Kfz-Versicherung: „Innovationen sind wichtig, aber schnell kopiert“

Hans-Gerd Coenen, Vertriebschef des BGV / Badische Versicherungen, sprach mit Cash. über Produktinnovationen in der Kfz-Versicherung, den vertrieblichen Wandel in der Branche, die Geschäftsstrategie seines Hauses und das baldige Ende der Wechselfrist.

Hans-Gerd Coenen: „Was den Kundenwunsch betrifft, so stellen wir fest, dass die preisgünstigste Produktlinie immer weniger gewählt wird. Qualitätserwägungen haben Vorrang vor Billiglösungen.“

Herr Coenen, wie in der Versicherungsbranche allgemein, ist auch in der Kfz-Versicherung immer wieder der Ruf nach Produktinnovationen zu vernehmen. Sehen Sie im Markt noch Differenzierungspotenzial?

Coenen: Wir verfügen schon seit einigen Jahren über einen sehr starken Kfz-Tarif, der alles bietet, was der Markt erfordert. Der Kfz-Tarif heute ist sehr ausdifferenziert. Was die Leistungen betrifft, orientieren wir uns an dem konkreten Versicherungsbedarf und dem Preisbewusstsein einzelner Kunden. Mit unserem Leistungspaketen „Basis“, „Klassik“ und „Exklusiv“ bieten wir für jeden Kundenwunsch eine passende Lösung.

Zugleich zeigen unsere Marktbeobachtungen, dass derzeit kein großes Potenzial für Veränderungen oder Neuheiten am Markt zu erkennen sind. Wirkliche Innovationen, wie der vor gut sechs Jahren von uns entwickelte „Jung-und-Mobil-Schutz“ werden zunehmend schwieriger, insbesondere bei einem Produkt, das branchenweit defizitär ist. Innovationen sind wichtig, aber eben auch schnell kopiert.

Gibt es Neuerungen in Ihrem Kfz-Versicherungsangebot?

Eine wesentliche Neuerung unseres aktuellen Tarifs ist der Fahrerschutz, der optional in allen Produktlinien hinzugewählt werden kann. Er schließt eine wichtige Lücke speziell für den Fahrer. Denn während die Mit-Insassen ihre Ansprüche an die Kfz-Haftpflichtversicherung des Fahrzeughalters geltend machen können, erhält der Fahrer bei einem selbstverschuldeten Unfall bislang keine Leistungen.

Mit dem Fahrerschutz erhält er jetzt Schmerzensgeld, Leistungen bei Verdienstausfällen, Unterstützung bei sogenannten „vermehrten Bedürfnissen“ – zum Beispiel, wenn eine Haushaltshilfe benötigt wird und gegebenenfalls für den behindertengerechten Umbau der Wohnung. Im Todesfall zahlt die Versicherung sogar lebenslang monatliche Unterhaltsleistungen und fängt damit die Familie finanziell auf.

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Der Versicherungsexperte Dr. Schmidt Gallas von der Unternehmensberatung Simon-Kucher & Partners meint: „Der starke Trend zum Onlinekanal und speziell Vergleichsportalen wird weitergehen – für die Kfz-Versicherung sowieso.“ Wie geht Ihr Haus mit dieser Entwicklung im Vertrieb um?

Wir sehen diesen Trend ebenfalls und beobachten zudem, dass die Online-Recherche durch unsere Kunden immer mehr zunimmt. Zum Abschluss setzen die Kunden dann aber auf die Beratung durch unsere Vermittler und Makler.

Wir überlassen es unseren Kunden, auf welchen Wegen sie mit uns kommunizieren. Wichtig für diese Hybrid-Kunden ist, dass sie über alle Vertriebs- und Zugangskanäle die gleichen Produkte, zum gleichen Preis und in der gewohnt guten BGV-Qualität erhalten.

Mit welchen Angeboten wollen Sie dafür Sorge tragen, dass ihre Vertriebspartner wettbewerbsfähig bleiben?

Unsere Produkte zeichnen sich bereits heute durch eine sehr hohe Qualität und vernünftige Preisgestaltung aus. Dies ist die Basis für Wettbewerbsfähigkeit, gerade auch für unsere Vertriebspartner. Hinzu kommen reibungslose Abläufe. Sie garantieren zufriedene Vertriebspartner und Kunden. Vertriebspartner des BGV profitieren zusätzlich von den sehr guten Angebotsmöglichkeiten. Sie können die Tarife je nach Wunsch über alle relevanten Vergleichsportale oder aber über das mehrfach ausgezeichnete BGV-Maklerportal berechnet werden.

Dabei sorgt die integrierte Top-Down-Beratung für haftungssichere Angebotsprozesse. Neu- und Ersatzgeschäft können online abgewickelt und voll automatisiert policiert werden, Vergleichsangebote sind über das Maklerportal mit wenigen Klicks erstellt. In der Regel hält der Kunde innerhalb von drei Arbeitstagen die Police in den Händen.

Seite zwei: „Wir unterscheiden nicht zwischen Kunden erster und zweiter Klasse.“

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