Lebensversicherer: Milliardenpotenzial nutzen

Die jüngste Reform verlangt Lebensversicherern einiges ab. Ein gezieltes Ablaufmanagement könnte ihnen helfen, bislang vernachlässigte Ertragsquellen zu erschließen.

Gastbeitrag von Rudolf Geyer, European Bank for Financial Services

„Es liegt auf der Hand: Nur wenn die Versicherer konsequent kundenorientiert handeln, wird es gelingen, die Wiederanlagequoten zu erhöhen.“

Die Regelungen des am 4. Juli verabschiedeten Lebensversicherungsreformgesetzes (LVRG) stellen die Assekuranz vor weitere Herausforderungen – im Vergleich zu anderen Anlageformen sinkt ihre Attraktivität, der finanzielle Handlungsspielraum wird kleiner.

Suche nach Ertragsquellen

Im Wettbewerb um Kunden und bei der Suche nach neuen Ertragsquellen rückt ein noch relativ unerschlossener Milliardenmarkt in den Fokus: das Ablaufmanagement von Lebensversicherungen und die Wiederanlage des fällig gewordenen Kapitals.

Im Jahr 2012 lag die Summe der ausgezahlten Leistungen aus Lebensversicherungen bei rund 75 Milliarden, wie der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) meldete. Bei der Wiederanlage dieser Gelder herrscht ein harter Wettbewerb zwischen Banken und Assekuranz – den die Versicherer bislang meist verlieren.

Schätzungen zufolge werden etwa 10 Prozent des ausgezahlten Kapitals werden wieder bei den Versicherern angelegt, 35 Prozent bei der Hausbank (weitere 15 Prozent bei Kapitalverwaltungsgesellschaften, 40 Prozent fließen in den Konsum).

Wiederanlagemanagement als strategisches Ziel

Um sich ein größeres Stück dieses Milliarden-Kuchens zu sichern, müssen Versicherer im ersten Schritt vor allem eins machen: Die Erhöhung der Wiederanlagequote auf ihre strategische Agenda setzen.

Es gilt, unternehmensweit die Sensibilität für dieses Thema zu intensivieren – die Kundenbeziehung muss nicht mit der Laufzeit enden. Parallel müssen natürlich die nötigen Voraussetzungen für den langfristigen Erfolg geschaffen werden. Dazu gehören beispielsweise die Aufnahme der Wiederanlagequote in die vertrieblichen Ziele sowie die technische und prozessuale Umsetzung eines Wiederanlagemanagements.

Seite zwei: Konsequent kundenorientiert handeln

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