Anzeige
28. August 2014, 10:12
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

IMD 2: Italien will Regulierung vorantreiben

Regierungsdirektor Thomas Ernst gab auf dem 11. AfW-Hauptstadtgipfel einen Einblick in die Verhandlungen zur europäischen Vermittlerrichtlinie IMD 2. Italien, das zum 1. Juli die EU-Präsidentschaft übernommen hat, will demnach die Regulierung bereits im nächsten halben Jahr abschließen.

IMD 2: Italien will Regulierung beschleunigen

Nach einer vorsichtigen Schätzung könnte der Europäische Rat bereits in diesem Herbst seine Position zur IMD 2 dem EU-Parlament darlegen.

“Derzeit wird intensiv über die einzelnen Kriterien diskutiert, die Streitpunkte liegen klar auf dem Tisch”, erläuterte Ernst, Regierungsdirektor im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) auf dem Haupstadtgipfel des AfW – Bundesverband Finanzdienstleistung e.V. (AfW).

Folgende Punkte zeichnen sich demnach bereits ab: Annexvermittler, könnten mit in die Regulierung fallen. Dieser Punkt  sei aber noch umstritten. Auch der Direktvertrieb durch Versicherungsunternehmen solle gleichwertig in die Regelung einbezogen werden. Gleiches gilt laut Ernst für die Online-Vermittlung von Versicherungsprodukten durch Internetportale. Offen sei, ob Internetportale ohne Vermittlungsfunktion ebenfalls einbezogen werden.

Bezüglich der grenzüberschreitenden Vermittlung debattieren die Mitgliedsstaaten demnach derzeit, ob ein Aufnahmestaat zusätzliche Anforderungen stellen darf, auch wenn ein Vermittler in einem anderen Mitgliedsstaat alle Zulassungskriterien erfüllt. “Allerdings ist unklar, wer dies dann konkret kontrollieren soll, der Herkunftsmitgliedstaat oder der Aufnahmestaat”, so Ernst. Zudem neige die Kommission dazu, keine neuen Barrieren für den grenzüberschreitenden Dienstleistungsverkehr aufzubauen.

Pflicht zur Weiterbildung kommt

Die Verpflichtung zur Fortbildung werde in jedem Fall kommen. Strittig sei noch die Anzahl der Stunden, die Vermittler dafür aufwenden müssen. Im Europäischen Parlament sind laut Ernst 200 Stunden Fortbildung innerhalb von fünf Jahren als Richtwert im Gespräch. Die Fortbildung solle von einer staatlichen Kontrollinstanz überprüft werden. “Es sieht derzeit mehr nach 50 Stunden auf fünf Jahre verteilt oder einer Sachkunde-Nachprüfung alle drei Jahre aus”, so der Experte aus dem BMWi. Letzteres sei im Gewerbebereich in Deutschland unüblich, in einigen anderen EU-Staaten jedoch gang und gäbe.

Hinsichtlich der Informations- und Dokumentationspflichten für Versicherungsanlagenprodukte wolle man sich an der Mifid II orientieren, die bereits verabschiedet wurde, so Ernst. Das betrifft  demnach auch die Frage, wann eine 2unabhängige Beratung” vorliegt. “Es bestehen noch große Prüfvorbehalte, sodass unklar ist, wie die abschließende Regelung aussehen wird”, erklärt Ernst. Die Definition eines Versicherungsanlageprodukts werde sich an derjenigen in der Verordnung der EU über Basisinformationsblätter für verpackte Anlageprodukte (PRIIPS) orientieren.

 

Seite zwei: Kein europaweites Provisionsverbot

Weiter lesen: 1 2

Newsletter bestellen Top aktuell & kompakt! Werktags um 6.30 Uhr alle Versicherungs-News für Profis von Profis.

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 11/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Megatrend Demografie – Indizes – Naturgefahren – Maklerpools

Ab dem 16. Oktober im Handel.

Cash.Special 3/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Riester-Rente – bAV – PKV – Bedarfsanalyse

Ab dem 22. Oktober im Handel.

Versicherungen

Die Hitliste der Autoknacker: Alle 30 Minuten ein Auto

Autodiebe haben im vergangenen Jahr rechnerisch etwa alle 30 Minuten einen kaskoversicherten Pkw gestohlen. Nach dem neuen Kfz-Diebstahlreport des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) kamen im Laufe des Jahres 2017 insgesamt 17.493 Pkw ihren rechtmäßigen Besitzern abhanden.

 

mehr ...

Immobilien

Immobilienverband: Mieten in kleineren Städten ziehen kräftig an

Nach Einschätzung des Immobilienverbands IVD ziehen auch die Mieten in kleineren Städten deutlich an. Dort kostet Wohnen zwar noch deutlich weniger – jedoch steigen die Mieten auch dort aktuell rasant an.

mehr ...

Investmentfonds

Italien sieht kein Risiko durch höhere Schulden

Italiens Finanzminister Giovanni Tria verteidigt den italienischen Haushaltsplan für der EU-Kommission. Tria ist bewusst, dass die Pläne den Stabilitätskriterien widersprechen, ändern wolle er sie deshalb trotzdem nicht. Seine Entscheidung begründet er heute in Brüssel.

mehr ...

Berater

Bankenverband: Stresstest hat Stärken und Schwächen

Der Bankenverband BdB dämpft die Erwartungen an den diesjährigen Banken-Krisentest der europäischen Aufseher. So seien Stresstests keine Wunderwaffe, wie der BdB am Montag in Frankfurt erklärte.

mehr ...

Sachwertanlagen

Kein Prospekt: BaFin untersagt Holz-Investment

Die Finanzaufsicht BaFin hat das öffentliche Angebot der Vermögensanlage mit der Bezeichnung „Teakinvestment“ über den Kauf, die Pflege sowie die Verwertung von Teakbäumen in Costa Rica und Ecuador in Deutschland untersagt.

mehr ...

Recht

Einmal Teilzeit und zurück? So funktioniert die Brückenteilzeit

Der Bundestag hat das neue Gesetz zum Rückkehrrecht von Teil- in Vollzeit verabschiedet. Arbeitnehmer in Unternehmen ab 45 Angestellten können ab 2019 die so genannte Brückenteilzeit wählen. Arbeitsrechtsexperten der Arag haben das Gesetz unter die Lupe genommen.

mehr ...