel Aktien. Allein die Wertpapiere der 30 größten Unternehmen in Deutschland legten in den vergangenen zwölf Monaten um durchschnittlich 15 Prozent zu. Wer die Hausse mitnahm, kann sich glücklich schätzen.

Doch viele Deutsche partizipieren an dieser Entwicklung nur passiv, indem sie über die Nachrichten die neuesten Höchststände mitgeteilt bekommen – und sich vielleicht dabei denken: “Ach, hätte ich mal gekauft, aber jetzt ist es ja zu spät…”. “Bei Anlagen in Aktien oder Fonds wird eher das Risiko gesehen als die Chance, Renditen zu erzielen”, beschreibt Stefan Giesecke, Vorstand der fpb AG in Köln, die Mentalität der deutschen Sparer.

Fondspolice

Trotz anhaltender Niedrigzinsphase lässt der Durchbruch für die Fondspolice weiter auf sich warten.

Gieseckes Unternehmen steuert in Deutschland die Vertriebsaktivitäten von Cardea.life, einem Tochterunternehmen des Liechtensteiner Lebensversicherers Prisma Life. Vor gut einem Jahr wurde das Produktangebot von Cardea.life um fondsgebundene Rentenversicherungen erweitert. Seit Jahresende 2013 gibt es für alle drei Schichten der Altersvorsorge fondsgebundene Produktlösungen.

Man sollte annehmen, dass der Zeitpunkt für den Einstieg in den Fondspolicen- Markt kaum besser gewählt sein könnte. Denn die Renditen klassischer Lebens- und Rentenversicherungen geraten seit Einleitung der Zinswende im Jahre 2008 zunehmend unter Druck – in die langsam, aber stetig größer werdende Renditelücke könnten fondsbasierte Vorsorgelösungen stoßen. Soweit die Theorie. Tatsächlich geht die Zahl der Neuabschlüsse im fondsgebundenen Bereich seit Jahren zurück. Im vergangenen Jahr lag der Absatz fondsgebundener Kapital- und Rentenversicherungen in Deutschland auf dem niedrigsten Stand seit 1998.

Seite zwei: Fondspolice als Antwort auf Niedrigzinsphase

Weiter lesen: 1 2

Ihre Meinung



 

Versicherungen

Thomas-Cook-Kunden sollen Ansprüche beim Insolvenzverwalter anmelden

Das Justizministerium hat Pauschalreise-Kunden der insolventen Thomas Cook aufgefordert, ihre Ansprüche nicht nur bei der Versicherung, sondern auch beim Insolvenzverwalter anzumelden. Das sei Voraussetzung dafür, das versprochene Geld vom Bund zu erhalten, teilte das Ministerium am Freitag mit.

mehr ...

Immobilien

Neues Finanzierungskonzept: Sorgenfrei im Alter

Viele Menschen möchten sich im Rentenalter Wünsche und Träume erfüllen. Die notwendigen Geldmittel stecken dabei oftmals im Eigenheim fest. Um sich mithilfe der Immobilie den Lebensabend zu finanzieren, gibt es gleich mehrere Möglichkeiten. Welche das sind und welche Vor- und Nachteile sie bieten, zeigt der Vergleich der Immobilienverkaufsmodelle.

mehr ...

Investmentfonds

London: Werden keine “Empfänger von EU-Regeln” nach Brexit

Unternehmerverbände in Großbritannien zeigen sich vor dem Brexit besorgt. Sie fürchten hohe Kosten durch Handelsbarrieren und warnen vor Preiserhöhungen für britische Verbraucher. Doch ihre Forderungen angesichts der Befürchtungen finden beim Finanzminister kein Gehör.

mehr ...

Berater

Sonntagsfrage unter Vermittlern: FDP siegt, SPD ohne Chance

Bei Finanzvermittlern steht weiterhin die FDP in der Gunst ganz oben, wenn es um die nächste Bundestagswahl geht. Das hat das 12. AfW-Vermittlerbarometer im November 2019 mit über 1.500 teilnehmenden Vermittlern ergeben.

mehr ...

Sachwertanlagen

Habona erreicht Vollinvestition des Einzelhandelsfonds 06

Der Frankfurter Fondsinitiator und Asset Manager Habona Invest hat für seinen Einzelhandelsfonds 06 zum Jahresende 2019 sechs weitere Nahversorgungsimmobilien mit einem Gesamtinvestitionsvolumen von über 44 Millionen Euro und einer Gesamtmietfläche von circa 19.500 Quadratmetern erworben.

 

mehr ...

Recht

Winzerverband schlägt Schadenersatz statt Strafzölle auf Wein vor

Statt der Strafzölle auf Wein sollte die Bundesregierung den USA nach einem Vorschlag des Weinbauverbands Rheinhessen eine Schadenersatzzahlung anbieten. “Die deutsche Politik sollte jetzt unkonventionelle Lösungen anstreben”, erklärte Verbandspräsident Ingo Steitz.

mehr ...