Anzeige
22. Oktober 2014, 10:06
Teilen bei: Ihren XING-Kontakten zeigen | Ihren XING-Kontakten zeigen

Garantiezinsabsenkung: Lebensversicherer vor Absatzrückgang

Bedingt durch die Garantiezinsabsenkung zum nächsten Jahr stehe den deutschen Lebensversicherern ein Absatzrückgang bevor, berichtet die US-Nachrichtenagentur Bloomberg mit Verweis auf eine Markteinschätzung der US-Ratingagentur Moody’s.

Lebensversicherer

Bedingt durch die Garantiezinsabsenkung werden die deutschen Lebensversicherer mit einem Absatzrückgang zu kämpfen haben.

Zwar werde die Garantiezinssenkung von 1,75 auf 1,25 Prozent zum 1. Januar 2015 eine positive Wirkung auf das Neugeschäft haben, da die verringerten Garantiezusagen das Marktrisiko für die Lebensversicherer reduzieren würden, so Moody’s. Zudem werde durch die Garantiezinssenkung der Verkauf von alternativen Versicherungsprodukten angekurbelt, heißt es.

Positive Effekte greifen erst langfristig

Allerdings würden diese positiven Effekte erst in der langen Frist greifen, prognostizieren die Experten. Außerdem warnt die Ratingagentur vor risikoscheuen Verbrauchern, die Garantien in der Lebensversicherung seit Jahren gewöhnt sind und die alternativen, fondsbasierten Produkte mit Argwohn betrachten.

Bereits jetzt haben große Lebensversicherungsgesellschaften wie die Allianz Leben, Ergo Leben und die Axa Lebensversicherung neue Produkte aufgelegt, die weniger stark auf dem klassischen Garantiezinskonzept abstellen, um sich für künftige Herausforderungen zu wappnen.

Verbraucher sehen Fondspolicen kritisch

“Die Entwicklung und der Vertrieb fondsgebundener oder alternativer Lebensversicherungsprodukte werden den Verlust im klassischen Geschäft nicht ausgleichen können. Die Kunden sind risikoscheu und werden sich bei dem Kauf von Fondspolicen zurückhalten”, argumentiert Moody’s. Auch seien die meisten Vertriebskanäle nicht auf den Verkauf alternativer Lebensversicherungspolicen eingestellt.

Eine weitere große Herausforderung für die Branche bestehe darin, so Moody’s, dass die Versicherer von der anhaltenden Niedrigzinsphase auf der einen Seite sowie bereits versprochenen Garantiezusagen von bis zu vier Prozent auf der anderen Seite “in die Zange genommen” würden. (nl)

Foto: Shutterstock

3 Kommentare

  1. “Die Kunden sind risikoscheu und werden sich bei dem Kauf von Fondspolicen zurückhalten” Ich habe eine Fondpolice bei der AMV-die Verwaltungskosten sind relativ hoch. Dort gibt es keine günstigen Indexfonds. Ich glaube, dass vielen Verbrauchern mittlerweile klar ist, dass bei Fondspolicen die Kosten eher hoch und eher schwer zu durchschauen sind. Ich würde mir aus diesem Grund nie wieder eine Fondpolice aufschwatzen lassen.

    Kommentar von Arne — 27. Oktober 2014 @ 00:32

  2. Die Lebensversicherungen werden nach und nach wirklich zum Ladenhüter. Das hat vor über zehn Jahren angefangen und die niedrigen Zinsen, hohen Stornokosten und fälligen Steuern machen es alles andere als Attraktiv. Zum Glück gibt es genügend Alternativen

    Kommentar von Jan Lanc — 23. Oktober 2014 @ 15:28

  3. Wenn der „Abverkauf“ eines Dauerbrenners nicht mehr zieht, muss die Branche den Wechsel im Vertriebsweg unterstützen: Anstelle „Produktverkäufer“ (eines Selbstrenners) die Positionierung „Problem-Löser“. Da dieser leider mehrere Gespräche bis zur Umsetzungshilfe benötigt (wie bei unbekannten Produkten immer) muss der Vertrieb unterstützt werden, dass sich der Zeitaufwand dazu immer lohnt. Wie das z.B. mit einem VERMÖGENSPASS machbar ist, wird im eBook bei mwsbraun.de beschrieben.

    Kommentar von Frank L. Braun — 23. Oktober 2014 @ 08:53

Ihre Meinung



Cash.Aktuell

Cash. 01/2019

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Fonds Finanz – Robotik – Moderne Klassik – Finanzanalyse

Ab dem 18. Dezember im Handel.

Cash. 12/2018

Inhaltsverzeichnis Einzelausgabe bestellen Cash. abonnieren

Themen der Ausgabe:

Goldfonds – Rock’n’Roll – Fondspolicen – Nachrangdarlehen

Versicherungen

“Silver Surfer” erobern das WorldWideWeb

Die Digitalisierung ist in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Das ist eines der Ergebnisse der Studie “D21-Digital-Index 2018 / 2019”, die die Initiative D21 heute gemeinsam mit Wirtschaftsminister Peter Altmaier im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie präsentiert.

mehr ...

Immobilien

Dr. Klein: Boom im Osten, Rekorde im Norden

Ob nun Hamburg, Hannover, Berlin oder Dresden – im Norden und Osten der Bundesrepublik steigen die Immobilienpreise in allen Metropolregionen an. Trotzdem gibt es deutliche Preisunterschiede.

mehr ...

Investmentfonds

Kryptowährungen: Schwankende Coins an Gold binden

Seit jeher suchen Menschen Stabilität. Bei Währungen, der Basis unseres Wirtschafts- und sozialen Lebens ist dies nicht anders. Das hart verdiente und ersparte Geld soll nicht durch Inflation oder andere Unwägbarkeiten entwertet werden.

Gastbeitrag von Harald Seiz, Karatbars International GmbH

mehr ...

Berater

Kartellwächter: Mastercard muss Millionenstrafe zahlen

Der Kreditkartenanbieter Mastercard muss wegen Verstößen gegen EU-Kartellvorschriften 570 Millionen Euro bezahlen. Das teilte die EU-Kommission am Dienstag in Brüssel mit. Auf den US-Konzern könnten zudem Schadenersatzklagen zukommen.

mehr ...

Sachwertanlagen

Ernst Russ AG verliert beide Vorstände auf einen Schlag

Sowohl der Vorstandssprecher Jens Mahnke als auch Vorstandsmitglied Ingo Kuhlmann werden im Juni beziehungsweise Ende März aus der Ernst Russ AG (ehemals HCI Capital) ausscheiden. Ein bisheriges Aufsichtratsmitglied springt ein.

mehr ...

Recht

Pflegeunterhalt: Wenn Kinder für ihre Eltern haften

Die Deutschen werden immer älter. Damit wächst auch die Zahl der pflegebedürftigen Menschen in Alten- und Pflegeheimen. Die Kosten hierfür sind hoch. Vielfach benötigen Eltern in diesem Fall die finanzielle Hilfe ihrer Kinder. Für diesen Fall gibt es genaue Regeln, wie eine Übersicht des Arag-Rechtsschutzes zeigt.

 

mehr ...